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Sanierung

Keldorado investiert knapp 60 000 Euro

Bei der Herbstrevision bleibt im Kelheimer Erlebnisbad kaum ein Stein auf dem anderen – sogar ein Statiker ist im Einsatz.
von Benjamin Neumaier

  • Am warmen Außenbecken wurde die Walze, die die Abdeckung des Beckens aus- und einfährt generalüberholt. Foto: Neumaier
  • Für die Mitarbeiter gab es Schulungen, unter anderem Erste Hilfe oder einen simulierten Saunabrand. Foto: Keldorado
  • Die Rutsche wurde gereinigt und vom TÜV überprüft. Foto: Keldorado

Kelheim.Alle Jahre wieder – so könnte der Titel lauten, für das, was die vergangenen beiden Wochen im Kelheimer Erlebnisbad Keldorado passiert. Und das sogar zweimal. Aktuell ist Herbstrevision – seit Montag vergangener Woche wird im Keldorado beinahe rund um die Uhr gewerkelt und sprichwörtlich kein Stein auf dem anderen gelassen.

Betonsäulen teilweise abgetragen

Denn der Schwerpunkt liegt in diesem Herbst auf der Betonsäulensanierung, die das Gewölbe und die Dachkonstruktion beim Kinderbecken tragen. Dabei mussten die Säulen bis zu einem Meter Höhe beinahe komplett entkernt werden – nur das Metallgerüst blieb stehen. Geschäftsführer Thomas Hopfinger erklärt: „Es gab Abplatzungen und Schäden, die durch die hohe Luftfeuchtigkeit im Bad, Reinigungsmittel oder Chlor verursacht wurden. Die Schäden hatten wir schon im vergangenen Jahr bemerkt, nun mussten wir auch aus statischen Gründen sanieren.“

Drei Betonsäulen beim Planschbecken wurden erneuert.
Drei Betonsäulen beim Planschbecken wurden erneuert. Foto: Neumaier

Dazu wurde der Beton der Säulen abgebrochen, die Fliesen rund um die Säulen entfernt und der Beton mit einem speziellen Mittel, das per Pinsel auf den Beton gegeben wird und sich rötlich bis lila verfärbt, auf Festigkeit überprüft.

Mit einem Mittel wird die Betonfestigkeit getestet.
Mit einem Mittel wird die Betonfestigkeit getestet. Foto: Neumaier

Schadhafter Beton wurde komplett entfernt, die Säulen abgestützt, eingeschalt und neu gegossen. „Da ist natürlich die Zeit unser größter Feind“, sagt Hopfinger. „Denn bis der Beton so hart ist, dass er weiterbearbeitet werden kann, vergehen alleine schon vier Tage.“ Erst dann können die Säulen gespachtelt, geschliffen und schließlich mit einem Zwei-Komponenten-Lasur behandelt werden, die neuerliche Schäden verhindern soll. „Das alles müssen wir in zehn oder elf Tagen schaffen“, sagt Hopfinger. Denn länger als zwei Wochen darf die Revision nicht dauern – schon am morgigen Freitag soll wiedereröffnet werden.

Dann könnte noch die ein oder andere metallene Stützsäule stehen bleiben, „denn eigentlich dauert es 28 Tage, bis die sogenannte Betonfestigkeit erreicht ist. Das wird ein Statiker prüfen“, sagt Hopfinger. „Einer Wiedereröffnung steht das aber nicht im Weg.“

Revision wurde noch nie verlängert

Während seiner Zeit als Geschäftsführer habe bisher noch keine Revision verlängert werden müssen, sagt Hopfinger, „obwohl natürlich schon Unvorhergesehenes passieren kann. Die Kritische Phase ist am letzten Tag der Revision und am Tag der Wiedereröffnung“.

Denn dann werden die Becken wieder befüllt. Und durch den enormen Wasserdruck der dabei entstehe, könne es passieren, dass sich der Boden hebt und Fliesen aufplatzen. „Das ist uns schon einmal passiert – dann mussten wir das Becken sperren, das Wasser ablassen, die Fliesen reparieren und dann das Wasser wieder einlassen.

Knappe zwölf Stunden dauert es, bis das große Schwimmerbecken im Keldorado wieder befüllt ist.
Knappe zwölf Stunden dauert es, bis das große Schwimmerbecken im Keldorado wieder befüllt ist. Foto: Neumaier

Das kostet natürlich Zeit und Geld und ist zudem vorher nicht überprüfbar“, sagt Hopfinger, der mit dem bisherigen Verlauf der Revision aber überaus zufrieden ist.

Bisher habe es nicht das kleinste Problem, gegeben, alle Arbeiten seien gut verlaufen.

So wurden unter anderem die flexiblen Fugen zwischen Becken und Fliesen erneuert, zahlreiche Wände neu gestrichen, die Schränke in den Kabinen überprüft und Schlösser mit fehlenden Schlüsseln ersetzt, die Filteranlagen für Wasser und Luft im Keller überprüft, die Rutsche vom TÜV abgenommen oder die Elektronik in den Duschen erneuert. „Wir haben jährlich 240 000 Gäste – da ist ein gewisser Verschleiß normal“, sagt Hopfinger.

Viel Handarbeit: Die Sprudelsitze im Außenbereich werden gebohrt.
Viel Handarbeit: Die Sprudelsitze im Außenbereich werden gebohrt. Foto: Keldorado

Auch das warme Außenbecken wurde in großen Teilen saniert. Dort wurde der Fliesenbelag großflächig erneuert, die Walze, die die Abdeckung aus- und einfährt wieder auf den neuesten Stand gebracht und die Sprudel-Sitzbänke in Handarbeit wieder auf Vordermann gebracht. „Die Fliesen wurden erneuert und anschließend die Sprudeldüsen per Hand wieder gebohrt“, sagt Hopfinger.

Mit den Revisionsarbeiten sind insgesamt täglich bis zu 30 Arbeiter beschäftigt – 15 davon vom Keldorado-Team sowie 15 externe Arbeiter. Das Investitionsvolumen beträgt 57 000 Euro und werde eingehalten. „Außer es passiert doch noch etwas Unvorhergesehenes“, sagt Hopfinger.

Ansonsten läuft der Badebetrieb ab Freitag ganz normal. Dann werden nur noch die Freibad-Becken im Außenbereich auf den Winter vorbereitet.

Kino-Jahresabo zu gewinnen

  • Dauer:

    Die Herbstrevision im Keldorado läuft vom 14. bis einschließlich 24. September. Das Investitionsvolumen beträgt etwa 57 000 Euro.

  • Fortbildung:

    Schulungen für das Personal drehten sich um die Themen Arbeitssicherheit, Gefahrstoffe und Erste-Hilfe. Zudem wurden mehrere Notfallübungen eingebaut. Dabei wurden verschiedene Szenarien durchgespielt, wie etwa ein Chlorgasunfall, ein Saunabrand oder ein Badeunfall.

  • Vorschau Herbst- und Wintersaison:

    Ab dem 25. September gelten neue Öffnungszeiten – das Keldorado hat Samstag und Sonntag eine Stunde länger geöffnet. Neue Öffnungszeiten Wintersaison: täglich von 9 - 21 Uhr, Dienstag und Donnerstag 9 - 22 Uhr.

  • Motto im Oktober:

    Der Keldorado-Schwimmpass. Bei jedem sportlichen Keldorado-Besuch gibt es einen Stempel in den Schwimmpass. Wer am Monatsende die meisten Stempel gesammelt hat, dem winkt ein Jahresabo vom Kinocenter Kelheim. Bei einer Gleichzahl an Stempeln entscheidet das Los.

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