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Rückschlag

Donau-Limes wird vorerst kein Kulturerbe

Mit dem Welterbe-Titel für den „nassen“ Limes ab Bad Gögging wird es erst mal nichts. Grund ist eine Sponti-Aktion in Ungarn.
Von Martina Hutzler

In Eining endet der „obergermanisch-raetische Limes“, der bereits einen Welterbe-Titel hat. Der anschließende „nasse Limes“, die Donau, bekommt den Unesco-Status zumindest heuer nicht. Foto: Dr. Satzll
In Eining endet der „obergermanisch-raetische Limes“, der bereits einen Welterbe-Titel hat. Der anschließende „nasse Limes“, die Donau, bekommt den Unesco-Status zumindest heuer nicht. Foto: Dr. Satzll

Kelheim.Der Traum vom „Welterbe-Titel“ für Neustadt und Kelheim ist erst einmal geplatzt: Der Donau-Limes von Bad Gögging bis nach Ungarn wird heuer nicht in die Liste der Unesco aufgenommen, meldet das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD).

Das zuständige Welterbe-Komitee der Vereinten Nationen hat am gestrigen Sonntag in Baku den gemeinsamen Antrag von Deutschland, Ungarn, Österreich und der Slowakei zurückgestellt und die beteiligten Länder zum „Nachsitzen“ verdonnert. Der Antrag hatte auch im Kreis Kelheim Hoffnungen geweckt:

Römerzeit

Zweiter „Welterbe“-Titel ist in Sicht

Die Unesco entscheidet nun, ob der Donau-Limes zum Kulturerbe zählt. Drei Stätten im Kreis Kelheim könnten davon profitieren.

Anlass für die Zurückstellung war laut BLfD eine Entscheidung ausgerechnet aus Ungarn – dem Land, das den Antrag federführend für alle Beteiligten eingereicht hatte. Die Ungarn haben kurzfristig einen Teil des antiken „Aquincum“ in Budapest aus der Welterbe-Nominierung herausgenommen. Eine solche kurzfristige Änderung ist aber formal unzulässig. Der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) hat daher seine positive Bewertung des Antrags revidiert. Daraufhin entschied das Welterbekomitee, den Antrag vorerst zurückzustellen.

In Eining endet der „obergermanisch-raetische Limes“, der bereits einen Welterbe-Titel hat. Der anschließende „nasse Limes“, die Donau, bekommt den Unesco-Status zumindest heuer nicht. Foto: Dr. Satzll
In Eining endet der „obergermanisch-raetische Limes“, der bereits einen Welterbe-Titel hat. Der anschließende „nasse Limes“, die Donau, bekommt den Unesco-Status zumindest heuer nicht. Foto: Dr. Satzll

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler bezeichnete die Entscheidung als „ausgesprochen schade“, zumal der 3000 Seiten starke Antrag lange vorbereitet worden sei. Nun müsse Bayern „mit unseren Partnern in Ungarn, Österreich und der Slowakei sowie den Gutachtern von ICOMOS analysieren, was die Entscheidung Ungarns bedeutet und wie wir darauf konstruktiv reagieren können.“

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