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Jubiläum

Wo die Sportwelt zuhause ist

Der TSV Neustadt feiert sein 125-jähriges Bestehen. Die Geschichte des Vereins ist von zahlreichen Veränderungen geprägt.
Von Jochen Dannenberg

Seitdem der TSV Neustadt ein neues Vereinsgelände hat, gibt es auch eine Stockanlage.  Foto: Dannenberg
Seitdem der TSV Neustadt ein neues Vereinsgelände hat, gibt es auch eine Stockanlage. Foto: Dannenberg

Neustadt.Seit Jahrzehnten ist der TSV Neustadt für viele Bürger die „zweite Heimat“. Der TSV führt Kinder und Jugendliche an den Sport heran, er gibt seinen Mitgliedern – ob jung oder alt – Gelegenheit zu einer entspannten und sportlichen Freizeit. Für viele Bürgerinnen und Bürger ist er überdies zum Mittelpunkt ihres gesellschaftlichen Lebens geworden. In wenigen Tagen haben sie alle einen Grund zum Feiern. Dann feiert der TSV Neustadt nämlich sein 125-jähriges Bestehen.

„Im Jahr 1894 wurde unser Verein von neun Gründungsmitgliedern gegründet. Aus Protokollen ist zu ersehen, dass diese neun Personen über einen Zeitraum von fast 30 Jahren die Geschicke des Vereins geleitet haben“, erzählt Michael Mayer, geschäftsführender Vorstand des 800 Mitglieder starken TSV Neustadt. Er lobt: „Das war bestimmt nicht ganz einfach – ohne Spielfeld und Sporthalle, ohne Vereinsheim: Aber dafür mit Kameradschaft, Fleiß und Ausdauer.“

Man musste sich durchsetzen

Stefan Gietl kann sich noch gut erinnern, wie es früher beim TSV war, als der zwar schon eine eigene Anlage an der Regensburger Straße hatte, aber noch weit entfernt war von dem heutigen Domizil an der Bad Gögginger Straße. Seit 1955 ist Stefan Gietl beim TSV – erst beim Knabenturnen, später als Mitglieder der Fußballabteilung. „Man ist auf dem Fußballplatz groß geworden“, sagt er. „Früher hat es für Jungs nur zwei Dinge gegeben: Hausaufgaben und Fußball.“

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Jubiläum des TSV Neustadt

Es wurde auch nicht darauf geachtet, wie alt jemand war, der zum Fußball kam. Die Mannschaften waren munter gemischt. „Du musstet dich durchsetzen und man war nicht gleich beleidigt, wenn man nicht spielen durfte“, erklärt Stefan Gietl. Und hinterher ging es zumindest für die Älteren ins Cafe Zehe. Das gibt es inzwischen nicht mehr, den Sportplatz an der Regensburger Straße auch nicht mehr.

Zwei Jahre dauerte es, dann waren die Bauarbeiten beendet und der TSV Neustadt hatte eine neue Vereinsanlage.  Foto: Dannenberg
Zwei Jahre dauerte es, dann waren die Bauarbeiten beendet und der TSV Neustadt hatte eine neue Vereinsanlage. Foto: Dannenberg

Seit 2012 hat der Verein seine neue Sportanlage mit Vereinsheim und Vereinsgaststätte an der Bad Gögginger Straße. Zum Verein gehören die Abteilungen Fußball, Stockschießen, Tischtennis, Turnen und Volleyball. Dennoch ist der Jubilar nicht ganz sorgenfrei: Es fehlt Nachwuchs. Die Ursache, meint TSV-Urgestein Stefan Gietl, liegt nicht nur darin, dass der Schulunterricht oft bis in den Nachmittag geht. „Der TSV hat auch darunter zu leiden, dass auch in den Nachbarorten Sport für Kinder angeboten wird.“ Vorstand Michael Mayer bestätigt: „Der Schwund zieht sich durch alle Abteilungen.“ Einen „goldenen Weg“, wie man aus dem Dilemma rauskommt, sieht Mayer nicht. „Es gibt viele Gründe für die Situation“, sagt er. „Wichtig ist, dass der Verein seine Arbeit bestmöglich macht.“

Stefan Gietl, Michael Mayer und Josef Toth freuen sich auf das Jubiläum des TSV Neustadt.  Foto: Dannenberg
Stefan Gietl, Michael Mayer und Josef Toth freuen sich auf das Jubiläum des TSV Neustadt. Foto: Dannenberg

