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Medienpreis für ein MZ-Team aus Kelheim

Gäste und Jury haben beim Dr. Georg Schreiber-Medienpreises die „Die Retter“-Serie der Mittelbayerischen Zeitung gefeiert.
Von Heiner Stöcker, MZ

Benjamin Neumaier (v.r.), Philipp Froschhammer, Claudia Pollok, Laudator Jörg Sadrozinski, Heiner Stöcker und der Kelheimer Redaktionsleiter Maximilian Wachter nach der Preisverleihung beim BR in München.
Benjamin Neumaier (v.r.), Philipp Froschhammer, Claudia Pollok, Laudator Jörg Sadrozinski, Heiner Stöcker und der Kelheimer Redaktionsleiter Maximilian Wachter nach der Preisverleihung beim BR in München. Foto: Kratzer

Kelheim.„Die Retter“ war ein Projekt der Kelheimer Lokalredaktion der Mittelbayerischen Zeitung im Jahr 2015. Die Volontäre Claudia Pollok und Philipp Froschhammer haben zusammen mit den Redakteuren Heiner Stöcker und Benni Neumaier sowie Redaktionsleiter Maximilian Wachter die Serie konzipiert und realisiert. Und das taten sie laut Jury des Dr. Georg Schreiber-Medienpreises in einer preiswürdigen Weise. Am Freitag wurden die fünf MZ-Journalisten für ihre Leistung mit dem mit 5000 Euro dotierten Preis in der Kategorie Online ausgezeichnet.

In den Monaten von März bis Ende Juni 2015 präsentierte die Redaktion jeden Donnerstag eine neue „Die Retter“-Episode in der gedruckten Ausgabe der Zeitung. Gleichzeitig ging der Beitrag angereichert mit zusätzlichen Inhalten auch online. Auf der Homepage www.mittelbayerische.de/retter nutzte das „Die Retter“-Team zusätzlich zu den packenden Texten interaktive Grafiken und Karten, Video-Clips, einen Blog, Bilder-Galerien und vieles mehr, um den Usern ihre Geschichten zu erzählen – crossmedial.

Die Reporter gingen für ihre Recherchen mitten ins Geschehen: Sie tauchten mit der Feuerwehr Kelheim im Main-Donau-Kanal, lernten von Willis-Löschbande Erste Hilfe, standen in einer völlig verdreckten Messie-Wohnung, als sie mit dem BRK unterwegs waren, machten die Ausbildung zum Feuerwehrmann und verdrückten Tränen bei der Schilderung traumatischer Einsätze des Kriseninterventionsteams „Mona“.

Über das Thema Nähe und Distanz sei viel gesprochen und geschrieben worden, sagte Jörg Sadrozinski, der Leiter der Deutschen Journalistenschule in München, in seiner Laudatio auf das Kelheimer Team. Aber: „Eine derzeit in der Diskussion sehr populäre Theorie, um wieder mehr Leser, mehr verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, heißt ‚Constructive News‘.“ Darunter verstehe man den Ansatz, Lösungen anzubieten, gelungene Beispiele herauszustellen oder positive Vergleiche zu ziehen. „Die Reporter wollten nicht nur die Retter porträtieren, sondern ihnen ein Forum schaffen, sich und ihre Arbeit zu präsentieren.“ Es sei gerade auch für eine kleine Lokalredaktion nicht leicht, so viel Zeit und Aufwand für ein derartiges Projekt freizuschaufeln, um den Lesern ein möglichst authentisches Bild zu vermitteln, sagte Sadrozinski.

Auch das Konzept der Vernetzung von Print, Online und Social Media-Strategie „ist sehr sehr gut gelungen“, und habe die Jury überzeugt. „Es wurden mehr und vor allem ganz andere Leserschichten erreicht – und das ist ein sehr gutes Beispiel für konstruktive Nachrichten.“ Insgesamt 250 Projekte waren für den Preis eingegangen, der in diesem Jahr bereits zum 13. Mal ausgeschrieben war. Davon gingen 25 Beiträge in der Kategorie Online ein.

Mit diesem Clip hat sich das „Die Retter“-Team bei der Preisverleihung vorgestellt

Video: Heiner Stöcker

„Bis heute profitieren wir von Kontakten, die wir bei der Serie zu den Rettern geknüpft haben“, sagte Redaktionsleiter Maximilian Wachter in seiner Replik auf die Laudatio. „Die Kollegen haben sich diesen Preis erschwommen, erklettert und ertaucht“. Und sie hätten dabei den Lesern und Usern unserer Zeitung einen Blick auf die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer ermöglicht, der einzigartig gewesen sei. „Den einen oder anderen hat das vielleicht animiert, selbst Retter zu werden.“

Alle Teile der Serie finden sie unter www.mittelbayerische.de/retter

Die Auszeichnung

  • Ziel:

    Die AOK Bayern verleiht den „Dr. Georg Schreiber-Medienpreis “ im Bestreben, „herausragende journalistische Arbeiten auszuzeichnen, die auf vorbildliche Weise dazu beitragen, sowohl die Berichterstattung im Bereich Gesundheit und Soziales zu optimieren, als auch die Rezipienten zu animieren, sich mit sozialen und gesundheitspolitischen Themen auseinanderzusetzen“.

  • Kooperation:

    Zusammen mit den Nachwuchsjournalisten in Bayern e.V. und mit Unterstützung der Deutschen Journalistenschule e.V. München wird der Preis jährlich ausgeschrieben.

  • Preisgeld:

    „Dr. Georg Schreiber-Medienpreis“ ist mit insgesamt 30 500 Euro dotiert. Er wird verliehen in den Kategorien Print, Fernsehen, Hörfunk, Online, Sonderpreis und Ehrenpreis.

  • Preisträger:

    Die Mittelbayerische Zeitung Kelheim reiht sich in die Riege früherer Preisträger der taz, der Süddeutschen Zeitung, der tz, DIE ZEIT, Münchner Merkur, BR oder NEON ein.

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