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Benefizaktion

„Sternenkinder“ und Musik bewegen

Trauerbegleiter Martin Gugler holte unterschiedlichste Künstler für einen unvergesslichen Abend nach Bad Gögging.
Von Martin Beck

Ihre Musik berührte die Gäste im ausverkauften Gögginger Kursaal: (v.li.) Klaudia Salkovic-Lang, Beatboxer Moy, Martin Gugler und Roberta Collins. Foto: Beck
Ihre Musik berührte die Gäste im ausverkauften Gögginger Kursaal: (v.li.) Klaudia Salkovic-Lang, Beatboxer Moy, Martin Gugler und Roberta Collins. Foto: Beck

Neustadt.Einen gelungenen, kurzweiligen Abend mit vielen abwechslungsreichen künstlerischen Darbietungen konnte Sänger und Trauerbegleiter Martin Gugler am Freitag, 15. März, den Gästen im ausverkauften Kursaal in Bad Gögging bieten.

Anlass für die Benefizaktion war die Unterstützung der Aktion „Dein Sternenkind“. Als Sternen- oder Engelskinder werden Mädchen und Buben bezeichnet, die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. Wohl bei keinem anderen Ereignis stehen freudige Erwartung und abgrundtiefe Trauer so nahe beieinander. Zu Beginn des Abends wurden Bilder der Organisation „Dein Sternenkind“ gezeigt. Sternenkinder, ab der 15. Woche bis kurz nach der Geburt, fotografiert und damit eingefangen in einem Bild. Das, und die Erinnerung sind oft das Einzige, was betroffenen Eltern bleibt.

Martin Gugler hatte für das Konzert viele Künstler eingeladen, denn, wie er sagte, eine Möglichkeit solch ein Schicksal zu verarbeiten, kann Musik sein. Keiner der angefragten Künstler habe ihm abgesagt und so ergaben die einzelnen Darbietungen ein unvergleichliches künstlerisches Potpourri.

Persönliche Erlebnisse

Der Komponist Vsevolod Pozdejev und seine Frau, die Pianistin Eva Laas, konnten mit klassischen Klavierstücken ebenso begeistern, wie der beeindruckende Gesang von Bariton Martin Gugler. Lieder, die jeder kennt, wie „Bridge over troubled water“ wechselten sich mit weniger bekannten, aber nicht minder schönen Stücken ab. Oft erzählten die Künstler auch, welche persönlichen Erlebnisse sie mit dem Lied verbanden.

Musicalsängerin Klaudia Salkovic-Lang begeisterte mit ihrer Stimme und vollem Köpereinsatz. Die Akrobatikgruppe Rock’n‘Pole zeigte ästhetische Figuren an einer speziellen Polestange, während Martin Gugler dazu sang. Die Gruppe „Moves’n’Music“ verbreitete mit ihrem speziellen Tanzstil West-Coast-Swing gute Laune und man konnte bei der Verlosung einen Gutschein für einen Schnupperkurs gewinnen.

Die Karten für die Verlosung konnten während der etwa 30-minütigen Pause gekauft werden und wer nicht schnell genug war, ging leider leer aus. Als Preis gab es Gutscheine für Wellnesstage, Eintrittsermäßigungen zu diversen Veranstaltungen aber auch Sachpreise, die viele Geschäfte den Organisatoren gerne überließen. Die Preise selbst wurden am Ende auch gleich an die Gewinner übergeben. Der Erlös der Veranstaltung wird von „Dein Sternenkind“ zur Deckung der laufenden Kosten verwendet.

Doch vorher hielt das Programm noch weitere Höhepunkte bereit. Der Beatboxer Moy kam, nur mit einem Mikrofon, auf die Bühne. Er sang und mit seinem Mund, mit seinen Lippen imitierte er Trompete, Posaune, Schlagzeug und E-Gitarre. Als er dann mit einem speziellen Aufzeichnungsgerät einzelne, von ihm nachgemachte Instrumente aufnahm und miteinander abspielte, hatte man den Eindruck, eine ganze Band mit mehreren Instrumenten und Sängern stehe auf der Bühne.

Besonders an diesem Abend war auch, dass die Künstler nicht nur alleine ihre eigenen Stücke spielten. Fast alle spielten und sangen auch miteinander. Man bekam schnell den Eindruck, hier haben sich Menschen zusammengefunden, die hervorragend miteinander harmonieren.

Leidenschaft schwappte über

Zu einer Zeit, zu der sich bei anderen Veranstaltungen langsam das Ende ankündigt, kam im Kursaal der Angelhearts Gospelchor auf die Bühne.

Deren Sängerin Roberta Collins ließ dann auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass Gospel ihr Leben ist und sie diese Leidenschaft mit den Anwesenden teilen wollte. Spätestens beim zweiten Lied „Lean on me“ hielt es die Zuhörer dann auch nicht mehr auf ihren Sitzen und sie sangen, klatschten und swingten mit.

Als sich zum Ende des Konzerts alle Akteure mit Kerzen auf der Bühne versammelten und „Halleluja“ sangen, war es bereits kurz vor Mitternacht und kein Lied war als Abschluss wohl besser geeignet als das Kinderlied: „Guten Abend, gut‘ Nacht, von Englein bewacht...

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„Dein Sternenkind“

  • Organisation:

    Die Arbeit von „Dein Sternenkind“ ist für betroffene Eltern kostenlos. Das Motto der Organisation: „Wir fotografieren nicht den Tod, wir fotografieren sehnlichst erwartetes Leben.“ „Ein Sternenkind“ sind Preisträger des Deutschen Engagementpreises 2017.

  • :

    Hilfe Betroffenen stehen für ein letztes Andenken mittlerweile über 600 Fotografen, verteilt über das ganze Bundesgebiet, zur Seite.

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