MyMz
Anzeige

Bruch

Karsten Wettberg tritt in Mainburg ab

Nach Differenzen über sportliche Ziele trennen sich Coach und Verein. Wettberg, einst 1860-Trainer, hat schon neue Pläne.
Von Martin Rutrecht

Karsten Wettberg überwarf sich mit dem FC Mainburg.
Karsten Wettberg überwarf sich mit dem FC Mainburg. Archivfoto: mar

Mainburg.Eine Saison bei seinem Heimatverein FC Mainburg wollte der bekannte Trainer Karsten Wettberg noch anhängen, um sich dann neuen Zielen zuzuwenden. Die Fortsetzung der Arbeit beim Klub der Kreisklasse Laaber ist nun Makulatur. Die Wege von Verein und Coach trennen sich. Differenzen um die sportliche Ausrichtung waren ausschlaggebend. Auch der Sportliche Leiter Michael Reitmeier ist abgetreten – und mehrere Spieler sind ebenfalls weg.

„Ohne ein, zwei Neuzugänge ist der Aufstieg nicht zu machen.“

Karsten Wettberg

Für Wettberg und Reitmeier kam der Bruch ziemlich aus heiterem Himmel. „Wir wollten die neue Saison klar mit dem Ziel angehen, um den Aufstieg mitzuspielen. Dafür hatte Karsten schon ein, zwei Spieler an Land gezogen“, erklärt der Sportliche Leiter. „Doch die Vorstandschaft signalisierte uns deutlich: Wir wollen nur mit eigenen und jungen Spielern weitermachen.“ Dafür, so Reitmeier, „will ich nicht mehr die sportliche Verantwortung tragen, deshalb bin ich zurückgetreten.“ Die neuen Kräfte, so betont er, hätten kein Geld gekostet. „Der FC Mainburg wird nie etwas bezahlen.“

Potenzieller Zugang nun in Abbach

Der 74-jährige Wettberg ist von der Entwicklung enttäuscht. „Ich hatte den früheren Landesliga-Spieler Pascal Haltmayer an der Hand, dessen Mutter in Mainburg eine Wirtschaft betreibt.“ Der Coach verhalf dem 26-jährigen Kicker zu einer Arbeitsstelle. „Es war alles geregelt, wir hatten seine Zusage.“ Außerdem hatte der Elsendorfer einen tschechischen Spieler im Auge, wo sich ebenfalls ein Engagement anbahnte. „Und dann eröffnet mir der Verein, dass man diese Linie nicht mehr tragen will. Da war für mich die Zusage für ein weiteres Jahr hinfällig.“

„Das ist nicht unter einen Hut zu bringen.“

Dieter Finke

Die FC-Führung um den 1. Vorsitzenden Dieter Finke sagt zur Trennung: „Die Vorstellungen des FC Mainburg, zukünftige Erfolge primär mit eigenen Spielern und der eigenen Jugend zu erreichen, waren nicht unter einen Hut zu bringen.“ Man sei „gemeinsam zur Entscheidung gekommen, die Zusammenarbeit zu beenden“. Der Schritt wäre die „logische Konsequenz“ gewesen.

Für Wettberg sind die beiden Richtungen nicht zwingend ein Widerspruch: „Ich habe in der vergangenen Saison Nachwuchskräfte eingebaut.“ Ihm sei sogar verwehrt worden, weitere U19-Spieler aus der Jugend in die Erste zu ziehen. „Um eine Chance auf den Aufstieg zu haben, braucht man aber noch den einen oder anderen externen Spieler.“

Im Vorjahr präsentierte Vorsitzender Dieter Finke noch erfreut den prominenten Coach. Foto: Archiv
Im Vorjahr präsentierte Vorsitzender Dieter Finke noch erfreut den prominenten Coach. Foto: Archiv

Als neuer Mainburger Coach tritt nun Roy Deharde an. Er wäre für die kommende Spielzeit eigentlich als Co-Trainer Wettbergs vorgesehen gewesen und sollte dann das Amt übernehmen. Bisher betreute Deharde die U19-Junioren des FC. Als weiterer Betreuer fungiert Bernd Wagner, der sich auch um die Reserve kümmert.

Geht Torjäger nach Walkertshofen?

Die Trennung von Traineridol Wettberg hat im Spielerkader eine Erosion nach sich gezogen. „Einige Kicker, die unter Wettberg weitergemacht hätten, haben sich neue Vereine gesucht“, erklärt Michael Reitmeier. So landet der verhinderte Neuzugang Haltmayer beim Landesligisten TSV Bad Abbach. Keeper Manuel Wühr kehrt zum Südost-Landesligisten SE Freising zurück. Mergim Berisha läuft in der neuen Saison für den ETSV 09 Landshut auf.

Ein ganzes Trio geht zum Liga-Rivalen FC Walkertshofen: Ibrahim Emet, Lukas Schranner und Thomas Welzhofer. Ob auch ihr Abschied an der Personalie Wettberg hängt, lässt sich nicht genau durchblicken. In jedem Fall soll Walkertshofen auch an Torjäger Yavuz Caglar interessiert sein, der sich bereits während der Saison aus Mainburg verabschiedete; sein Verhältnis zum Trainerurgestein war nicht das beste. Als Spielertrainer heuert Dennis Bauer beim SV Puttenhausen in der A-Klasse an.

Er wollte Journalist werden

  • Heimatverein:

    Mit großer Freude gab der FC Mainburg im Vorjahr die Verpflichtung von Karsten Wettberg bekannt. Der 74-Jährige stammt aus der Hopfenstadt, sein Vater war dort evangelischer Pastor.

  • Erinnerung:

    „Eigentlich wollte ich Journalist werden“, erzählt Wettberg. Ausersehen war er aber für eine kirchliche Schule. Letztlich wurde er Postbeamter. „Die Post kam zuerst, 14 Tage später hatte ich eine Zusage der Bahn.“ (mar)

„Bei diesen ganzen Abgängen wird es für Mainburg heuer sehr schwer in der Kreisklasse“, sagt der scheidende Sportliche Leiter Reitmeier, „der 25 Jahre lang“ am FC-Geschick mitarbeitete. „Mir tut das Ganze weh. Anfangs war ich stocksauer, weil wir uns vom geplanten Weg abgekehrt haben.“ Am Donnerstagabend nahm er aber an einer Besprechung über die künftigen Zuständigkeiten teil. „Den Rücktritt vom Rücktritt gab’s aber nicht.“

„Ich will einen höherklassigen Klub“

Karsten Wettberg indes blickt neuen Angeboten entgegen. „Erste Anfragen und Kontakte gab es bereits. Ich will wieder einen Trainerjob bei einem höherklassigen Verein“, bekundet er, es müsse aber auch von der Fahrtstrecke her passen. Tatkräftig fühlt sich der 74-Jährige wie eh und je. Auch seine Gattin sieht das so: „Sie hat schon gemeint, ich bräuchte bald wieder ein Traineramt.“

Weitere Kelheimer Sportnachrichten finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht