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Wolf erwärmt sich für das Ausland

Der Mainburger Heizungs- und Klimagerätehersteller will die Internationalisierung vorantreiben. Es entstehen neue Jobs.
Von Christine Hochreiter, MZ

Am Standort Mainburg im Landkreis Kelheim beschäftigt der Heizungs- und Klimagerätehersteller rund 1200 Mitarbeiter.
Am Standort Mainburg im Landkreis Kelheim beschäftigt der Heizungs- und Klimagerätehersteller rund 1200 Mitarbeiter. Foto: Wolf

Mainburg.Ein neuer Chef und eine neue Ausrichtung: Ab Juli übernimmt Dr. Thomas Kneip, Vorstand des Mutterkonzerns Centrotec, auch den Vorsitz der Geschäftsführung beim Heizungs- und Klimagerätehersteller Wolf in Mainburg (Kreis Kelheim). Das niederbayerische Unternehmen will in Zukunft verstärkt im Ausland wachsen und Kneip soll laut Mitteilung von Wolf die Internationalisierung vorantreiben. Der gebürtige Regensburger ist seit 2014 Vorstandsmitglied der Centrotec-Gruppe. „Mein Büro hatte ich schon in Mainburg“, erzählt er am Donnerstag im Gespräch mit unserem Medienhaus.

Die Wolf GmbH in Mainburg

  • Firma:

    Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter der Centrotec Sustainable AG in Brilon. Die Wolf GmbH steht für etwa Zweidrittel des Umsatzes von Centrotec. Im vergangenen Jahr setzten die Mainburger rund 342 Millionen Euro um. Am Standort Mainburg im Landkreis Kelheim sind allein 1200 Mitarbeiter beschäftigt. 650 weitere Beschäftigte sind deutschlandweit im Vertriebs- und Servicenetz und weltweit tätig.

  • Organisation:

    In Deutschland gibt es 16 Verkaufsbüros und zusätzlich die Vertriebsorganisation Power Systems; darüber hinaus zwei Tochtergesellschaften. Im Ausland hat Wolf sieben Tochtergesellschaften in Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Polen, Russland und Kroatien. (ti)

Die Wolf GmbH gehört eigenen Angaben zufolge zu den führenden Systemanbietern für Heiz-, Lüftungs-, Klima- und Solartechnik und gemeinsam mit ihrer Muttergesellschaft, der börsennotierten Centrotec Sustainable AG, zu den führenden Komplettanbietern für Energiesparlösungen im Bereich der Gebäudetechnik. 1963 war das Unternehmen mit 80 Mitarbeitern und der Produktion von Teilen für Hopfentrocknungsanlagen und Warmlufterzeugern an den Start gegangen. Inzwischen umfasst die Produktpalette Heizkesselsysteme, Gas- und Öl-Brennwert-/Heizwertsysteme, Wärmepumpen und Warmwasserspeicher, Solarsysteme, Speicher, Klimasysteme, Lüftungssysteme, Regelungssysteme und Blockheizkraftwerke. Bei Kasten-Klimageräten für Gewerbe und Industrie ist Wolf laut Mitteilung Marktführer in Europa. Wichtigster Entwicklungs- und Produktionsstandort ist Mainburg. Dort sind rund 1200 Beschäftigte tätig.

Der Heimatmarkt stagniert

Dr. Thomas Kneip übernimmt ab Juli den Vorsitz der Geschäftsführung. Foto: Wolf
Dr. Thomas Kneip übernimmt ab Juli den Vorsitz der Geschäftsführung. Foto: Wolf

Schon heute klimatisieren Wolf-Geräte beispielsweise den Kreml in Moskau, das Wuhan Institute of Virology in China oder ein Dieselkraftwerk auf Martinique. Dieses internationale Engagement soll künftig noch weiter ausgebaut werden. Laut Kneip hat das Unternehmen in den vergangenen fünf bis zehn Jahren seinen Marktanteil in Deutschland und Österreich ausweiten können. Bernhard Steppe zufolge – er ist bei Wolf zuständig für Marketing und Vertrieb – ist dies umso erfreulicher, weil der Markt seit dem Wegfall der Eigenheimzulage 2007 tendenziell stagniert. Das Wachstum sei nicht zuletzt auch dank zahlreicher Produktinnovationen gelungen. Sehr hilfreich sei auch gewesen, dass Wolf-Produkte zweimal Testsieger bei der Stiftung Warentest geworden seien.

Dennoch seien die Möglichkeiten weiter zu wachsen auf dem Heimatmarkt endlich, sagt Kneip. Daher wolle man sich künftig mehr ins Ausland bewegen. Im Prinzip seien alle Märkte in Europa interessant, sagt der designierte Vorsitzende der Geschäftsführung. In Ländern wie beispielsweise Polen, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Italien, Polen oder Kroatien betreibe man bereits Vertriebsniederlassungen. Interessant seien aber auch China oder der Mittlere Osten

China ist ein interessanter Markt

.Doch zunächst gehe es erst einmal darum, die eigene Organisation breiter aufzustellen, „damit wir die Auslandsmärkte genauso effizient bedienen können, wie unseren Heimatmarkt“, sagt Kneip. Man werde sicherlich den Fokus unterschiedlich ausrichten und sich zunächst auf bestimmte Märkte konzentrieren. In jedem Fall werde man bei Wolf eher Personal auf- als abbauen. Neue Mitarbeiter würden auch zur Unterstützung des Außendiensts gesucht, zumal die Produkte immer komplexer und daher auch erklärungsbedürftiger würden.

Generell sei das Label „Made in Germany“ im Ausland nach wie vor hochangesehen, so der Wolf-Manager. Russland sei derzeit freilich ein schwieriges Thema, aber China stelle durchaus auch für das Mainburger Unternehmen eine hochinteressante Region dar. Kneip: „Dort gibt es im Premium-Bereich eine Nische, die ist so groß wie der gesamte deutsche Markt.“ Das Klima für ein Auslandsengagement der Niederbayern scheint also prima.

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