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Stadtentwicklung

Kelheims Ex-Bahntrasse bietet Chancen

Von einem Radlweg bis zu einem Dorfplatz für den Stadtteil Affecking und einem Kreisverkehr reichen die Nutzungsideen.
Von Elfi Bachmeier-Fausten

Die Bahngleise in Affecking sind seit langer Zeit ungenutzt. Die Trasse hat die Stadt Kelheim Ende 2014 gekauft. Foto: Bachmeier-Fausten
Die Bahngleise in Affecking sind seit langer Zeit ungenutzt. Die Trasse hat die Stadt Kelheim Ende 2014 gekauft. Foto: Bachmeier-Fausten

Kelheim. Personenzüge verkehren in Kelheim seit langer Zeit nicht mehr. Der einstige Bahnhof ist seit Jahren für das Domizil der Polizeiinspektion in der niederbayerischen Kreisstadt umgebaut worden. In dem Gebäude der Zughaltestelle im Stadtteil Affecking befindet sich ein Schützenheim. Bahnübergänge sind ausgebaut worden. In der einstigen Bahntrasse liegen noch Gleise. Die Flächen auf einer Länge von knapp zwei Kilometern kaufte die Stadt Kelheim im Dezember 2014. In dieser Woche wurde nun den Mitgliedern des Bauausschusses ein Ideenkonzept durch Diplom-Ingenieur Christoph Wutz vorgestellt.

Die Stadt Kelheim ist Eigentümerin der einstigen Bahnflächen ab der früheren Unterführung (einst als Kosik-Unterführung bezeichnet) im Westen bis zum Rewe-Markt im Osten. Bürgermeister Horst Hartmann wies im Bauausschuss darauf hin, dass vor circa zwei Jahren in der Nähe der Grundschule Hohenpfahl ein Parkplatz angelegt wurde.

Gegenüber der Grundschule Hohenpfahl hat die Stadt Kelheim einen Parkplatz auf dem früheren Bahngelände anlegen lassen, damit Eltern, die mit dem Auto ihren Nachwuchs zur Schule bringen, dort das Fahrzeug abstellen können und nicht an der Straße halten. Foto: Bachmeier-Fausten
Gegenüber der Grundschule Hohenpfahl hat die Stadt Kelheim einen Parkplatz auf dem früheren Bahngelände anlegen lassen, damit Eltern, die mit dem Auto ihren Nachwuchs zur Schule bringen, dort das Fahrzeug abstellen können und nicht an der Straße halten. Foto: Bachmeier-Fausten

Besser nach Saal kommen

Er nannte weitere Möglichkeiten für die Grundstücke auf dem einstigen Bahngelände: Radweg, eine Gelegenheit für einen Dorfplatz in dem Bereich des bisherigen Maibaums in dem Stadtteil, die Situation beim bisherigen „schwarzen Weg“ (ein Teil der Affeckinger Straße) zu ändern und es gebe auch Anfragen von Angrenzern für den Erwerb von Flächen. Hartmann sagte, wegen der Überlegung Dorfplatz: „In Affecking gibt’s kein Zentrum, außer im Dorf.“ Man habe sich deshalb Gedanken gemacht wegen eines Treffpunktes.

An der Affeckinger Straße steht ein Maibaum im Stadtteil Affecking, auch Bänke und eine Bushaltestelle sind dort. Das Gelände liegt unweit der einstigen Bahntrasse. Eine Überlegung ist es, dort einen Dorfplatz zu gestalten. Foto: Bachmeier-Fausten
An der Affeckinger Straße steht ein Maibaum im Stadtteil Affecking, auch Bänke und eine Bushaltestelle sind dort. Das Gelände liegt unweit der einstigen Bahntrasse. Eine Überlegung ist es, dort einen Dorfplatz zu gestalten. Foto: Bachmeier-Fausten

Wegen der Überlegung eines neuen Radwegs vertrat der Bürgermeister die Ansicht: „Die Zukunft wird weggehen vom Individualverkehr.“ Eine bessere Möglichkeit, nach Saal zu kommen, „macht sicherlich Sinn“. Man habe die Möglichkeit, „den Nahverkehr ein gutes Stück weiterzubringen“.

Die Kelheimer Nachbargemeinde hat einen Bahnhof mit guten Zugverbindungen zu Großstädten und auch eine gute Busverbindung. In der Vergangenheit war insgesamt eine bessere Verbindung von der Kreisstadt Kelheim zum Bahnhof Saal und zurück immer wieder ein Thema.

