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Montag, 16. Juli 2018 29° 8

Unterhaltung

Spott und Spaß im Bürgersaal

Kabarettist Wolfgang Krebs begeisterte das Publikum in Münchsmünster und holte auch Angela Merkel auf die Bühne
Von Johanna Kraus

Wolfgang Krebs in einer Paraderolle – als Edmund Stoiber
Wolfgang Krebs in einer Paraderolle – als Edmund Stoiber Foto: Kraus

Neustadt.Promi-Aufmarsch in Münchsmünster: Edmund Stoiber, Horst Seehofer, Günther Beckstein und Markus Söder waren im Bürgersaal in Münchsmünster zu Gast. Zwar nicht persönlich, aber nachgeahmt von Wolfgang Krebs. Für alle, die ihn nicht kennen: Er ist ein bayerischer Kabarettist und Parodist. Mit seinen Imitationen bekannter Politiker begeisterte er das Publikum.

„Können sie Bayern?“ war das Thema seiner Show, in der auch die Schlagerschnulze Meggie Montana und der cholerische Gemeinderat Schorsch mit von der Partie waren. Das Publikum bekam Überlebenstipps für den Alltag im schönsten aller Bundesländer. Dabei sprach Wolfgang Krebs auch aktuelle Themen an.

Begrüßt wurden die Zuschauer wie gewohnt vom ehemaligen Ministerpräsident Edmund Stoiber. Da die Grenzen von Osten her nicht mehr geschützt sind, wie er betont, soll ein bisschen Bayern- und Heimatkunde betrieben werden. Um den Bayern-TÜV des Themas „Können Sie Bayern?“ zu bestehen, erklärte Stoiber alias Krebs, dass alle das wohlbekannte „Äh“ draufhaben müssen, um die Prüfung zu bestehen.

Nach ihm beschritt Horst Seehofer die Bühne. Dabei sagte er ganz bewusst, dass er sich traut das zu sagen, was sich sonst keiner zu sagen traut. Zum Beispiel, dass die Balkan-Flüchtlinge Leute sind, die in ihrem eigenen Land nur kein Geld verdient haben, wie die Bayerische Landesbank. Außerdem betonte er, dass er kein Glück bei den Frauen hat. Mit Politikerinnen wie Christine Haderthauer und Ilse Aigner ist einfach nichts Gutes herausgekommen. Zur nächsten Wahl, zu der er eigentlich nicht mehr antreten wollte, sagte er außerdem nur: „Ich kandidiere nicht mehr und nicht weniger.“

Hinter der Bayernflagge zog sich Wolfgang Krebs für die verschiedenen Rollen um und sprach währenddessen auch verschiedene Personen. Horst Seehofer, Günther Beckstein und ihre Kollegen stritten dabei, wer nun auf’s Parkett treten darf.

Schorsch Scheberl sorgte für besonderes Gelächter beim Publikum. Der etwas beschwipste oder eher schon besoffene Gemeinderat bezog Stellung zum Neubaugebiet und versuchte seine Grundstücke an den Mann zu bringen und zwar – aufgepasst – in Untergamskobenzeisgrubengernhaferlverdimmering.

Im Kabarett-Programm von Wolfgang Krebs außerdem immer dabei ist Günther Beckstein. Er stellte sein Buch „Lebenslänglich“ vor.

Als Markus Söder kam Wolfgang Krebs mit Laptop auf die Bühne und legte einem Zuschauer gleich ein neues Konto an. Dabei zeigte er, wie man sein Geld mit einem kleinen Trojaner vermehren kann. Im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass je mehr Geld Söder überwies, desto mehr Schulden hatte der Mann aus dem Publikum auf seinem Konto.

Auch Schlagerschnulze Meggie Montana brachte die Zuschauer zum Lachen, als sie das Publikum schon mal auf ihren Auftritt vorbereitete. Dabei band Meggie Montana alias Wolfgang Krebs die Zuschauer voll mit ein. Ein paar Damen bekamen eine Rose, die sie auf ein Zeichen nach vorne bringen sollten. Eine andere Frau hatte die Aufgabe einen BH nach vorne zu werfen. Nach einer kurzen Probe ging’s los: In ihrem mit pinken Pailletten besetzten Sakko sang sie sich die Seele aus dem Leib. Alle klatschten mit und Meggie alias Wolfgang Krebs ging sogar von der Bühne zu den Zuschauern nach unten. Dazu erntete sie, wie vorher mit dem Publikum abgesprochen, tosenden Applaus.

Außerdem kurz zu Gast in Münchsmünster war Angela Merkel, die zugab, dass ihr das Regieren schwer fällt. Auch ihr Markenzeichen, die Hände zur Raute gefaltet, durften nicht fehlen. Das Schlusswort sprach Edmund Stoiber. Der versprach sich des öfteren und sagte immer zu: „Wenn sie meinen, was ich meine.“ Er erzählte außerdem vom G7-Gipfel auf Schloss Elmau und sprach über den Präsidenten des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten und neben ihm Obama, Präsident der Vereinigten Staaten. Auf Schloss Elmau ist es außerdem nicht zu schlimmen Demonstrationen gekommen, wie er erwähnt. „Die rollen ja ihre Yogamatten gleich wieder ein, wenn es anfängt zu nieseln“, sagte Stoiber alias Wolfgang Krebs.

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