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Testlauf

Wasser ist nicht gleich Wasser

Die MZ bittet Wasser-Sommelier Werner Zimmermann zum Kelheimer Trinkwasser-Vergleich: Von Unterschieden und Gemeinsamkeiten
Von Martina Hutzler

Wasser marsch: Fünf Trinkwasser-Proben aus dem Landkreis haben wir Werner Zimmermann kredenzt – passend zum Thema im Brunnenhof des Rathauses.
Wasser marsch: Fünf Trinkwasser-Proben aus dem Landkreis haben wir Werner Zimmermann kredenzt – passend zum Thema im Brunnenhof des Rathauses. Foto: Sebastian Pieknik

Kelheim. Die Geologen können erklären, wo unser Trinkwasser herkommt. Aber schmeckt man Unterschiede? Wir wollten’s wissen und sind eigens ausgeschwärmt: In Bad Abbach, Ihrlerstein, Kelheim, Langquaid und Abensberg haben wir frisches Leitungswasser abgezapft und Werner Zimmermann vorgesetzt.

In einem zehntägigen Seminar hat sich der Münchner Journalist zum Wasser-Sommelier weitergebildet.
In einem zehntägigen Seminar hat sich der Münchner Journalist zum Wasser-Sommelier weitergebildet. Foto: Sebastian Pieknik

Als freier Journalist für einen Mineralwasser-Hersteller tätig, hat der Münchner ein zehntägiges Seminar an der Doemens-Fachakademie für Brau- und Getränketechnologie belegt und ist seither „Wasser-Sommelier“.

Der Test

Wasser-Sommeliers haben’s eindeutig schwerer als ihre Wein-Kollegen: Die können das Glas schwenken und aus Farbe und Geruch erste Schlüsse aus den edlen Tropfen ziehen. Unsere fünf Wasserproben hatten weder Farbe noch Geruch – zum Glück! Alles reinstes Wasser, „alle wunderbar trinkbar“.

Den Vorzug würde er persönlich Probe Nummer zwei geben: aus Bad Abbach. „Etwas höher mineralisiert als die anderen“. Auf Platz zwei landet bei ihm das Abensberger Nass.
Den Vorzug würde er persönlich Probe Nummer zwei geben: aus Bad Abbach. „Etwas höher mineralisiert als die anderen“. Auf Platz zwei landet bei ihm das Abensberger Nass. Foto: Sebastian Pieknik

Den Proben 1,2,3 und 5 bescheinigt er Ähnlichkeit; „Nummer 4 würde ich favorisieren“: Aus der Bad Abbacher Probe schmeckt er den höchsten Mineralisationsgrad heraus. Sein persönlicher zweiter Favorit: Nummer 2, aus dem Abenstal.

Das Grundsätzliche

Auf Trinkwasser aus deutschen Leitungen will Werner Zimmermann nichts kommen lassen: „Das ist das bestuntersuchte Lebensmittel, das wir haben: rein, keimfrei, genusstauglich – da machen die Kommunen und Zweckverbände wirklich einen guten Job.“ Für den Alltagsgebrauch also bestens geeignet, das betont der Münchner. Freilich nur, wenn es auch im eigenen Haus durch gut gewartete Leitungen fließt: „Die öffentliche Trinkwasser-Versorgung hört am Grundstück auf. Das vergessen viele!“

Wasser marsch: Fünf Trinkwasser-Proben aus dem Landkreis haben wir Werner Zimmermann kredenzt – passend zum Thema im Brunnenhof des Rathauses.
Wasser marsch: Fünf Trinkwasser-Proben aus dem Landkreis haben wir Werner Zimmermann kredenzt – passend zum Thema im Brunnenhof des Rathauses. Foto: Sebastian Pieknik

Der Unterschied

Wer seinem Körper etwas Gutes tun will, der sollte nach Überzeugung von Werner Zimmermann dennoch auch Mineralwasser trinken, wegen dessen in der Regel höherem Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen, erkennbar am leicht bitteren Geschmack. Laut Mineralwasser-Verordnung muss es am Ort des Quellaustritts abgefüllt werden und „von ursprünglicher Reinheit“ sein, weniger aufbereitet als Trinkwasser: Nur Eisen, Mangan, Schwefel, Arsen und Fluorid dürfen raus, Kohlendioxid rein.

Das Weitere

Neben Trinkwasser und Mineralwasser gibt es noch weitere, rechtlich definierte Wasser-Arten. Relativ lax sind die Bestimmungen für Tafelwasser: Es muss die selben Qualitätskriterien wie Trinkwasser erfüllen – oft ist es schlicht Leitungswasser. Es darf auch gemischt oder mit Mineralsalzen versetzt werden. Quellwasser wiederum muss „natürlich rein“ sein, aus einer Quelle stammen, und es darf nicht chemisch oder durch Filtertechnik aufbereitet werden. Steht auf einer Flasche der Ausdruck „Heilwasser“, gilt dieses Wasser gemäß Arzneimittelgesetz als Arznei: Es muss eine vorbeugende oder therapeutische Wirkung haben.

Der Rat

Alles hat seinen Preis – auch Mineralwasser. Aber das Preisetikett ist nach Ansicht Werner Zimmermanns eher eine untergeordnete Entscheidungshilfe: Das Allerbilligste würde er persönlich nicht nehmen; aber norwegisches Nass in der 20-Euro-Designerflasche und ähnliche Luxus-Wässerchen lässt er ebenso stehen. Er rät stattdessen, einen Blick auf die (vorgeschriebene) Liste der wichtigsten Inhaltsstoffe zu werfen. Kalzium und Magnesium etwa könne der Körper aus Wasser viel besser aufnehmen als aus dem Essen. (hu)

„Alle wunderbar trinkbar“: Durchgefallen ist keines  der Landkreis-Wässer – auch wenn sie nach Ansicht Zimmermanns  guten Mineralwässern im Mineralisationsgrad unterlegen sind.
„Alle wunderbar trinkbar“: Durchgefallen ist keines der Landkreis-Wässer – auch wenn sie nach Ansicht Zimmermanns guten Mineralwässern im Mineralisationsgrad unterlegen sind. Foto: Sebastian Pieknik

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