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Expertenrat

Tipps fürs Wasser in Haus und Garten

Was sollten Häuslebauer und Gartler beachten rund ums Thema Wasser? Zwei Experten aus Kelheim geben Auskunft.
Von Martina Hutzler

Für eine gute Trinkwasserqualität kann man auch in den eigenen vier Wänden einiges tun.
Für eine gute Trinkwasserqualität kann man auch in den eigenen vier Wänden einiges tun. Foto: Archiv

Kelheim.Udo Heske ist staatlich geprüfter Techniker und Projektleiter beim Kelheimer Ingenieurbüro Brundobler. Er hat Tipps parat, wie man dafür sorgt, dass bestes Trinkwasser aus den Hähnen fließt:

Udo Heske
Udo Heske Foto: IB Brundobler

Kalkgehalt

Fast im ganzen Kreis Kelheim ist das Trinkwasser hart bis sehr hart, sprich: kalkhaltig. Wasserleitungen mit glatten Innenwänden reduzieren die Kalkablagerung: Edelstahlrohre, Kunststoffrohre (PEX, PP) oder Mehrschicht-Verbundrohre (PE - Aluminium - PEX). Ab Härtegrad 14 (°dH) ist eine Stabilisierung oder Enthärtung für Kaltwasser empfohlen und für Warmwasser eigentlich Pflicht. Für Einfamilienhäuser sind Kompakt-Enthärtungsanlagen überlegenswert. Hauseingangsfilter und Perlatoren sollte man regelmäßig reinigen.Grüße aus Alpen, Eiszeit und Tropenmeer

Hygiene

Die Hauptregel lautet: „Wasser muss fließen“; steht es in den Leitungen, droht die Verkeimung. Deshalb sollte das Leitungsnetz keine „Sackgassen“ haben; meistbenutzte Verbrauchsstellen sollten am weitesten entfernt sein vom Hausanschluss, damit das Leitungsnetz gespült wird. Nicht benötigte Verbraucher sollte man vom Leitungsnetz trennen und entleeren, zum Beispiel im Winter den Gartenwasser-Anschluss. Sonst droht von dem dort stehenden Wasser eine Rückverkeimung ins ganze Leitungsnetz! Vor einem Neubau oder einer Sanierung lässt man am besten das Rohrnetz bedarfsgerecht berechnen, damit der Rohrquerschnitt so klein wie möglich gewählt werden kann.

Warmwasser ist bei Temperaturen zwischen 55 und 60 Grad sicher vor Verkeimung (Legionellen!); Kaltwasser sollte nicht wärmer als 25 Grad werden – dazu ist auch eine gute Dämmung des Leitungsnetzes nötig!

Sparen

Wer Regenwasser speichert, hat z.B. kostenloses Gießwasser und zahlt in vielen Kommunen niedrigere Abwassergebühren. Auch entlastet man damit das öffentliche Kanalsystem.

Im Haus sind Zwei-Mengen-WC-Spülkästen sinnvoll (z.B. 6,0- und 4,5-Liter-Taste); allerdings muss die WC-Beckengröße dazu passen, damit das Spülergebnis stimmt. Wasserspar-Armaturen reduzieren den Wasserdurchsatz. Automatik-Armaturen mit Infrarot- oder Radarelektronik sorgen dafür, dass Wasser nur dann läuft, wenn man es benötigt.

Genuss

Im Trend liegt der Einbau von Tafelwasser-Anlagen, die Trinkwasser filtern, karbonisieren und kühlen (z.B. Wassermax, Grohe Blue).

Wer sich für neueste Techniken und Trends interessiert: Vom 5. bis 8. April findet in Nürnberg die Messe „ifh Intherm“ statt (Heizung, Lüftung, Sanitär, Energie).

Tipps für Gartler

Auch Pflanzen leben nicht nur von Luft und Liebe – für ihr Wachsen und Gedeihen ist mit entscheidend, bei welchen Boden- und Wasser-Verhältnissen sie wurzeln. Wir haben beim Kreis-Gartenfachberater Franz Nadler nachgefragt, welche Einflüsse Gartler berücksichtigen sollten.

Franz Nadler
Franz Nadler Foto: Archiv

Zu viel Kalk

Wer seine Pflänzchen mit Trinkwasser oder Brunnenwasser gießt, sollte sich Gedanken über den Kalkgehalt dieses Wassers machen. „Denn der Boden reichert den Kalk aus dem Wasser an“, und das behagt solchen Pflanzen nicht, die von Natur aus eher Saures gewohnt sind: „Rhododendren zum Beispiel reagieren da empfindlich“, schildert Nadler. Solche Moorbeet-Pflanzen sollten eher mit Regenwasser gegossen werden.

Zu wenig Kalk

Wer andererseits nur mit Regenwasser gießt, kann seine Topfpflanzen womöglich in Nöte bringen. „Zum Beispiel Tomaten im Topf können dann die Blüten-Endfäule entwickeln“, schildert der Fachberater: Es entwickelt sich zwar eine Frucht, aber dort, wo der Rest der Blüte hängt, entsteht ein dunkelbrauner bis grauer Fleck; die Frucht trocknet an dieser Stelle ein und verhärtet. „Das ist Folge eines Kalzium-Mangels der Frucht, weil zu wenig Kalk im Substrat ist“. Auch Paprika kann ähnlich reagieren.

Umwelt

„Im Garten sollte man möglichst trinkwasser-sparend arbeiten“, appelliert Franz Nadler: Das schont die Umwelt – und auch den Geldbeutel. Regenwasser sammeln, heißt das Zauberwort. Es ist, auch fürs Gemüsebeet, unbedenklich; allerdings sollte man nach längerer Trockenheit erst mal einen Regenguss ungenutzt übers Dach ablaufen lassen, ehe man die Regentonne füllt: So werden Feinstaub und Schmutz, die sich aus der Luft abgelagert haben, abgewaschen.

Bewässerung: Bei so trockenen Sommern wie voriges Jahr kommen zum Beispiel Kübelpflanzen oder Spalierobst nicht ohne menschliche Trink-Hilfe aus. Auch im Hobbygärtner-Bereich haben mittlerweile Tröpfchen-Bewässerungssysteme Einzug gehalten: „Sie benötigen weniger Wasser und bringen es gezielt zu jeder Pflanze“, schildert Franz Nadler den Vorteil dieser Methode.

Planung

„Das A und O bei der Gartenanlage ist die Standort-Planung“: Wer von vornherein die Faktoren Boden, Belichtung und Wasserversorgung berücksichtigt, erspart sich Geld, Mühe und Enttäuschungen.

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