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Kelheim
Freitag, 21. September 2018 28° 2

Champions

Sieger-Adler landen im falschen „Horst“

Majestätische Stoff-Adler waren bei den Kelheimer Waldjugendspielen der zweite Preis. Da waren die Sieger aus Thaldorf baff.
Von Beate Weigert

Oh Schreck: Während die Kinder von der Grundschule Kelheimwinzer über ihren zweiten Platz und die Plüsch-Adler jubeln, guckten die ersten Sieger aus Thaldorf ein wenig neidisch zu.
Oh Schreck: Während die Kinder von der Grundschule Kelheimwinzer über ihren zweiten Platz und die Plüsch-Adler jubeln, guckten die ersten Sieger aus Thaldorf ein wenig neidisch zu.Fotos: Weigert

Kelheim.Eigentlich ist es ein offenes Geheimnis. Dort, wo die Siegerehrung der Waldjugendspiele stattfindet, dort geht die Siegerklasse zur Schule. Diesmal richtete die Eduard-Staudt-Schule die Preisverleihung aus. Ergo: waren dort die Wald-Champions 2016 zuhause. Entgegen der sonstigen „Geheimhaltung“ machte Schulleiterin Christine Jochheim gleich zu Beginn klar: „Wir sind die Siegerklasse.“

Gleich neben den Bänken, wo diese Platz nahm, waren die Preise aufgestapelt. An vorderster Reihe ein Haufen kleiner Plüschadler. Adler, majestätische Vögel, die in früheren Zeiten Wappen von Kaisern und Königen zierten. Logische Schlussfolgerung der Buben und Mädchen aus der Klasse 3/4 der Eduard-Staudt-Schule. „Die sind für uns“, wisperten sich die Kinder voller Vorfreude zu.

Holzpokal statt Kuschel-Adler

Ein kleiner Denkfehler, den die Grundschüler nicht vorhersehen konnten. Denn die Sieger dürfen seit 2008 mit einer viel größeren Trophäe jubeln. Mit einem massiven Holz-Champignon. Den Wanderpokal dürfen die Gewinner ein Jahr lang ihr Eigen nennen. Zudem bekam jeder Schüler der Siegerklasse ein hochwertiges Holzspiel.

So zeigten kurzzeitig die Mundwinkel der Kinder von Klasslehrerin Birgit Kox nach unten, als die begehrten Adler glatt im falschen „Horst“ landeten. Nämlich in den Händen und auf den Köpfen der zweiten Sieger von der Grundschule Kelheimwinzer.

Am Ende jubelten die Sieger aus Thaldorf doch glücklich mit ihrem Holz-Pokal.
Am Ende jubelten die Sieger aus Thaldorf doch glücklich mit ihrem Holz-Pokal.

Bevor es überhaupt an die Siegerehrung ging, hatten alle Klassen einen Auftritt. Die Cabrinischüler zählten mit ihren Lehrerinnen Nicole Euringer und Kati Pretschendörfer in einem Lied gemeinsam von eins bis zehn. Die „Kollegen“ von der Grundschule Offenstetten packten mit Lehrerin Karen Hammerer musikalisch die Forscherlupe aus.

Mammutbaum in der Aula

Für die Sänger war der Weg zur Bühne gar nicht so leicht zu finden. Denn Rupert Schlauderer aus Unterwendling hatte die Aula in einen duftenden kleinen Wald verwandelt. Mit ganz besonderen Bäumen. Da mussten sogar die Forstpaten und auch Landrat Dr. Hubert Faltermeier bei mancher Art passen. Kein Wunder: Schlauderers Steckenpferd sind ganz außergewöhnliche Bäume. So hatte er Zweige amerikanischer Sequoia, der Mammutbäume, dabei. Oder einen Blauglockenbäumchen und einen Bienenbaum sowie Zweige einer Hopfenbuche.

Die „Hausherren und -damen“ von der Klasse 3/4 der Eduard-Staudt-Schule überraschten nach ihrem Auftritt das Waldjugendspiel-Team um Forstdirektor Nikolaus Ritzinger mit selbst gemalten Bildern.

Und die Schüler aus Kelheimwinzer hatten mit ihren Lehrerinnen F. Prange und F. Albers eigens ein Lied auf den Wald und was sie daran lieben gedichtet. Es hatte so viele Strophen, dass ein Spickzettel erlaubt sein musste.

Ehrengäste wie Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann und Schulrätin Nicola Moritz-Holzapfel verrieten, dass sie bei den Spielen dabei waren und Aufgaben wie das Rinden-Raten auch für sie nicht ganz einfach waren.

Die Sieger aus Thaldorf wussten dagegen alles. Volle Punktzahl im Wissensteil. Außerdem legten die Schüler eine Superzeit beim Sterschlichten hin, lobte Ritzinger.

1100 Kinder waren dabei

  • In Ostbayern

    nahmen 2016 16 200 Schüler aus 788 Klassen an den Waldjugendspielen teil.

  • An 16 Spielorten

    wurden diese in Niederbayern und der Oberpfalz ausgetragen.

  • Im Landkreis Kelheim

    treffen sich die Buben und Mädchen aus den dritten Klassen mit ihren Forstpaten traditionell im Kelheimer Frauenholz.

  • An drei Tagen

    nahmen hier diesmal 59 Klassen aus 28 Schulen teil. Insgesamt gingen an die 1100 Kinder an den Start.

  • Der Wettstreit in der Natur

    wurde zum 47. Mal unter dem Schirm der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ausgetragen.

  • Die Preisträger

    aus dem Landkreis Kelheim sind: 1. Platz: Klasse 3/4 der Eduard-Staudt-Schule in Kelheim-Thaldorf (438 Punkte), 2. Platz: 3. Klasse der Grundschule Kelheimwinzer (428 Punkte); 3. Platz: Klasse 3b der Grundschule Offenstetten (426 Punkte).

  • Der Sonderpreis

    ging an die MS1/MS3 der Cabrinischule in Offenstetten. Die Schüler kamen auf 407 Punkte. (re)

Auch die Forstpaten waren stolz auf ihre Schützlinge. Sie hatten sich alle sehr gut geschlagen. Von Missgeschicken konnte keiner berichten. Nicht einmal die vierbeinigen Begleiter der Förster verputzten diesmal „Wettkampfmaterial“, so Jürgen Petersen. Einzig das Wetter bereitete den Erwachsenen Sorgen. Denn die drei Wettkampftage waren just zu der Zeit, als sich die Hitze in einer Serie von Gewittern entlud. Doch jedes Mal zogen die Wolken am Kelheimer Frauenholz vorbei. Kein einziger Termin musste abgesagt oder abgebrochen werden.

Nach dem offiziellen Teil verzogen sich dann auch bei den Siegern aus Thaldorf die kleinen „Gewitterwolken“ in den Gesichtern. Zur Feier des Tages gab es Hot Dogs. Die alle Gewinner genüsslich miteinander verdrückten. Und wer weiß: Vielleicht erweisen sich die Holzspiele im Nachhinein als viel langlebigeres Vergnügen oder es gibt in den kommenden Jahr auch Adler für die Sieger.

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