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Zahlenwerk

Geld für Baugebiet liegt bereit

Kirchdorfer Gemeinderäte gaben ihr grünes Licht für den Haushalt der Kommune. Der Kämmerer muss in die Rücklage greifen.
Von Wolfgang Abeltshauser

Das Baugebiet
Das Baugebiet "Am Westenfeld" füllt sich mehr und mehr. Deshalb soll jetzt ein weiteres Areal erschlossen werden.

Kirchdorf.Einstimmig votierten die Kirchdorfer Gemeinderäte für den Haushalt, den ihnen die beiden Kämmerer Patrick Scheck und Melanie Reisner auf den Tisch gelegt hatten. Er ist insgesamt rund 3,2 Millionen Euro schwer. Die größte Einzelmaßnahme ist der Kauf von Grund für ein neues Baugebiet, was 630 000 Euro ausmacht. Insgesamt sind zahlreiche Maßnahmen vorgesehen, so dass aus der Rücklage 830 000 Euro entnommen werden müssen. Vorausgesetzt alle Projekte werden auch verwirklicht.

Noch keine Kredite notwendig

Dies sprach Scheck in seiner grundsätzlichen Bewertung an. Noch sei keine Kreditaufnahme notwendig, noch gebe es nach wie vor eine Rücklage in angemessener Höhe. Allerdings seien rote Zahlen für die Zukunft nicht auszuschließen, wenn alle Projekte, die für die kommenden Jahre vorgesehen sind, umgesetzt werden.

Josef Forstner (UWG) warf hier ein, dass heuer vor allem der Grunderwerb für das Baugebiet zu Buche schlage. Dies würde aber in den kommenden Jahren auch wieder Einnahmen generieren. Denn die Kommune wolle ja die Grundstücke verkaufen und sie nicht brach liegenlassen.

Amtierender Bürgermeister Alois Prantl (UWG) zeigte sich zufrieden mit dem Zahlenwerk. Alle für die Kommune wichtigen Maßnahmen seien eingearbeitet worden. An erster Stelle stehe für ihn hier das neue Baugebiet. Auch in den kommenden Jahren nimmt dieses Projekt großen Raum ein. So sind für Erschließungsmaßnahmen bis 2021 über 700 000 Euro vorgesehen.

Prantl blicke positiv in die Zukunft. Die Gemeinde verfüge immer noch über eine Rücklage, die sinnvolles Wirtschaften ermögliche. Immerhin sei Kirchdorf seit zehn Jahren schuldenfrei.

Die Steuern sprudeln

Scheck und Reisner brachten den Politikern positive Nachrichten über die Steuereinnahmen mit. So stünden jetzt schon über 400 000 Euro an Gewerbesteuer für dieses Jahr fest. Was den vorsichtigen Haushaltsansatz fast verdoppelt hat. Vergangenes Jahr waren es unter dem Strich über 600 000 Euro. Was aber laut Scheck nicht immer zu erwarten sei. Die Beteiligung an der Einkommensteuer bleibt auf einem hohen Niveau. Rund 600 000 Euro kann Kirchdorf nach den Worten Reisners erwarten. Das ist für Forstner ein gutes Zeichen – nicht nur für die Verwaltung der Kommune. Es zeige, dass es den Bürgern Kirchdorfs gut geht. Prantl stellte fest, dass die Einnahmen über die diese Steuer in den vergangenen Jahren stetig angestiegen sind. Die Hebesätze der Gemeindesteuern in Kirchdorf bleiben unberührt.

Für die Sanierung der Ortsdurchfahrt von Jauchshofen und die Anbindung an die Staatsstraße sind knapp 300 000 Euro vorgesehen. Verbessert werden soll der Hochwasserschutz in diesem Bereich. 150 000 Euro haben Scheck und Reisner dafür eingestellt. Auch der Breitbandausbau kostet in diesem Jahr noch einmal Geld. 100 000 Euro stehen im Haushalt. Diskutiert wurden die einzelnen Haushaltsstellen nicht mehr.

Das Gremium sah sich gezwungen, im südöstlichen Bereich des Baugebiets „Am Westenfeld“ für sieben Parzellen den Bebauungsplan zu ändern. Die topographische Situation dort würde es den Bauherren schlichtweg schwermachen, sich an die bisherigen Festsetzungen im Regelwerk zu halten. Mehrere Räte räumten ein, das bei der Aufstellung des Bebauungsplans nicht genug berücksichtigt zu haben. Bei kommenden Projekten dieser Art wolle man aufmerksamer sein.

Untergeschoss erlaubt

So dürfen jetzt statt zweier klassisch ausgebauter Vollgeschosse bei Häusern ein Unter-, ein Erd- und ein ausgebautes Dachgeschoss errichtet werden. Dazu ist es den Bauherren erlaubt, Geländeauffüllungen bis bis zu zwei Metern durchzuführen.

Eine Straßenlampe am Schulweg steht auf privatem Grund. Da nun der Eigentümer eine Gartenmauer bauen will, steht sie im Weg. Deshalb soll die Kommune diese auf eigene Kosten versetzen. Das stand im Antrag des Bürgers. Die Kommune komme dem selbstverständlich nach. So lautete der Tenor im Gremium.

Weitere Artikel über Kirchdorf finden Sie hier.

Weitere Zahlen aus dem Haushalt

  • Schlüsselzuweisung:

    Aus diesem Topf fließen 242 000 Euro in die Gemeindekasse.

  • Kreisumlage:

    Kirchdorf muss rund 470 000 Euro an den Landkreis berappen.

  • Steuern:

    Die Hebesätze liegen für die Grundsteuern bei jeweils 360 Prozent, für die Gewerbesteuer liegt diese Zahl in der Kommune bei 380 Prozent. (wo)

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