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Oldtimer

Damit konnte man die Mädels beeindrucken

„Kleines Auto - große Liebe!“ So kann man das 23. Jahrestreffen der „Fiat 600 Freunde Deutschland“in Langquaid bezeichnen.
Von Edith Vetter

  • Bei den Benzingesprächen wurde natürlich ausgiebig gefachsimpelt und der Feststellung: „Da kann man selber noch rumschrauben!“ Foto: Vetter
  • Die Fiat-600-Freunde vor einem in Deutschland hergestellten „Jagst“-Modell. Foto: Vetter

Langquaid. Aus allen Winkeln Deutschlands und der Schweiz waren die Teilnehmer mit ihren Fahrzeugen teilweise auf Achse angereist. Es war ein Familientreffen - daran bestand kein Zweifel – zu dem die Gastgeber Claudia und Bernd Schmargendorf rund 80 Fiat-Freunde mit ihren kleinen und wendigen „Seicentos“ begrüßen konnten. Jeder kannte jeden und die Begrüßung untereinander war dementsprechend herzlich. „Das Fiat-600-Jahrestreffen ist für uns wie ein Familienausflug“, erzählte Clubvorstand Manfred Klingelhöfer, der mit seiner Frau angereist kam und die perfekte Organisation des diesjährigen Treffens lobte.

Das Durchschnittsalter der Fiat-Fans war schon etwas gehoben. Dass liege wohl daran, dass diese mit dem Fiat 600 großgeworden seien. „Ich hatte als junger Mann einen Fiat-600 einem VW-Käfer vorgezogen, weil er spritziger und wendiger war, auch wenn er etwas teurer war als der Käfer. Man wollte ja schließlich mit einem flotten Untersatz bei den Mädels punkten“, schmunzelte Klingelhöfer verschmitzt. Jedes einzelne der Fahrzeuge ist mit vielen privaten Erinnerungen verbunden, die bei dem Treffen aufgefrischt wurden und zur nostalgischen Atmosphäre beitrugen. Im Gegensatz zum Pkw von heute haben Oldies wie der Fiat 600 einen großen Vorteil, der bei dem Treffen in vielen Unterhaltungen zu hören war: „Da kann man wenigsten noch selber dran rumschrauben“. Zudem würde man zu 99 Prozent noch alle Ersatzteile bekommen, erklärte der Clubvorsitzende, der von Beruf Kaufmann ist.

Großes „Hallo und Grüezi“ waren angesagt, als die drei „Seicentos“ der Schweizer Clubmitglieder eintrafen. Mittlerweile hatte sich eine stattliche Fiat-Flotte von 30 Autos angesammelt. Wie üblich waren darunter auch einige äußerst seltene automobile Schätze zu bewundern.

Eine kleine Rarität unter den Automobilen war der „Seat formichetta“ von Hermann Herfurtner.
Eine kleine Rarität unter den Automobilen war der „Seat formichetta“ von Hermann Herfurtner. Foto: Vetter

So kam Hermann Herfurtner aus Neuss mit einem „Seat formichetta“ (Unterbau Fiat 600), von dem es weltweit nur noch 50 Stück gibt. Insgesamt seien in Spanien von „SIATA Espanol“ (1967) nur 600 Stück vom Band gelaufen, so Herfurtner. Vor einem Jahr habe er in der Nähe von Barcelona den gut restaurierten Kombi geholt. Die spanische „Chocolates y Dulces“ Werbeaufschrift kramte er aus seiner Nostalgiekiste. Mit dem Kombi habe er jetzt insgesamt sechs Kleinwagen der Fiat 600 Modelle.

Nach einem gemütlichen Grillabend erklärte Bernd Schmargendorf die Seicento-Ausflüge der nächsten zwei Tage. Die Ausflüge finden im Konvoi nach dem „Schweizer-Modell“ statt. Das heißt, es gibt einen Frontmann und jemand, der das Schlusslicht macht. Jeder zweite Fiat im Konvoi sperrt bei Bedarf die Straße und fügt sich dann in die vorhandene Lücke vorm Schlussmann wieder ein. So bereisten die Fiat-Freunde entspannt das schöne und kurvenreiche Altmühltal mit verschiedenen Abstechern zur Burg Prunn, Befreiungshalle, Kloster Weltenburg, dem Hundertwasser-Turm in Abensberg und der Walhalla in Regensburg. Nicht nur landschaftlich, sondern auch kulinarisch hatte die Spazierfahrt den Teilnehmer einiges zu bieten.

100 Mitglieder, 200 Autos

  • Der Club:

    Fiat-600-Club, gegründet im Mai 1993

  • Clubvorstand:

    Manfred Klingelhöfer

  • Mitglieder:

    100 mit rund 200 Fahrzeugen

  • Jahrestreffen:

    Jeweils eine Woche nach Pfingsten bei einem anderen Clubmitglied

  • Das Auto:

    Ein Auto mit vielen Herstellern: März 1955 Geburtsstunde des Fiat 600 in Italien; 1956 in Deutschland gebaut von NSU mit dem Namen Jagst; 1957 bis 1974 bei Seat in Spanien als Seat 600; 1955 bis 1986 in Jugoslawien als Zastava 600 gebaut

  • Infos:

    www.fiat600freunde.de (eav)

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