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Jubiläum

Seit 65 Jahren am Himmel zu Hause

Flugsportverein Kelheim blickt zum Saisonende auf seine Vereinsgeschichte: Die führte von den Donauauen auf den Stieberberg.
Von Carina Meilinger

  • Kelheim im Jahr 1955 aus der Vogelperspektive Foto: Flugsportverein Kelheim
  • Bis in die 1970er Jahre war der Verein noch auf den Kelheimer „Donauwiesen“ zu Hause. Foto: Flugsportverein Kelheim

Kelheim.Wenn sich die Bäume an Donau und Altmühl herbstlich färben, sehen das die Piloten des Flugsportvereins Kelheim e.V. mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits freuen sie sich über die bunten Wälder, die aus der Vogelperspektive wunderschön anzusehen sind. Andererseits bedeutet das langsam, dass für sie das Ende der Flugsaison naht – denn Ende Oktober werden wie jedes Jahr die Segelflugzeuge, Motorsegler und Motormaschine des Vereins sowie das Fluggelände selbst winterfest gemacht. Heuer blicken die Vereinspiloten nicht nur auf eine erfolgreiche Saison, sondern auch auf das 65-jährige Vereinsbestehen zurück.

Am 28. September 1950 fand in der Langschenke des Weißen Brauhauses die Gründungsversammlung für den „Segelfliegerverband Kelheim e.V.“ statt. Motor- und Segelflug waren bis dahin immer noch verboten, lediglich der Modellflug war erlaubt. Als im Mai 1951 der Segelflug freigegeben wurde, hatten sich bereits viele Vereinskameraden mit dem Bau eines Segelflugzeuges vom Typ „Grunau Baby III“, kurz „Baby“ genannt, beschäftigt.

Mit diesem erfolgten die ersten Flüge des Vereins 1952 auf dem Messerschmitt-Gelände in Regensburg, bis 1956 ein eigenes Fluggelände am Donauufer in Kelheim in Betrieb ging: die „Donauwiesen“, der heutige Parkplatz am Donauufer unterhalb des Volksfestplatzes. Das Gelände musste aber in den 1970er Jahren, zum Bau der Europabrücke, aufgegeben werden.

Publikumsträchtige Landung
Publikumsträchtige Landung Foto: Flugsportverein Kelheim

So landeten die Kelheimer Flieger ab August 1976 auf dem Stieberberg in Hienheim. Auf dem „alten“ Gelände in Kelheim wurden zwischen September 1954 und August 1976 mehr als 24 000 Starts und Landungen gemeldet.

In Hienheim wurden die Flugzeughalle sowie ein Aufenthalts“heisl“ von den Mitgliedern in unzähligen Arbeitsstunden selbst gebaut. Bis zum heutigen Tag legen die Mitglieder immer wieder ehrenamtlich Hand an.

Dank unermüdlichem ehrenamtlichen Einsatz vieler Vereinsmitglieder seit 65 Jahren war und ist es für die Hobbypiloten möglich, ihre Heimat immer wieder aus der Vogelperspektive zu genießen und dabei selbst am Steuerknüppel ihrer Flugzeuge zu sitzen. Neben dem immer größer werdenden bürokratischen Aufwand, der zu bewerkstelligen ist, müssen die Flugzeuge, technisches Equipment und das Gelände instand gehalten werden. Das erfordert sowohl Arbeitsstunden als auch technisches Know-how.

Dank sagen die Piloten für die Unterstützung, die sie das ganze Jahr über erfahren: etwa durch Land- und Forstwirte rund um das Fluggelände und in Form von kameradschaftlicher Hilfe durch die „Hienheimer“ und im Umkreis lebender Anwohner. Erst dadurch können die Flieger auf ihrem Stieberberg ihren Traum vom Fliegen leben. Ab April 2016 können Interessierte wieder an jedem Wochenende sowie an Feiertagen den Piloten über die Schulter blicken.

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