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Auftrag

Kreis bleibt auf Ausschreibung sitzen

Drei Brücken bei Poikam, bei Essing und Thaldorf sollten umgebaut werden, doch daraus wird nichts. Es gab null Angebote.
Von Beate Weigert

Der Kreis-Bauausschuss beschloss am Dienstagnachmittag, die Arbeiten auf 2020 zu vertagen. Eine Ausschreibung im Dezember soll mehr Erfolg haben, das zumindest hofft Tiefbauamtsleiter Andreas Fischer. Foto: Weigert
Der Kreis-Bauausschuss beschloss am Dienstagnachmittag, die Arbeiten auf 2020 zu vertagen. Eine Ausschreibung im Dezember soll mehr Erfolg haben, das zumindest hofft Tiefbauamtsleiter Andreas Fischer. Foto: Weigert

Kelheim.Nicht nur private Häuslebauer oder Haushalte mit defekter Heizung haben ob der guten Konjunktur im Handwerk ein Problem und warten immer länger. Nun trifft es auch kommunale Bauherren. Der Landkreis Kelheim respektive die Mitarbeiter des Landratsamts machten eine neue Erfahrung. Sie bekamen erstmals auf eine Ausschreibung überhaupt kein Angebot.

Eigentlich hatte die Kreisbehörde einen „schönen Auftrag“ zu vergeben, schilderte Kreis-Tiefbauamtsleiter Andreas Fischer in der Kreisbauausschuss-Sitzung am Dienstagnachmittag. Rund 500 000 Euro sollten in den Umbau dreier Übergangskonstruktionen von Brücken an eine Fachfirma vergeben werden. In die Essinger Kanalbrücke an der sogenannten Panzerstraße, die Brücke über den Poikamer Schleusenkanal und die Brücke an der Bahnstrecke Regensburg-Ingolstadt bei Thaldorf. Doch daraus wird erst einmal nichts. Weil keine Firma ein Angebot abgeben hat.

Andreas Fischer macht die gute Auslastung, insbesondere auch am Ausbau von Autobahnen dafür verantwortlich. Bereits im vergangenen Jahr habe sich abgezeichnet, dass die Kreisbehörde auf ihre Ausschreibungen weniger Angebote erhielt, als bislang. Zahlreiche Firmen waren bereits da für das ganze Jahr voll mit Aufträgen.

Interesse schrumpft

  • Rückgang:

    Seit zwei Jahren verzeichnet das Kelheimer Landratsamt generell einen Rückgang an Angebotseingängen bei Ausschreibungen, so Andreas Fischer auf Nachfrage der Mittelbayerischen.

  • Straßenbau:

    Die übrigen Straßenbauprojekte des Landkreises, die für 2019 in der Region geplant waren, hatten laut dem Tiefbau-Experten regulär vergeben werden können.

Der Landkreis Kelheim stehe mit dieser Erfahrung nicht alleine da. „Alle Landkreisen im Bezirk Niederbayern ergeht es da ähnlich.“ Im Hochbau-Bereich spüre man die gute Auslastung der Firmen schon länger.

Für die Nutzer der drei Brücken sei das Befahren durch die aufgeschobenen Umbauten nicht gefährlich, betont Fischer. Jedoch hätten die drei Bauwerke an die 40 bis 45 Jahre auf dem Buckel, sie seien undicht und ihre Übergangskonstruktionen verrostet.

Das Ganze sofort neu auszuschreiben, bringe nichts, so Fischer auf die Frage eines Kreisrats. Stattdessen will der Bauexperte darauf setzen, dass man ein wenig Zeit ins Land gehen lasse und zum Jahresende einen neuen Anlauf mit der Ausschreibung starte. Dann seien laufende Aufträge abgearbeitet und für 2020 noch Lücken frei, so Fischers Strategie.

Null Angeboten aktuell kann der Kreis-Tiefbauamtsleiter indessen sogar noch etwas Positives abgewinnen. Hätte es nur eines gegeben, hätte dieses womöglich eine extreme Kostensteigerung beinhaltet.

Wie etwa auch bei der Kelheimer Maximiliansbrücke wolle man auch bei den drei genannten Brücken künftig nicht mehr auf Stahl setzen, sondern auf eine Übergangskonstruktion aus Polyflex. Auch Übergänge mit Fugen baute man heutzutage nicht mehr. Per einstimmigem Beschluss vertagten die Kreis-Bauausschuss-Mitglieder die Arbeiten auf 2020.

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