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Natur

Altmühlleiten-Projekt trägt Früchte

Bei Gleislhof wurde ein besonderes botanisches Juwel gefunden: die Bienenragwurz. Für ihren Standort ist viel Aufwand nötig.
von Petra Kolbinger

Die jüngsten Vertreter des Roten Höhenviehs auf dem Gleislhofberg
Die jüngsten Vertreter des Roten Höhenviehs auf dem Gleislhofberg Foto: Kolbinger

Riedenburg.Hoch über der Dreiburgenstadt, auf dem Gleislhofberg, Aug‘ in Aug‘ mit der malerischen Rosenburg und dem friedlich grasenden Roten Höhenvieh, fand am Freitag Vormittag die Altmühlleiten-Projektbesichtigung statt.

Im zweijährigen Turnus nimmt das Bundesamt für Naturschutz, vertreten durch Annette Hagius, den Fortgang der Maßnahmen dieses Naturschutzgroßprojektes unter die Lupe. So auch heuer. Und einmal mehr war Hagius voll des Lobes. „Ich komme zum wiederholten Mal her und stelle fest, wie gut das Zusammenspiel von Landkreisen, Politik, Bewirtschaftung und Management doch funktioniert. Im Oktober 2017 endet das Altmühlleiten-Projekt. Dann steht eine große Abschlusstour an. Hagius hofft, „dass dann alle Maßnahmen soweit abgeschlossen sein werden, dass, wenn der Bund sich aus der Förderung zurück zieht, die weiteren Nachpflegemaßnahmen mit Hilfe von EU-Geldern und Landesmitteln bestritten werden können.“

Die jüngst auf dem Gleislhofberg wieder eingeführte Rinderbeweidung mit dem Roten Höhenvieh (MZ berichtete), fand Hagies „einfach wunderbar!“ Die alte Rinderrasse fördere durch ihr Fressverhalten, das so ganz anders sei als das der Schafe, eine andere Zusammensetzung der Pflanzengemeinschaft auf den Flächen. Die vom Bund geförderten Naturschutzgroßprojekte seien „eine Förderung der Perlen des Naturschutzes in Deutschland“. Dazu zählten fraglos die Altmühlleiten.

Nicht zuletzt profitiere auch der Tourismus von der Rückkehr der charakteristischen Magerrasenhänge mit den markanten Felsköpfen. Hagius: „Die Urlauber kommen wegen der Trockenmagerrasenhänge ins Altmühltal und nicht wegen irgendwelcher Altkiefernbestände!“ Die Äußerung spielt an auf die derzeit in Riedenburg kontrovers geführte Diskussion für, respektive gegen eine Rodung rund 60 Jahre alter Schwarzkieferbestände mit angeblichem Schutzwaldstatus am Lintlberg (MZ berichtete). Ohne die Überzeugungsarbeit der Bürgermeister wäre das Projekt Altmühlleiten nicht so erfolgreich verlaufen, stellte Hagius mit Blick auf den einzigen anwesenden Bürgermeister, Josef Häckl aus Ihrlerstein, fest. Landrat Dr.Hubert Faltermeier gab Hagius‘ Lob über die sehr gute Umsetzung der Projektziele vor Ort weiter an seine Mitarbeiter.

Und Andreas Frahsek vom Vor-Ort-Management des Landschaftspflegeverbandes Kelheim, VÖF e.V. erläuterte kurz die Hintergründe der Wiederaufnahme der traditionellen Rinderbeweidung und zeigte Ruth Baur vom Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Christina Fehrmann, der Projektkoordinatorin des Landratsamts Eichstätt und den Pressevertretern das Foto eines ganz besonderen botanischen Juwels: die Bienenragwurz wurde auf den Weideflächen entdeckt und zum Schutz vor Verbiss ausgezäunt.

Hans Gramls derzeit 18 Rinder sorgen dafür, dass auf dem Standort am Gleislhofberg künftig weitere an Magerrasenstandorte angepasste Pflanzen wieder eine Heimat finden.

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