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Energie

Solarpark in Kirchdorf kommt

Gemeinderat gibt grünes Licht für einen weiteren Solarpark an der A 93. Bürgerbeteiligung und eine Bienenweide sind möglich.
von Roswitha Priller

Der Gemeinderat stellte die Weichen für einen weiteren Solarpark an der A93. Foto: Fälchle
Der Gemeinderat stellte die Weichen für einen weiteren Solarpark an der A93. Foto: Fälchle

Kirchdorf.Die Weichen für einen weiteren Solarpark auf dem Kirchdorfer Gemeindegebiet wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit übereinstimmender Einigkeit gestellt. Auf einer Gesamtfläche von 1,4 Hektar soll auf einem Grundstück neben der Autobahn A 93 der „Solarpark Kirchdorf“ errichtet werden. Hierzu mussten der Flächennutzungsplan sowie der Bebauungsplan geändert werden. Der Änderungs- und Billigungsbeschluss wurden entsprechend einstimmig gefasst. Der Bebauungsplan wurde nutzungsbezogen zu einem Sondergebiet Photovoltaik geändert. Die Fläche wird momentan als Ackerland bewirtschaftet.

Geschäftsführer stellt Projekt vor

Betreiben möchte den „Solarpark Kirchdorf“ die Firma Anumar aus Ingolstadt. Anumar kommt für die Kosten der Planänderungen sowie die Erschließungskosten auf. Geschäftsführer Andreas Klier stellte im Rahmen der Sitzung das Projekt vor. Wie Klier ausführte, betreibt „Anumar“ bereits verschiedene Solarkraftwerke. Ein Pachtvertrag über 30 Jahre konnte bereits mit dem Grundstückseigentümer geschlossen werden.

Der Solarpark soll von einer eigens zu gründenden Betreibergesellschaft geführt werden. „Der Firmensitz wird in Kirchdorf sein, damit die Gemeinde die Gewerbesteuer bekommt.“, erklärte Klier. Eine Bürgerbeteiligung könnte bei Interesse ebenfalls über eine lokale Energiegenossenschaft angeboten werden.

Enge gesetzliche Richtlinien

Die Richtlinien für Photovoltaikflächen neben Verkehrsstraßen sind vom Gesetzgebeber eng gefasst, wie Landschaftsarchitekt Manfred Neidl aus Sulzbach-Rosenberg ausführte. Ein Solarpark darf nur innerhalb eines Maximalabstandes von 110 Metern von der Fahrbahnkante geplant werden. Weiterhin dürfen nur kleine Gebäude mit Flachdächern auf dem Areal gebaut werden. Die Gebäude sind für die erforderlichen Trafos und Wechselrichter notwendig. Auch die Modulhöhe ist festgelegt und darf drei Meter nicht übersteigen. Die Leistung ist auf höchstens 750 kW begrenzt. Die reine Modulfläche wird 1,1 Hektar betragen.

Aus den Ortsteilen

  • Untermantelkirchen:

    Auf Antrag der Bewohner wird an der Flurbereinigungsstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt. Das Gremium einigte sich auf Tempo 30. Außerdem wird ein Schild „spielende Kinder“ aufgestellt.

  • Obermantelkirchen:

    Unter Einbeziehung des Wasserwirtschaftsamtes und der Anwohner wird geprüft, ob der Kanaldurchlass erweitert wird.

Im geplanten Solarpark sollen die Module ohne Fundamente errichtet werden. Das erleichtert später den eventuellen Rückbau. Für den Fall eines Rückbaus wird „Anumar“ eine Bürgschaft hinterlegen.

Die vorgeschriebenen Ausgleichsflächen befinden sich ebenfalls auf dem gepachteten Grundstück. Die Photovoltaikfläche wird von Hecken aus heimischen Gehölzen umrahmt werden. Die Umzäunung wird mit einem Niederwild-Zaun ausgeführt. „Nach ein bis zwei Jahren hat man unter den Modulen wieder eine viel größere Artenvielfalt bei Flora und Fauna.“, erklärte Neidl.

Unter den Modulen könnte eine Bienenweide entstehen. „Wir haben in einem anderen Solarpark bereits sehr gute Erfahrungen damit gemacht.“, berichtete Klier. Spezielles bienenfreundliches sowie heimisches Saatgut sei ausgebracht worden und hätte zu einer guten Honigernte geführt. Das Kirchdorfer Grundstück sei wegen ideal für einen Imker.

Pläne liegen beim Landratsamt

Die Pläne werden jetzt zur Genehmigung beim Landratsamt eingereicht. Der Stromversorger muss ebenfalls noch eine Einspeisemöglichkeit anbieten, die nicht zu weit vom geplanten Solarpark entfernt ist.

Neidl hatte noch weitere Neuigkeiten im Gepäck. Die Regierung habe ein Förderprogramm zur Sanierung von in die Jahre gekommenen Sportstätten aufgelegt. Die Sanierung und Erweiterung des Sportheims steht in der Gemeinde als nächstes auf dem Programm. Je nach Finanzstatus der Kommune gäbe es Förderungen bis zu 90 Prozent, informierte der Planer.

Freuen dürfen sich die Kinder in Kirchdorf. Ab der zweiten Novemberwoche wird mit der Neuanlage begonnen. Das ist die letzte Maßnahme im Rahmen der Dorferneuerung. Der Rückbau der alten Spielgeräte fand vergangenes Wochenende mit Beteiligung der Kirchdorfer Bürger unter Federführung der UWG statt. Lediglich das kleine Karussell blieb an Ort und Stelle, alles andere wird erneuert.

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