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Sommerkonzert

Mit Pauken und Trompeten

Mozart in Trauer, Haydn und die schwierige Zeit der Franzosenkriege – dies thematisierte die Weltenburger Musikgemeinschaft
VON EDITH VETTER

Stimmiger Dreiklang von Chor, Orchester und Solisten beim Sommerkonzert der Weltenburger Musikgemeinschaft in der Klosterkirche Weltenburg.
Stimmiger Dreiklang von Chor, Orchester und Solisten beim Sommerkonzert der Weltenburger Musikgemeinschaft in der Klosterkirche Weltenburg. Foto: Vetter

Kelheim.Trotz der sommerlichen Temperaturen war die Klosterkirche beim Sommerkonzert der Weltenburger Musikgemeinschaft am Samstagabend bis auf den letzten Platz besetzt und die Zuhörer wurden Zeugen eines fulminanten Konzertes. Unter Leitung von Wolfgang Hörlin präsentierten Chor, Solisten und Kammerorchester ein brillantes und dynamischen Programm untermalt von Pauken und Trompeten.

Man merkte den Sängern und Solisten ihre Leidenschaft für die Musik, die Begeisterung beim Singen an. Vor allem die musikalische Einheit aus Chor, Solisten, Orchester und Chorleiter prägten dieses Konzert. Das Publikum spürte das, und war von Anfang an begeistert dabei.

Mit den Worten „Laus deo“ zu Ehren Gottes aus der Missa in Angustiis („Messe der Bedrängten“ oder „Nelson Messe“) von Joseph Haydn, eröffnete der Abt des Klosters Weltenburg, Thomas Freihart, das Konzert.

Festlicher Auftakt

Er dankte nicht nur den Ausführenden, dem Chor, den Solisten und dem Kammerorchester sondern auch den Sponsoren, die dieses Konzert ermöglichten. Mit der in sechs Sätzen komponierten Vesper „Vesperae solennes de confessore“ von Wolfgang Amadeus Mozart begann der feierliche Konzertauftakt. Mozart schrieb die „Vesperae solennes de confessore“ in Salzburg mit 24 Jahren, kurz nachdem seine Mutter in Paris gestorben war. In diesem Werk verarbeitet er seine Trauer, besonders deutlich im „Laudate Dominum“ – einfühlsam und mit einer kristallklaren Reinheit in der Stimme von Sopranistin Lena Laferi interpretiert.

Das Sommerkonzert

  • Programm:

    „Vesperae solennes de confessore“, Wolfgang Amadeus Mozart

  • „Missa in Angustiis in d-moll“ (Nelson Messe), Joseph Haydn

  • Ausführende:

    Lena Laferi (Sopran), Stefan Steinemann (Altus), Matthias Laferi (Tenor) und Marcus Weigl (Bass)

  • Leitung:

    Wolfgang Hörlin

  • Mitwirkende:

    Chor und Kammerorchester der Weltenburger Musikgemeinschaft

  • Termine:

    Herbstkonzert: Sa., 24. September, 19 Uhr, Vokalwerk Nürnberg Adventskonzert: Fr., 25. November, 19 Uhr „Heilige Tage - Raue Nächte“, Musikantenfamilie Eberwein, Dellnhausen (eav)

Allerdings bleiben die „Vesperae“ nicht nur in diesem innigen, beseelten Register, sondern beweisen einen vielfältigen Charakter. Der abschließende Chorsatz, mit einem brillanten „Magnificat“ brachte Pauken und Trompeten zum Erschallen.

In der „Nelson Messe“ von Joseph Haydn, die in dieselbe Periode fällt wie Schöpfung und Jahreszeiten, ist musikalisch entsprechend viel geboten. Sie wurde im Jahre 1798 komponiert und in Eisenstadt uraufgeführt. Haydn schrieb diese, jedenfalls zum Teil in Moll für seinen langjährigen Auftraggeber Fürst Esterhazy in der schwierigen Zeit der Franzosenkriege. Kraftvolle Chorpartien wechseln sich mit virtuos anmutenden Solopartien ab.

Nimmer enden wollender Applaus

Als besonderer Ohrenschmaus entpuppte sich der „Altus“ von Stefan Steinemann der beim „Agnus Dei“ zu einer expressiven harmonischen Verschmelzung mit dem Sopran von Lena Laferi fand. Ein „Altus“ (Stimmlage zwischen Tenor und Sopran) ist die Stimme der Renaissance und des Barocks. Beim letzten Ton huschte ein beseelter Ausdruck über die Gesichter der Interpreten – und fand in den Mienen der Zuhörer Widerhall, gefolgt von einem schier nimmer enden wollendem Applaus der Konzertbesucher.

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