Die frühere Bahnlinie verläuft parallel zur Affeckinger Straße. Diplom-Ingenieur Christoph Wutz erwähnte, Gedanken wegen einer Radlautobahn/Radlweg mit einer Breite von drei Metern angestellt zu haben. Es wäre auch eine Fläche für eine Freizeitnutzung vorhanden.

Eine Möglichkeit wäre in diesem Bereich, an dem die Kornblumenstraße in die Affeckinger Straße (Ende des sogenannten „schwarzen Weges“) einmündet, mit einem Kreisel eine neue Verkehrsregelung zu schaffen. Eine Anbindung an die Barbara-von-Eck-Straße wäre möglich. Foto: Bachmeier-Fausten
Eine Möglichkeit wäre in diesem Bereich, an dem die Kornblumenstraße in die Affeckinger Straße (Ende des sogenannten „schwarzen Weges“) einmündet, mit einem Kreisel eine neue Verkehrsregelung zu schaffen. Eine Anbindung an die Barbara-von-Eck-Straße wäre möglich. Foto: Bachmeier-Fausten

Er sprach einen Kreisverkehrsplatz an. Dieser könnte im Bereich der Einmündung der Kornblumenstraße in die Affeckinger Straße entstehen.

Es wäre auch ein Anschluss zur Barbara-von-Eck-Straße möglich. So könnte von dort aus eine weitere Einfahrt in die Regensburger Straße entstehen. Ein weiterer Kreisverkehr könnte eine Entlastung für die bisherigen Einfahrtsmöglichkeiten zur Regensburger Straße sein, sagte Stadtbaumeister Andreas Schmid.

Der sogenannte „schwarze Weg“, Teil der Affeckinger Straße im Stadtsüden, ist sehr schmal. Im Begegnungsverkehr kann dieser von zwei Personenwagen nicht befahren werden. Ein Ausbau auf eine Breite von 4,50 Metern wäre möglich.
              Foto: Bachmeier-Fausten
Der sogenannte „schwarze Weg“, Teil der Affeckinger Straße im Stadtsüden, ist sehr schmal. Im Begegnungsverkehr kann dieser von zwei Personenwagen nicht befahren werden. Ein Ausbau auf eine Breite von 4,50 Metern wäre möglich. Foto: Bachmeier-Fausten

Der Teil der Affeckinger Straße, der in der Bevölkerung als „schwarzer Weg“ bezeichnet wird, könnte auf 4,50 Meter verbreitert werden, wie Christoph Wutz sagte. Er erwähnte, dass im „schwarzen Weg“ möglicherweise Schlacken eingebracht worden seien. Nach Auskunft von Stadtbaumeister Andreas Schmid seien derzeit im Bereich der Straße Baugrunduntersuchungen. Die Stadt möchte so Erkenntnisse erlangen, welches Material sich unter der Fahrbahn befindet.

Einwand wegen Wortwahl

Wie Stadtrat Toni Sorcan sagte, frage er sich, warum eine Radlautobahn benötigt werde, da bereits ein Radweg entlang der Regensburger Straße vorhanden ist. Seiner Ansicht nach sei allerdings eine vernünftige Anbindung an den Radweg nach Saal nötig. Stadtrat Heribert Schwindl wies auf das „Problem Querung der Regensburger Straße“ hin. Stadtrat Ludwig Birkl plädierte dafür, die Strecke für Fahrräder, die auf der früheren Bahntrasse überlegt werde, statt Radlautobahn als Radweg zu bezeichnen, der von der Regensburger Straße weg ist. Auch Stadtrat Christian Rank fand die Wortwahl „Radlautobahn „ungünstig“. „Für mich ist es ein Rad- und Fußgängerweg“, auf dem sich die Nutzer sicher bewegen könnten. Der „schwarze Weg“ sollte „vorsichtig ausgebaut werden, aber nicht zweispurig.

Stadtrat Walter Siller interessierte, ob Anlieger an den Maßnahmen im Bereich „schwarzer Weg“ zur Kasse gebeten würden. Vize-Bürgermeister Theo Schabmüller sagte, dass der „,schwarze Weg’ nicht erstausgebaut ist“. Er habe keine Erkenntnisse, „was erstausgebaut ist oder nicht“, so der Bürgermeister. Er sagte, wenn eine Notwendigkeit bestünde, würde das auf breiten Schultern verteilt. Man müsse sich das Ganze ansehen. Zu dem Ideenkonzept meinte Stadtrat Claus Hackelsperger, dass es auch eine Möglichkeit biete, Kinder sicher zur Schule zu bringen.

Ein Stadtbus für Kelheim war bereits einmal Thema im ÖPNV-Ausschuss des Landkreises.

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