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Unglück

Frachter fährt auf Ausflugsschiff auf

Von den 291 Passagieren der „Renate“ werden bei dem Unglück am Sonntag in der Schleuse Gronsdorf laut Polizei 26 verletzt.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Rettungskräfte kümmern sich um die Verletzten des Schiffsunglück.
Rettungskräfte kümmern sich um die Verletzten des Schiffsunglück. Foto: Rettungszentrum

Kelheim.Der Tagesausflug per Schiff im Unteren Altmühltal endete für 291 Passagiere am Sonntag mit einem Unfall. 26 Personen werden verletzt. Die Polizei berichtete von einem Schwerverletzten. Das sei nicht der Fall, so Unternehmerin Renate Schweiger, auch leitendem Notarzt Edward Antczak war kein Schwerverletzter bekannt. Das Unglück hatte sich am Sonntag während der Mittagszeit – gegen 12.46 Uhr – am Main-Donau-Kanal in Kelheim bei der Schleuse Gronsdorf ereignet. Laut Polizeipräsidium (PP) Niederbayern war das Gütermotorschiff (GMS) „Coburg“ auf das Fahrgastschiff (FGS) „Renate“ aufgefahren.

950 Tonnen Düngemittel geladen

Das Ausflugsschiff „Renate“ wurde an der Notanlegestelle festgemacht.
Das Ausflugsschiff „Renate“ wurde an der Notanlegestelle festgemacht. Foto: Rettungszentrum

Über die Integrierte Leitstelle in Landshut war das Unglück der Einsatzstelle in Straubing gemeldet worden. In der Erstmitteilung des Polizeipräsidiums Niederbayern in Straubing war davon ausgegangen worden, dass bei der Havarie in Kelheim circa 30 Fahrgäste verletzt wurden, zwei davon schwerer. In der am frühen Abend aktualisierten Meldung der PP stand dann, dass auf allen drei Decks ein Teil der Fahrgäste stürzte. „Letztendlich meldeten sich 26 von ihnen als verletzt. Davon kamen neun Personen zur ambulanten Behandlung ins Kelheimer Krankenhaus.“ Die Besatzung des Frachtschiffes kam mit dem Schrecken davon. Die „Coburg“, die mit 950 Tonnen Düngemittel beladen war, ist „nach derzeitigem Stand nicht beschädigt“, so die PP.

Die zwei Schiffe waren am Sonntag auf dem Main-Donau-Kanal bei Kelheim Richtung Riedenburg gefahren. „Beide wurden in der Schleuse Gronsdorf aufgeschleust. Als sich das Schleusentor flussaufwärts öffnete und die Ausfahrt freigegeben wurde, startete das GMS noch bevor das voraus befindliche Ausflugsschiff anfuhr und fuhr auf dieses auf.“ „Durch den Anstoß wurde die Heckplattform des FGS deformiert.“ Nach Angaben von leitendem Notarzt Edward Antczak sind die Verletzten – vom Kleinkind bis zum Senior – gleich am Unfallort ärztlich untersucht worden. Ein Teil von ihnen wurde in die Goldberg-Klinik in Kelheim zur Untersuchung gebracht. Zwei Verletzte müssten in der Klinik bleiben, so Antczak am Nachmittag. Mehrere Rettungswagen und auch zwei Notärzte waren zum Unglücksort gekommen.

Gleich am Unglücksort waren die Verletzten ärztlich untersucht worden.
Gleich am Unglücksort waren die Verletzten ärztlich untersucht worden. Foto: Rettungszentrum

Neben den über 45 Kräften des BRK-Rettungsdienstes mit Schnelleinsatzgruppe waren 30 Aktive der Freiwilligen Feuerwehr Kelheim-Stadt im Einsatz. Auch die Wasserschutzpolizei Regensburg und Beamte der Polizeiinspektion Kelheim waren vor Ort.

Auf dem Personenschiff gab es nach MZ-Informationen nach dem Unfall keine Panik. „Alles ist ruhig und besonnen abgelaufen“, so eine Einsatzkraft. Bereits kurze Zeit nach dem Unglück hatte es geheißen, das Ausflugsschiff „ist nicht fahrtüchtig“. Taucher der Feuerwehr Kelheim – insgesamt acht kamen an die Unglücksstelle – waren am Nachmittag im Einsatz, um nach dem Schaden an der „Renate“ zu sehen. Es sei ein Schaden festgestellt worden, so Kommandant Georg Sinzenhauser. Das Ausmaß des Schadens müsse jedoch ein Gutachter feststellen. Ein vom Wasser- und Schifffahrtsamt verständigter Sachverständiger hat laut PP das beschädigte Fahrgastschiff begutachtet. „Nachdem bis jetzt nicht ausgeschlossen werden kann, dass möglicherweise die Steuerungsanlage beschädigt wurde, liegt für das FGS ein Weiterfahrverbot vor“, so die PP in der zweiten Meldung. Der Sachschaden an dem Personenschiff „kann noch nicht beziffert werden“. Die weitere Sachbearbeitung gibt die Wasserschutzpolizei Regensburg an die zuständige Wasserschutzpolizei Beilngries ab.

Radweg wurde gesperrt

Das Frachtschiff konnte nach dem Unfall an der Schleuse Gronsdorf die Fahrt fortsetzen.
Das Frachtschiff konnte nach dem Unfall an der Schleuse Gronsdorf die Fahrt fortsetzen. Foto: Pieknik

Das Frachtschiff konnte weiterfahren. Der Main-Donau-Kanal war angesichts des Unfalls bei Kelheim nicht gesperrt. Allerdings hatte der Radweg entlang der Wasserstraße nach dem Schiffsunglück gesperrt werden müssen. Feuerwehrkräfte waren unter anderem mit den Absperrmaßnahmen beschäftigt und bauten auf der Staatsstraße einen sogenannten Trichter auf, da die Radfahrer, die am Sonntag unterwegs waren, auf die Staatsstraße umgeleitet werden hatten müssen. Nachdem die „Renate“ nach der Havarie nicht mehr weiterfahren hatte können, wurden die Fahrgäste, die mit dem Schrecken davongekommen waren, mit Reisebussen von der Unglücksstelle abtransportiert. An den Unglücksort waren auch Landrat Dr. Hubert Faltermeier und Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann gekommen.

„Probefahrt ohne Probleme“

  • Schleusung

    Am Sonntag nach 20.30 Uhr sandte die Personenschifffahrt Schweiger zum Schiffsunglück eine Pressemitteilung. Wie darin angeführt ist, „war das Fahrgastschiff MS ,Renate’ heute planmäßig mit 291 Passagieren von Kelheim nach Riedenburg unterwegs. Um 12.40 Uhr wurde die MS ,Renate’ zusammen mit einem Gütermotorschiff an der Schleuse Kelheim geschleust. Während die ‚Renate’ noch fest vertäut in der Schleuse lag, fuhr das dahinter liegende Gütermotorschiff auf das Fahrgastschiff auf.“

  • Alarm

    In der Pressemitteilung ist u. a. erwähnt, dass „durch den Aufprall 26 Passagiere verletzt wurden. Es gab keine schwer verletzten Personen. Bereits kurz nach dem Unfall waren die von der Schiffsbesatzung alarmierten Rettungskräfte vor Ort und übernahmen die Erstversorgung.“ Das Schifffahrtsunternehmen teilte weiter mit: „Alle Passagiere wurden noch an der Unfallstelle von Bord gebracht. Dazu wurde ein Buspendelverkehr zurück nach Kelheim eingerichtet. Gegen 17 Uhr hatten alle Gäste das Schiff verlassen.“

  • Test

    „Gegen 17 Uhr wurde eine Probefahrt durchgeführt, welche ohne Probleme

  • absolviert werden konnte. Im Anschluss daran wurde das Fahrgastschiff ,Renate‘ wieder für die Fahrt freigegeben. Das Schiff fuhr dann, ohne Fahrgäste, zurück zur Anlegestelle Donau.

  • Hier fanden die Aufräumarbeiten statt.“

  • Entscheidung In der Pressemeldung ist angekündigt, dass am Montag „entschieden wird, ob das Schiff sofort zur Reparatur zur Schiffswerft nach Linz fährt oder zunächst noch mit der ,Delle‘ am Hinterschiff weiterfährt.“ Dankend sind in der Pressemitteilung unter anderem Rettungskräfte und die Besatzungsmitglieder für den Einsatz erwähnt.

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