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Streit

Wasserschutzgebiet ist ein Zankapfel

Im Landratsamt brachten Fachstellen und Betroffene ihre Meinung zum Wasserschutzgebiet um die „Silbergrube“ vor.
von Evi Schmidl

Der Brunnen VIII wurde 1999 in Betrieb genommen.
Der Brunnen VIII wurde 1999 in Betrieb genommen. Foto: Stadtwerke

Kelheim.Der Brunnen VIII wurde zur sichereren Wasserversorgung für Kelheim und die Eingemeindungen 1999 errichtet. Nötig wurde die Bohrung auf der Gemarkung Weltenburg, weil andere Brunnen die Wasserqualität verloren hatten. Die vorläufige Betriebserlaubnis reicht bis 31. Dezember 2015 – nun wird der Brunnen, beziehungsweise das geplante Wasserschutzgebiet um ihn herum – zum Zankapfel zwischen den Stadtwerken Kelheim und 60 Behörden oder Bürgern, die Einwendungen dagegen hatten.

Verfahren läuft schon seit 2009

Begonnen hat das Verfahren rund um das geplante Wasserschutzgebiet für den Brunnen VIII (Silbergrube) im Dezember 2009. Damals haben die Stadtwerke Kelheim die Durchführung eines wasserrechtlichen Verfahrens zur Ausweisung eines Wasserschutzgebietes beantragt. Planungen wurden erstellt und dieses, vorschriftsmäßig, in den Rathäusern von Kelheim und Abensberg öffentlich ausgelegt. Insgesamt 60 Einwendungen von Grundstückseigentümern liegen beim Landratsamt vor.

Erörterungstermin im Landratsamt

Oberregierungsrätin Ulrike Dettenhofer, zuständig für Wasserrecht im Landratsamt erklärte zu Beginn der Anhörung am Dienstagabend im großen Sitzungssaal des Landratsamtes, an der 50 Personen, darunter 30 Bürger, teilnahmen, das Prozedere. Der Antragsteller müsse sein Handeln begründen und belegen. Nach der öffentlichen Auslegung würden dann die Einwände erörtert. Dem folge die Entscheidungsfindung. Entschieden werde per Rechtsverordnung. Erst nach Inkrafttreten der Rechtsverordnung könne über eventuelle Entschädigungen für Grundstückseigner gesprochen werden.

Ingeborg Peter vom Ingenieurbüro Dr. Knorr GmbH, gab einen Abriss über die für Zwecke der Schutzgebietsermittlung durchgeführten Erhebungen. Demnach ist der Brunnen mit im Jahre 2014 das wichtigste Standbein der Wasserversorgung. Die Belastung sei relativ gering. Andere Brunnen würden die benötigte Menge nicht liefern. Als Gefährdungspotenzial sah Peter die Deckschichtverhältnisse mit offenem und teilbedecktem Karst. Dieser habe eine hohe Durchlässigkeit, was wiederum eine schnelle Fließgeschwindigkeit zur Folge habe. Das in verschiedene Zonen eingeteilte, beantragte Wasserschutzgebiet umfasse etwa sechs Quadratkilometer und diene der Erhaltung der vorhandenen Deckschichten durch ein Eingriffsverbot im engeren Schutzraum. Zu vermeiden seien in allen Zonen grundwassergefährdende Stoffe.

Rechtsanwalt vertritt Grundstückseigner

Etliche Grundstückseigner ließen sich beim Anhörungstermin von einem gemeinsamen Anwalt vertreten, andere nahmen ihr Rederecht selbst wahr. Die Einwände reichten von „kein Bedarf für Brunnen VIII“ über die Aussage, Grundwasservorkommen seien nicht schutzbedürftig, bis zu einer angeblich falschen Bemessung des Gebietes.

Im Laufe des Erörterungstermins im Kelheimer Landratsamt stellte sich heraus, dass die vorliegenden Unterlagen der Überarbeitung bedürfen. Der Erörterungstermin wurde deshalb vertagt. Der neue Termin steht noch nicht fest.

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