Josef Toth – Fußballer, Stockschütze und inzwischen auch schon ein Urgestein des TSV – kennt die Situation ebenfalls bestens. Er ist trotz allen Veränderungen, denen der TSV unterliegt, ein großer Fan seines Vereins. „Der Verein hat mit Turnen angefangen, Fußball kam erst später hinzu“, erinnert er. Sport wurde einst am Rande der Altstadt betrieben – auf dem heutigen Alten Turnplatz. Probleme habe es schon damals gegeben. „Der Platz war aufgrund von Hochwassern nicht ganzjährig zu benutzen, weshalb man an die Regensburger Straße ausgewichen ist.“ Neue Abteilungen wurden eröffnet, andere spalteten sich ab und gründeten einen eigenen Verein. Zuletzt kamen die Stockschützen dazu.

Großes Fest geplant

Auch sonst hat der TSV positive Nachrichten zu vermelden. Die guten und abgeschiedenen Plätze des Vereins sorgen dafür, dass das TSV-Gelände immer wieder für Trainingslager auch internationaler Fußball-Mannschaften gebucht wird. Auch insofern ist der Verein ein Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. Wenn mal gerade nicht die TSV-Kicker spielen, kann man sich auch Profis aus der Bundesliga oder aus dem Ausland ansehen.

Entwicklung

  • Früher:

    Einst war der TSV Neustadt an der Regensburger Straße beheimatet. Unter dem Vorsitzenden Georg Kottmair begannen 2010

  • die Arbeiten am neuen Vereinsheim an der Bad Gögginger Straße, direkt neben dem Anton-Treffer-Stadion.

  • Eigenleistung:

    Die Bauarbeiten am neuen Domizil des TSV Neustadt waren umfangreich. Viele Mitglieder beteiligten sich in ihrer Freizeit an den Maßnahmen und langten kräftig zu. 2012 konnten die neue Anlage und die eigene Gaststätte in Betrieb genommen werden.

  • Gastronomie:

    Seit dem Umzug ins neue Domizil an die Bad Gögginger Straße hat der TSV Neustadt nicht nur ein modernes Vereinsheim, sondern auch eine eigene Gaststätte. Zuvor war das Cafe Zehe das Vereinslokal.

  • Trainingslager:

    Die Sportanlage des TSV ist bei vielen Mannschaften als Trainingslager beliebt. So waren u.a. Clubs aus China, Dubai und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu Gast, aber auch Jahn Regensburg, Dynamo Moskau und die Frauen-Nationalmannschaft.

Die Zeiten haben sich geändert, sie sind schnelllebiger geworden, haben die Verantwortlichen beim TSV erkannt. „Es muss immer schnell, schnell gehen“, sagt Michael Mayer, der auch im TSV groß geworden ist. Geselligkeit sei wichtig, meint er und deshalb soll das 125-jährige Bestehen des TSV groß gefeiert werden.

Mit ihrer „sprechenden Lederhose“ sorgen die Raith-Schwestern, Andi Blaimer und Band für einen unterhaltsamen Abend. Foto: Ralf Gohlke
Mit ihrer „sprechenden Lederhose“ sorgen die Raith-Schwestern, Andi Blaimer und Band für einen unterhaltsamen Abend. Foto: Ralf Gohlke

Am Freitag, 31. Mai, geht es um 15 Uhr mit einem G-Jugend-Fußballturnier los. Um 18 Uhr startet der Festzeltbetrieb und anschließend erwartet die Neustädter ein echtes Highlight am Festwochenende. Um 20 Uhr treten D’Raith-Schwestern und da Blaimer beim TSV Neustadt auf. Im Gepäck hat die Truppe ihr Programm „Eine Lederhose packt aus“. Karten für den Auftritt gibt es im Vorverkauf bei Hosen Hans. Anschließend ist Party mit DJ Kwauka (Eintritt frei) angesagt.

Buntes Programm

Weiter geht es das Wochenende mit Fußball- und Stockturnieren, Fitnesstraining, Kaffee und Kuchen, einem Tischtennis-Jubiläumsturnier und dem Festabend mit der Band Onesee (Eintritt frei) sowie der Heiligen Messe in der Pfarrkirche St. Laurentius.

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