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Statement

Kritik mit Herz und Verstand

Das „Faschingskomitee Langquaidia“ nimmt auch heuer beim Faschingsumzug wieder lokales Geschehen aufs Korn.
Von Petra Croitoru

2017 wurde auch die in Langquaid geplante Waschanlage von der Faschingsgruppe witzig und vor allem sexy kommentiert. Foto: Markus Resch
2017 wurde auch die in Langquaid geplante Waschanlage von der Faschingsgruppe witzig und vor allem sexy kommentiert. Foto: Markus Resch

Langquaid.Am Samstagnachmittag geht es im Innenhof von Markus Resch wieder hoch her, denn die 11 Narren und Närrinnen des legendären „Faschingskomitee Langquaidia“ sägen, hämmern, schrauben und kleben eifrig an ihrem Faschingswagerl, mit dem sie am Faschingsumzug in Langquaid teilnehmen. Sie zimmern einen Aufbau für ihr Handwagerl, den sie dann mit vielen gestreiften Lampions und unzähligen bunten Pappblumen schmücken. Und obwohl schon seit Wochen im Ort darüber spekuliert wird, welche lokale Thematik die Gruppe heuer wieder aufs Korn nimmt, so bleibt das Motto doch bis zum Umzug morgen streng geheim.

Bereits seit 15 Jahren ist die närrische Gruppe beim Faschingszug vertreten und dafür bekannt, immer ein ganz besonderer Blickfang zu sein. Und erst wenn sich die Gruppe nach einem zünftigen Weißwurstessen im Hause Resch zum Abmarsch Richtung Bahnhofsplatz bereitmacht, weiß man, was es mit den gestreiften Lampions, den bunten Pappblumen und den flotten Kostümen der Gruppe auf sich hat.

Seit 15 Jahren aktiv dabei

„Begonnen hat das alles vor 15 Jahren“, erinnert sich Markus Resch. „Damals sind Klaus Leuschner und ich als Kaiser Franz und Sissi am Skihaserlball gewesen und haben bei der Maskenprämierung den ersten Platz gewonnen. Das war dann für uns Anlass genug, um ganz spontan beim Faschingsumzug in unseren prämierten Kostümen mitzugehen.“

In den folgenden Jahren hat dann die beiden immer wieder das Faschingsfieber gepackt und sie haben sich in den unterschiedlichsten Kostümen in den Gaudiwurm eingereiht.

Vor zehn Jahren ist dann bei einem Treffen der Gruppe die Idee entstanden, nur mehr lokale Geschehnisse in und um Langquaid aufzugreifen und witzig zu kommentieren. „Aber wir sind nie politisch böse, hauen auch nie eine Einzelperson in die Pfanne und nehmen unseren Bürgermeister immer nur ganz brav auf die Schippe“, sagt Resch nachdrücklich.

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So waren sie zum Beispiel 2011 als Bauhof-Team unterwegs und warben mit einem kostenlosen Schneeräumdienst von Mai bis September für einen schneefreien Markt Langquaid. Einige Jahre später machten sie Langquaid zum Kurort „Bad Langquaid“ und gönnten Bürgermeister Herbert Blascheck ein Moorbad auf der Bühne am Marktplatz. Als 2016 auf dem ehemaligen „Posthalterareal“ am Marktplatz Stillstand für weitere bauliche Planungen herrschte, präsentierte die Gruppe kurzerhand ihren Plan B für das alte „Hotel zur Post“. Sie machten, verkleidet als Damen des horizontalen Gewerbes, aus dem Hotel einfach das „Bordell zur Post“. Mit dem Slogan „Wenn´s mal wieder länger dauert“ hatten sie, wie übrigens bei jedem ihrer Faschingsprojekte, die Lacher der Zuschauer auf ihrer Seite. Auch Bürgermeister Blascheck freut sich immer wieder über die kreativen, spritzigen und lustigen Ideen der Langquaider Faschingsgruppe und ist für jeden Spaß zu haben.

Faschingshochzeit als Highlight

Bei der Antwort auf die Frage nach dem bisher größten Projekt sind sich Markus Resch und Hannes Gottswinter einig. „Das war die Langquaider Faschingshochzeit im Jahr 2010. Dazu wuchs unsere Gruppe auf über 50 Personen an. Verkleidet als zünftige Hochzeitsgesellschaft feierten wir nach dem Umzug auf der Bühne am Marktplatz eine richtige Hochzeitszeremonie mit Hochzeitslader“, erzählt Gottswinter.

Die Faschingsgruppe

  • Entwicklung:

    Begonnen hat alles vor 15 Jahren. Das„Faschingskomitee Langquaidia“ hat sich in der Zwischenzeit immer wieder erweitert und neu formiert.

  • Zentrum:

    Die Faschingsgruppe besteht heute aus dem „harten Kern“ mit Markus Resch, Klaus Leuschner, Hannes Gottswinter und Manuel Beck sowie aus sieben weiteren Faschingsnarren und -närrinen. (xpc)

Vor allem die Interaktion mit den Zuschauern am Straßenrand treibt die Gruppe jedes Jahr wieder von Neuem an, sich auf die Suche nach einem lokalen Thema zu machen, das sie aufs Korn nehmen können. „Da wir uns erst eine Woche vor dem Umzug zu einem Brainstorming treffen, können wir immer mit einem brandaktuellen Motto aufwarten“, sagt Resch.

Aber was sie sich für diesen Faschingszug am Sonntag ausgesucht haben, das bleibt natürlich auch heute noch streng geheim. Nur so viel sei ausnahmsweise verraten: Die Faschingsgruppe hat ein Herz für alles, was in den Laberauen so summt und brummt.

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