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Hausboote bekommen Hafen

Ausschuss empfiehlt, den Weg frei zu machen für den Bootshafen Prunn als Hausboot-Marina. Ein Test ist ab Juli geplant.
Von Petra Kolbinger

Der Bootshafen Prunn könnte zum Heimathafen für einige Hausboote werden. Der Ausschuss empfiehlt die Kündigung des Pachtvertrags zu Gunsten des Betreibers greenpartment houseboathotel. Foto: Petra Kolbinger
Der Bootshafen Prunn könnte zum Heimathafen für einige Hausboote werden. Der Ausschuss empfiehlt die Kündigung des Pachtvertrags zu Gunsten des Betreibers greenpartment houseboathotel. Foto: Petra Kolbinger

Riedenburg.Den meisten Mitgliedern im Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus war gar nicht bekannt, dass die Stadt seit rund zwanzig Jahren einen Sportboothafen in Prunn vom Wasserschifffahrtsamt gepachtet hat. Kosten fielen dafür nicht an; lediglich der Umgriff im Uferbereich wurde vom Bauhof gepflegt.

Das Gremium empfiehlt dem Stadtrat jetzt, den Vertrag zu kündigen, um den Weg frei zu machen für greenpartment houseboathotel als Nachnutzerin. Das Neustädter Unternehmen von Werner Reichl, Andreas Treffer, Harald Eberl und Christian Roßbauer bekam Gelegenheit, dem neuen Bürgermeister und den frisch ins Amt gewählten Rats- respektive Ausschussmitgliedern, das mittlerweile weiter vorangetriebene Projekt vorzustellen. Anders als ursprünglich geplant, soll der Bootshafen Prunn anstelle von Untereggersberg zum Heimathafen für vier bis fünf der schwimmenden Urlaubsdomizile bieten. Bei nur 40 Zentimetern Tiefgang sei die Nutzung des Sportboothafens neben der Bootsrampe für die Hausboote unproblematisch.

Sämtliche in diesem Zusammenhang anfallenden Kosten sollen zulasten des Hausboot-Anbieters gehen. Reichl versicherte, Kanufahrer und sonstige Nutzer seien natürlich auch weiterhin willkommen am Bootshafen Prunn, der sich „mit etwas Glück ähnlich entwickeln könnte, wie die Marinas Saal oder Kapfelberg!“ Ob die MDK-Schifffahrt bis dato von ihr ungenutzte Anlegestellen, wie etwa in Untereggersberg, für die Hausboote frei gibt, werde aktuell besprochen. Parkflächen sollen in Prunn geschaffen werden, sobald die Nutzung des Bootshafens gesichert sei.

Kapitäne brauchen Führerschein

Auch ein Shuttle-Service für die Hausbootkapitäne und ihre bis zu fünf Mitfahrenden, sei denkbar. Ausgeräumt sind auch die von Thomas Zehetbauer vor einem Jahr geäußerten Bedenken, wenn unversierte Kapitäne auf schwach motorisierten Hausbooten auf potenziellen Kollisionskurs mit großen Schubverbänden oder Hotelschiffen gingen. Der amtierende Bürgermeister und damalige Stadtrat, hatte für eine stärkere Motorisierung und damit Verbunden eine Bootsführerscheinpflicht plädiert – mit Erfolg, wie sich am Mittwoch zeigte.

Die Hausboote werden mehr als fünfzehn PS und die Kapitäne im Besitz eines entsprechenden Führerscheines sein. Ein erstes Vorführ-Hausboot hätte schon in diesem Monat eintreffen sollen, wurde aber von Corona ausgebremst. Reichl hofft auf erste Testtouren ab Juli. „Der Start wird wohl in 2021 erfolgen“, plant er. Auf Anregung von Sandra Schmid (CSU) soll ein alleiniges Nutzungsrecht des Bootshafens durch die Hausboot-Vermieter vertraglich ausgeschlossen und geregelt werden, dass die Stadt wieder Pächterin wird, sollte Greenpartment sein Vorhaben im Bootshafen Prunn irgendwann aufgeben.

Entsorgung für Winterbetrieb

„Die Nachfrage ist gigantisch“, beschrieb Tanja Roithmeier, die Leiterin der Tourist Info, die aktuelle Entwicklung des Wohnmobil-Stellplatzes. Sie drängte auf eine Umsetzung des bereits vor fünf Jahren gefassten Stadtratsbeschlusses, eine ganzjahrestaugliche Wasserver- und -entsorgung weiter zu verfolgen. Der Ausschuss empfiehlt einstimmig, eine professionelle Ver- und Entsorgungsstation zu installieren für einen ganzjährigen Betrieb des Wohnmobilstellplatzes ab dem Winter 2020/21. Mittel für einen Ersatz für den störanfälligen Bezahlautomaten sollen im Haushalt eingestellt werden. Über die Art der Bezahlung will man sich noch Gedanken machen. Hier spielen finanzielle Aspekte eine Rolle, eben so wie Stör- und Vandalismusanfälligkeit. Die Versorgung mit WLAN soll aus Kostengründen zurückgestellt werden.

Fest wird abgesagt

  • Volksfest:

    Abgesagt ist das Volksfest 2020. Der Ausschuss empfiehlt die Veranstaltung in 2021 mit dem für heuer verpflichtete Festwirt, Friedrich Riemhofer, den für heuer gebuchten Schaustellern und dem geänderten Feuerwerkstermin am Dienstag, abzuhalten.

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