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Rettungsaktion

Lukaskirche bereitet schlaflose Nächte

Ein Freundeskreis, der die Kelheimer Kirche des Architekten Gulbransson retten möchte, hat schon fast 100 Mitglieder.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Dr. Jordan, der Initiator des Freundeskreises der Lukaskirche, bei dem von Olaf Andreas Gulbransson entworfenen Bauwerk
Dr. Jordan, der Initiator des Freundeskreises der Lukaskirche, bei dem von Olaf Andreas Gulbransson entworfenen Bauwerk Foto: Bachmeier-Fausten

Kelheim.Herr Dr. Jordan, wie kamen Sie als Siegenburger darauf, sich für den Erhalt der evangelischen Lukaskirche in Kelheim, die im Oktober entwidmet wurde, einzusetzen?

Ich habe in der Mittelbayerischen Zeitung gelesen, dass die Kirche veräußert werden soll. Ich kenne mehrere Kirchen von Olaf Andreas Gulbransson und schätze diesen Architekten ganz ungemein. Die beiden Kelheimer Kirchen von Gulbransson liegen mir besonders am Herzen, weil sie im Landkreis Kelheim sind. Die Lukaskirche ist das einzige von ihm geplante Bauwerk, das einen kreisförmigen Grundriss hat. Das war seine Kirche, die er entworfen hat. Mit seiner Tochter Jorun bin ich am damaligem Gymnasium Tegernsee in die gleiche Klasse gegangen.

Kannten Sie Olaf Andreas Gulbransson persönlich?

Nein, den habe ich nie kennengelernt.

Haben Sie zu Jorun Hars-Gulbransson noch Kontakt?

Ich telefoniere mit ihr und informiere sie über den Stand der Rettungsaktion für St. Lukas.

Was sagt sie, dass die von ihrem Vater geplante Kirche verkauft werden soll?

Sie versteht das nicht. Sie ist auch beim Freundeskreis ,Freunde der St. Lukaskirche’.

Seit wann setzen Sie sich für deren Erhalt ein?

Seit ich von der Verkaufsabsicht erfahren habe. Am 12. Juli habe ich den ersten Brief an das Landesamt für Denkmalpflege geschrieben mit der Bitte, die Kirche auf die Bayerische Denkmalliste zu stellen. Darauf habe ich bis Anfang Dezember keine Antwort erhalten. Ich habe nochmals nachgehakt am 2. Dezember. Am 14. Dezember habe ich einen Brief vom Landesamt bekommen, dass das Landesamt mit der evangelischen Landeskirche im Gespräch ist und die Denkmaleigenschaft der Lukaskirche prüft. Ich wurde um Geduld gebeten, da ,das Ergebnis der Prüfung noch offen ist’. Ich habe auch an den Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss geschrieben. Er hat mir geantwortet, dass er nicht zuständig sei und er mein Schreiben an den zuständigen Dekan weitergereicht habe. Vom zuständigen Dekan habe ich bislang nichts bekommen. An den Stadtrat von Kelheim habe ich am 31. Oktober einen Brief gesandt. Bürgermeister Hartmann und Stadtrat Sorcan haben mir schriftlich geantwortet. Der Bürgermeister hat ein gemeinsames Gespräch vorgeschlagen mit ihm, Pfarrer Kübler und meiner Wenigkeit. Ich habe mit Freuden zugesagt. Da der Pfarrer krankheitsbedingt einen Termin Anfang Dezember nicht wahrnehmen konnte, fand das Gespräch noch nicht statt.

Wie viele Mitglieder hat der im November ins Leben gerufene Freundeskreis mittlerweile?

97 Personen, die überwiegend aus Kelheim stammen. Aber es sind auch Frauen und Männer aus anderen Orten im Landkreis sowie aus Regensburg, Landshut, Freising, München und Nürnberg dabei.

Was plant der Freundeskreis weiter?

Wir hoffen, dass die Lukaskirche auf die Denkmalliste kommt, weil damit vorerst die Gefahr des Abrisses gebannt wäre. Wir suchen lebhaft nach einer Nutzung der entwidmeten Kirche und sind für alle Anregungen sehr dankbar.

Gibt es schon gute Nutzungsideen?

Gedanken sind beispielsweise Wechselausstellungen von Künstlern, Vortrags- und Konzertraum, im Garten hätte ich gerne einen Kinderspielplatz. Das ehemalige Pfarrhaus wäre sicherlich in der heutigen Wohnungsnot gut zu vermieten.

Was sind die größten Probleme für die Rettung der Kirche?

Das Geld aufzubringen, um das Areal kaufen zu können.

Wie wollen Sie das schaffen?

Das bereitet mir schlaflose Nächte. Bislang habe ich noch keine zündende Idee.

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