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Genehmigungsantrag

Zwischen Wirtschaftswohl und Ohrenweh

Das Kalkwerk Rygol hat eine Erweiterung seines Steinbruchs beantragt. Auch für den Paintner Marktrat eine schwierige Abwägung
Von Martina Hutzler

Auf 47,7 Hektar erstreckt sich derzeit der Steinbruch des Kalkwerks Rygol. Die Erweiterung um 18,7 Hektar soll den Betrieb für die nächsten 35 Jahre sichern.
Auf 47,7 Hektar erstreckt sich derzeit der Steinbruch des Kalkwerks Rygol. Die Erweiterung um 18,7 Hektar soll den Betrieb für die nächsten 35 Jahre sichern. Luftbild: Dr. Stefan Satzl

Painten.Vor einer schwierigen Abwägung steht (auch) der Markt Painten bei einem Großprojekt auf Gemeindegebiet: Die Firma Kalkwerk Rygol will den Steinbruch erweitern: von jetzt 47,7 Hektar um zusätzliche 18,7 Hektar, in Richtung des Orts. Der Abbaubetrieb soll die Existenz des Kalkwerks für die nächsten rund 35 Jahre sichern. Für das Vorhaben braucht die Firma allerdings eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung vom Kelheimer Landratsamt. Und zu dem entsprechenden Verfahren gehört unter anderem die Beteiligung von Bürgern, Behörden, Verbänden und sonstiger betroffener Institutionen. Auch der Markt Painten könnte Anregungen geben und Einwände erheben, wie Bürgermeister Michael Raßhofer erläuterte. Die Einwendungsfrist endet am 30. September. Bis dahin bleibt das Thema für den Marktrat eine harte Nuss.

Denn zweierlei will berücksichtigt sein, das wurde in der Marktrats-Sitzung am Dienstagabend deutlich: Auf der einen Seite die Existenzsicherung der Firma – die zum einen rund 200 Arbeitsplätze am Ort biete und zum anderen „wohl der kräftigste Gewerbesteuerzahler ist“, wie Marktrat Richard Freisleben (SPD) erinnerte. Auf der anderen Seite stehen die Sorgen von Bürgern, dass die Ausweitung des Abbaus in Richtung Südosten zu einer verstärkten Lärmbelastung führt.

„Laut ist vor allem der Betrieb“

Diese Lärmbelastung ist nach Ansicht von CSU-Sprecher Ludwig Geß gar nicht vorrangig aus dem Steinbruch-Betrieb zu erwarten, also dem Abbau und Abtransport des Gesteins. „Das Problem ist vor allem, dass mit fortschreitendem Abbau das Kalkwerk selbst immer weiter freigelegt wird“. Dass vor allem die Verarbeitung des abgebauten Gesteins im Kalkwerk lärmintensiv ist, konnte sein SPD-Kollege Willi Dürr bestätigen: In der Anlage scheppere es ordentlich. „Da müsste man auch mal prüfen, ob Lärmschutz-Auflagen vorhanden sind und erfüllt werden“, regte er an. Freilich hielt auch er die Fortsetzung des Kalkabbaus für „zwingend erforderlich für den Betrieb und die Arbeitsplätze dort“.

Verwunderlich fand sein Fraktionskollege Christof Weininger, dass das Kalkwerk den Abbau offenbar „von vorne“, vom Ort her beginne – andersherum „gäbe es die Lärmbelastung ,nur’ die letzten zehn Jahre“. Gesprächsbedarf sah Ludwig Geß hinsichtlich eines Waldstreifens, der am Rand des Abbaugebiets erhalten bleiben soll. Bürgermeister Raßhofer hatte dazu am Landratsamt nachgefragt. Dort sei ihm klar gesagt worden, „dass es keine Rolle spielt, ob so ein Waldstreifen 25 oder 50 Meter breit ist. Als Lärmschutz bräuchte man mindestens einen 100 Meter breiten und dichten Wald“, sei die Auskunft der Immissionsschutz-Fachleute. Das sah Geß anders: „Meiner Meinung nach bringt der Wald einen deutlichen Lärmschutz!“ Richard Freisleben fand, „ein breiterer Wald-Schutzstreifen würde helfen“.

Gespräch mit Rygol geplant

Solche und weitere Überlegungen sollte man doch mit dem Antragsteller selbst besprechen, befand Willi Dürr. Das fand breite Zustimmung, und so erhielt Bürgermeister Raßhofer den Auftrag, für den Marktrat einen Termin mit Kalkwerk-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Rygol, eventuell auch mit Vertretern des Landratsamts, zu vereinbaren; noch ehe die Einwendungsfrist für das Genehmigungsverfahren endet.

Mehrstufiges Verfahren

  • Die Pläne einsehen

    Zuständig für den Antrag der Kalkwerk Rygol GmbH&Co. KG auf Erweiterung des Paintner Steinbruchs ist das Landratsamt in Kelheim. Es hat dazu ein immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren eingeleitet. Der Antrag und die zugehörigen umfangreichen Unterlagen liegen noch bis 16. September für jeden Interessierten zur Einsichtnahme aus: im Landratsamt und in den Rathäusern von Painten und Hemau.

  • Seine Meinung kundtun

    Einwendungen gegen das Vorhaben müssen schriftlich beim Landratsamt, dem Markt Painten oder der Stadt Hemau eingereicht werden; die Frist hierfür endet am Mittwoch, 30. September. Das Landratsamt entscheidet dann darüber. Alle fristgerechten und für die Genehmigung relevanten Einwendungen werden in einem öffentlichen Erörterungstermin besprochen. Er findet am Dienstag, 8. Dezember, ab 9 Uhr im Landratsamt Kelheim statt. (hu)

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