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Tote Frau in Kelheim ist verblutet

Nach dem Fund einer Leiche bei der Schleuse Gronsdorf werden neue Details bekannt – unter anderem zur Art der Verletzungen.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Eine Polizeitauchergruppe aus Nürnberg ist am Dienstag wieder in Kelheim im Einsatz.
Eine Polizeitauchergruppe aus Nürnberg ist am Dienstag wieder in Kelheim im Einsatz. Foto: Bachmeier-Fausten

Kelheim.Die Todesursache der 40-Jährigen, die am Sonntagnachmittag in der Nähe des Schleuse Kelheim-Gronsdorf gefunden wurde, steht fest: „Die Frau starb an hohem Blutverlust“, so der Regensburger Oberstaatsanwalt Theo Ziegler am Dienstag gegenüber unserer Zeitung. Er berichtet von Verletzungen, die wohl „von einem scharfkantigen Gegenstand“, einem Messer oder etwas anderem stammen könnten. Das letzte Lebenszeichen ist vom 6. April. Laut Oberstaatsanwalt habe die Frau an diesem Tag noch Kontakt zu ihrer Tochter gehabt.

Ermittlungen „in alle Richtungen“

Wie unsere Zeitung berichtete, gehen Polizei und Staatsanwaltschaft davon aus, dass ein Gewaltverbrechen vorliegt. Oberstaatsanwalt Ziegler: „Die Ermittlungen werden in alle Richtungen betrieben, aber auch im Hinblick auf ein Tötungsdelikt.“ Er erwähnt, dass nach dem Ergebnis der Obduktion „auch ein Suizid nicht völlig ausgeschlossen wäre“.

 Auch in Riedenburg, dem Wohnort der Frau, war die Polizei am Montag im Einsatz.
Auch in Riedenburg, dem Wohnort der Frau, war die Polizei am Montag im Einsatz. Foto: Kolbinger

Der Kriminalfall ist in der Region Kelheim – Riedenburg Tagesgespräch. Die Bevölkerung ist betroffen. „Wie kann es nur zu so einer schrecklichen Tat kommen?“ „Hat denn niemand etwas mitgekriegt?“ Das sind Fragen, die in der Öffentlichkeit zu hören sind. Die Gegend, in der die Tote entdeckt wurde, ist ein Naherholungsgebiet im unteren Altmühltal. Auf der Strecke entlang des Main-Donau-Kanals, unweit des Michelsbergs, auf dem die Befreiungshalle thront, wandern oder radeln Einheimische und Touristen. Das war auch in den vergangenen Tagen zu beobachten. Seitdem bekannt ist, dass dort, mitten in der Natur, eine Frau tot aufgefunden wurde, kommen auch die einen oder anderen dorthin, um Einsatzkräfte bei ihre Arbeit zu beobachten oder Beobachtungen mitzuteilen.

Froschmänner im Einsatz

Die am Freitag von ihrem Lebensgefährten als vermisst gemeldete 40-Jährige, die nach Informationen unserer Zeitung aus Riedenburg stammt, ist am Sonntag von einem Spaziergänger leblos entdeckt worden. Am Montag suchten 120 Einsatzkräfte – Taucher und Bereitschaftspolizei – das Gebiet im Auffindebereich ab.

Eine Beamtin hilft einem Taucher bei der Ausstattung für seinen Einsatz.
Eine Beamtin hilft einem Taucher bei der Ausstattung für seinen Einsatz. Foto: Bachmeier-Fausten

Am Dienstag ist die Polizeitauchergruppe aus Nürnberg nochmals am Main-Donau-Kanal bei der Schleuse Gronsdorf im Einsatz. Am Tag zuvor suchten acht Taucher in der Wasserstraße einen 150 Meter langen Bereich „bis in sinnvolle Wurfweite“ ab. Bis zur Kanalmitte sind es etwa 35 Meter, das Wasser ist 3,50 Meter tief. Außer Abfall wie Blechdosen und ein Flusskrebs wurde nichts entdeckt. Am Dienstag haben sich dann sieben Polizeitaucher, ausgestattet mit Metallsuchgeräten, weiter kanalabwärts Richtung Schleusenbauwerk gearbeitet. Einsatzleiter Stefan Kaffka berichtet, dass „unten ziemlich weicher Schlamm ist “.

Jeder Taucher hält Kontakt zu den Kollegen an Land über eine Signalleine, die auch eine Sprechverbindung zu den Kräften am Ufer ermöglicht. Wie der Einsatzleiter der Tauchercrew feststellte, „ist schon Interesse von der Bevölkerung gegeben“. Die Leute seien „sehr mitteilsam“. So sei zum Beispiel berichtet worden, dass von Samstag auf Sonntag eine Party hier gewesen sei. Auf einem Grünstreifen am Ufer ist eine kreisförmige Feuerstelle zu sehen.

Generell liefen Ermittlungen, um herauszufinden, was passiert ist. Warum die Frau vermisst gewesen sei, „ist noch nicht bekannt“, sagt Kriminalhauptkommissar Rauch. Gesucht werde „nach allen Gegenständen, die uns Aufschluss geben, was vorgefallen ist“. Ob die 40-Jährige alleine wohnte, dazu macht Rauch „aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben“.

Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren mit „hohem Kräfteeinsatz“. Bis am Dienstagnachmittag waren die Polizeitaucher in Kelheim. Es sei noch „nichts gefunden worden“. Am Donnerstag kämen die Taucher wieder, um die Suche fortzusetzen. Am Mittwoch werde wegen der Sicherheit der eingesetzten Kräfte abgeklärt, wie weit an die Schleuse herangetaucht werden könne.

Türschloss ausgewechselt

Nach Informationen unserer Zeitung ist am Samstag die Wohnung der Frau in der Dreiburgenstadt durch die Feuerwehr für die Polizei geöffnet worden. Am Montag soll nochmals das Schloss ausgewechselt worden sein. Ob der Auffindeort auch der Tatort ist, darauf sagt Oberstaatsanwalt Ziegler, dass man sich im Moment nicht äußern wolle, wo der Sterbeort gewesen sei.

Er macht auch keine Angaben dazu, wo der Frau Verletzungen zugefügt wurden. Hinsichtlich der Informationen, die an die Öffentlichkeit gegeben werden, sagt der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg, Theo Ziegler: „Es gibt noch keine Person, wo sich irgendein Tatverdacht ergeben würde.“

Die tote Riedenburgerin war nach Informationen dieser Zeitung eine alleinerziehende Mutter. Die Tochter soll jedoch schon einige Zeit nicht mehr bei der Mutter gewohnt haben.

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