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Ergebnis

Martin Neumeyer erobert das Landratsamt

Kelheims Landratswahlkampf endet mit einer Überraschung: Mit 51,30 Prozent lässt der Abensberger die Konkurrenz hinter sich.
Von Maximilian Wachter, Martina Hutzler, Beate Weigert, Elfi Bachmeier-Fausten und Walter Dennstedt

Kelheim.Die Neustädter machten es am Sonntagabend bei der Wahl des neuen Kelheimer Landrats spannend. Aus am Telefon bei Wahlleiter Dr. Hubert Faltermeier angekündigten zwei bis drei Minuten wurde eine halbe Ewigkeit. Bis kurz nach halb acht brauchten die Neustädter, um das vorläufige amtliche Endergebnis fix zu machen. So lange wollte sich der im ersten Wahlgang ins neue Amt gewählte neue Landrat von der CSU auch nicht gratulieren lassen.

Mit 51,30 Prozent der Stimmen holte der Abensberger überraschend die absolute Mehrheit. Insgesamt sieben Kandidaten, da war man sich im Vorfeld einig, würden fast zwingend zu einer Stichwahl führen. Dass Neumeyer dafür gesetzt wäre, auch das galt als ausgemacht. Dass er den vorher ebenfalls hoch gehandelten Fritz Mathes (FW) mit 16,19 Prozent so klar in die Schranken weisen würde, war eine der Überraschungen des Wahlabends.

Die CSU-Anhänger um Fraktions-Chef Wolfgang Gural in Kelheim hatten sich bereits gegen 18.40 Uhr sehr optimistisch gezeigt, als Neumeyers Prozente auf die 50-Prozent-Marke zusteuerten, dass es beim ersten Wahlgang reichen würde.

Mit Spannung blickten die Besucher im Landratsamt auf die Leinwand mit den Ergebnissen. Foto: Pieknik
Mit Spannung blickten die Besucher im Landratsamt auf die Leinwand mit den Ergebnissen. Foto: Pieknik

Ganz anders die Gefühlslage bei den Freien Wählern. Dort war das Entsetzen über das schmale Ergebnis des 51-jährigen Kelheimers am Ende groß. Familie und FW-Freunden blieben die bereitgestellten Brez’n und das Weißbier fast im Halse stecken. Tapfer dankte Mathes allen Mitbewerbern für einen „sachlichen Wahlkampf“. Den haushohen Sieg Neumeyers wollte er nicht groß kommentieren. „Die Emotionalität lassen wir heute draußen“, so Mathes leise. Die Zeit werde zeigen, „was uns das Wahlergebnis von heute bringt. Bis zur nächsten Wahl in vier Jahren.“

Eine Stichwahl hätte sich SPD-Kandidat Stephan Schweiger aus Kelheim-Stausacker schon gewünscht. Das gab er unumwunden zu. Seine 10,14 Prozent interpretierte er als Erfolg. „Ich bin zufrieden“, sagte der 43-Jährige. Für die kurze Zeit und seinen Bekanntheitsgrad als Politik-Neuling sei dies gut. „Die politische Bühne werde ich jetzt mit 43 Jahren nicht verlassen.“ SPD-Kreisvorsitzende und MdL Johanna Werner-Muggendorfer hingegen gab zu, dass sie sich „Platz zwei“ schon gewünscht hätte.

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Im Vergleich sehr respektable 7,37 Prozent erzielte die einzige weibliche Kandidatin, Birgit Wack von der ÖDP. Sie fieberte von den USA aus per WhatsApp, Messenger und Livestream mit. Per Mail gratulierte sie „Herrn Neumeyer zu seinem hervorragendem Ergebnis“. Darüber hinaus war sie sehr stolz auf ihre Neustädter. „Ich verspreche ihnen mich weiter für ihre Belange einzusetzen und hoffe, dass die Kreistags- und Landratswahl das nächste Mal zusammen erfolgt.“

Davon geht auch der Kandidat der Stadt-Land-Union aus, Alois Schweiger. Schließlich sei diese Forderung als erstes von ihm gekommen, sagt er. Sein eigenes Abschneiden mit 5,7 Prozent hatte so manchen überrascht: Den langjährigen Kommunalpolitiker und Geschäftsführer beim Bauernverband hatten manche durchaus im zweistelligen Bereich gehandelt.

Der amtierende Landrat, Dr. Hubert Faltermeier, verkündete das Ergebnis. Foto: Pieknik
Der amtierende Landrat, Dr. Hubert Faltermeier, verkündete das Ergebnis. Foto: Pieknik

Hinter ihm, mit 4,9 Prozent, landete Fritz Zirngibl von der Bayernpartei. Der Teugner wertete es bereits als Mutmacher für die nächste Landtagswahl. FDP-Kandidat Dr. Heinz Kroiss aus Abensberg rangierte am Ende mit 4,42 Prozent auf dem letzten Platz.

Wenn man das Abschneiden der sieben Bewerber um das höchste Amt im Landkreis betrachte, sehe man als Sieger aber auch den Mann mit dem höchsten Wahlbudget, hieß es in so gut wie allen abgeschlagenen Lagern. Alle sechs Unterlegenen kämen nicht annähernd auf das CSU-Budget. Das von der Konkurrenz mit weit oder annähernd 100 000 Euro beziffert wurde. Und viele hätten wohl nach Bekanntheit gewählt und weniger nach Inhalt, mutmaßte u.a. BP-Kandidat Fritz Zirngibl.

Die Wahlbeteiligung, die gerade einmal bei 42,37 Prozent lag, konnte niemand schönreden. Manch einer mutmaßte, dass diese auch dem Sieger Neumeyer zum Vorteil gereichte.

Am Ende setzten sich nicht nur die „Roten“ noch zusammen, um zu Resümieren und nach den Wahlstrapazen gemeinsam etwas zu essen. In Abensberg wurde ausgelassen gefeiert. Der Bräu aus Siegenburg musste extra Bier nachliefern – für die Party nach dem Motto „Wir sind Landrat“ in den Büroräumen des Noch-Abgeordneten und baldigen Landrats.

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