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Kulturtage

Neustadt feiert die Liebe zum Bier

„Temporär“ widmet sich dem Jubiläum des Reinheitsgebotes. Das lädt dazu ein, dem Leben mit einem Augenzwinkern zu begegnen.
Von Jochen Dannenberg

  • Biergartenatmosphäre: Zur Musik der „Ochsentreiber“ und den Geschichten ihres Frontmanns Peter Wutzer konnten es die Besucher am Samstagabend im Stadtgraben gut aushalten. Fotos: Dannenberg
  • Hubert Huber (re.) und die Künstler von „Temporär“
  • Die Ausstellung im Krebsturm lädt zu Betrachtungen übers Bier ein.

Neustadt. 500 Jahre Reinheitsgebot fürs Bier. Das ist das Jubiläum, an dem man in diesem Jahr im Freistaat Bayern kaum vorbeikommt. Das Reinheitsgebot ist nicht nur das wohl älteste bayerische Lebensmittelgesetz, es ist zu einer Marke, zu einem Ausdruck bayerischer Lebenskultur geworden. Und: Das Bier, um das es eigentlich geht, hat immer wieder Eingang in die Kunst und die Literatur gefunden. Damit kamen auch die Neustädter Kulturtage „Temporär“ in diesem Jahr nicht umhin, das Jubiläum des Reinheitsgebots zu würdigen und sich unter dem Motto „Kunst und Bier“ zu präsentieren.

„Herzlich willkommen im städtischen Biergarten“, begrüßte denn auch Bürgermeister Thomas Reimer am Samstagabend die rund 200 Gäste der Eröffnungsveranstaltung der Kulturtage. Die fand traditionsgemäß im Stadtgraben nahe dem Rundturm statt, Biergartentische und -bänke sowie die Kastanienbäume des Stadtwalls vermittelten den Eindruck, dass es sich wirklich um einen Biergarten handelt. Und die gefürchteten Staunzen waren dank vorherigem, langfristigem Einsatz von Mückenfallen „wie vom Erdboden verschluckt“.

„Ochsentreiber“ spielten auf

So konnten denn die Besucher der Eröffnungsveranstaltung nicht nur das Freibier der Stadt, sondern auch die „Ochsentreiber“ genießen. Die sorgten nicht nur mit ihrer Musik für einen unterhaltsamen wie auch – Peter Wutzer, Frontmann der „Ochsentreiber“ ist es zu danken – für einen humorvollen Abend, bei dem Wutzer so manche Anekdote über das Bier zum Besten gab.

Hubert Huber, Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler in Niederbayern, lobte das Engagement der Stadt und wies darauf hin, dass das Bier und die Kunst am Kloster Andechs schon seit vielen Jahren ein Zuhause gefunden hätten. Ein Ergebnis seien die regelmäßigen Symposien zum Thema „Kunst und Bier“. Zwei Künstler, die dazu in diesem Jahr Kunstwerke geschaffen haben, und sich bereits seit vielen Jahren kennen, sind Matthias Schlüter und Helmut Wolf. Sie sind leidenschaftliche Biergartenbesucher, treffen sich regelmäßig in einem der Gärten in der Region in und um Regensburg und haben dabei zahlreiche Motive entdeckt, die sie auf zahllosen Bildern verewigt haben. Eine Auswahl dieser Arbeiten ist seit Sonntag im Krebsturm zu sehen.

„Unheimlich viel Kultur“

„Bier ist ein Thema von uns beiden“, betonte Helmut Wolf anlässlich der Eröffnung der Ausstellung. „Es ist ein Thema, das unheimlich viel Kultur hat.“ Und es ist ein Thema, das offenbar immer wieder zu neuen Überlegungen und Betrachtungen und deshalb auch zu Besuchen in Biergärten verführt. Wolf gesteht: „Im Sommer treffen wir uns jeden Mittwoch im Biergarten.“

Was Schlüter und Wolf dabei beobachtet haben, ist auf Dutzenden Bildern verewigt. Die Techniken variieren, aber die Liebe zum Biergarten aber zieht sicht durch die Arbeiten wie ein roter Faden. Es ist eine heitere und unbeschwerte Welt, die sich dem Betrachter öffnet. Die Bilder sind mit leichter Hand entstanden, zeigen die Unbeschwertheit eines Besuchs im Biergarten.

Ergänzt wird das durch die bildhauerischen Arbeiten von Örni Poschmann am Kirchplatz und Korbinian Huber auf der Freifläche gegenüber dem Lagerhaus Feigl. Auch Poschmann und Huber zeigen Arbeiten, die die Freude an bayerischer Lebenskultur spiegeln. Man mag sie mit einem freundlichen Augenzwinkern betrachten – so wie auch das Leben an sich.

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Ausstellung „Bier“

  • Krebsturm:

    Die Kunstausstellung „Bier“ von Matthias Schlüter und Helmut Wolf ist bis 14. August im Krebsturm zu sehen.

  • Geöffnet:

    Die Öffnungszeiten sind samstags 12 bis 15 Uhr und sonntags 10.30 bis 12.30 Uhr sowie dienstags und donnerstags jeweils von 18 bis 20 Uhr.

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