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Polit-Frühschoppen

„Ja, aber“ zum dritten Nationalpark

Ministerpräsident Seehofer kündigt in Riedenburg Beratungen zum umstrittenen Projekt an und streift weitere Reizthemen.
Von Petra Kolbinger

Prominenter Gast beim Polit-Frühschoppen am Volksfest: Ministerpräsident Horst Seehofer, hier mit seiner Ehefrau Karin Fotos: Kolbinger
Prominenter Gast beim Polit-Frühschoppen am Volksfest: Ministerpräsident Horst Seehofer, hier mit seiner Ehefrau Karin Fotos: Kolbinger

Riedenburg.Mit Ministerpräsident und CSU-Landeschef Horst Seehofer, bestritt heuer ein Großer der Politbühne den politischen Frühschoppen am Riedenburger Festzelt – und das nicht nur, weil Seehofer beim Betreten des Festzeltes den Kopf einziehen musste, um nicht anzuecken. Kopfeinziehen und Sorge vorm Anecken lag dem Landesvater später am Rednerpult dann fern. Wie von Bürgermeister Siegfried Lösch angekündigt und dessen Beispiel folgend, redete Seehofer Klartext.

„Er wird uns vielleicht etwas über den geplanten dritten Nationalpark sagen, den Sie, sehr verehrter Herr Landesvater zwar unbedingt wollen, aber den wir im oder angrenzend an den Landkreis Kelheim erstens nicht brauchen und zweitens deshalb auch nicht haben wollen!“ hatte Lösch erklärt.

Freundlicher Empfang, aber auch eine klare Botschaft in Sachen Nationalpark: Bürgermeister Lösch (re.) begrüßte  den Ministerpräsidenten und seine Gattin.  Fotos: Kolbinger
Freundlicher Empfang, aber auch eine klare Botschaft in Sachen Nationalpark: Bürgermeister Lösch (re.) begrüßte den Ministerpräsidenten und seine Gattin. Fotos: Kolbinger

Seehofer bezog Stellung: „Ich möchte einen dritten Nationalpark. Doch das Kabinett hat den Dialog beschlossen und dass dafür ausschließlich Staatswald genommen wird.“. Und an den „Hochwürdigsten Herr Bürgermeister Lösch“ gerichtet: „Wenn ich sage, das ist so, dann ist das so!“ konterte Seehofer Löschs Aussage, manchmal lasse der Landesvater einen ein wenig zweifeln, ob das, was er mal gesagt hat, noch Gültigkeit besitze. Er, Seehofer kenne noch keine Gebietskulisse, aber einige Privatwaldbesitzer liefen schon mit Karten herum und wüssten, dass sie enteignet würden. Seehofer versprach unter dem Applaus der Zuhörer: „Jetzt geschieht erst mal gar nix. Wir werden im Herbst und Winter beraten. Gegen den Willen der Bevölkerung werden wir keinen Nationalpark beschließen!“

Prominenter Gast beim Polit-Frühschoppen am Volksfest: Ministerpräsident Horst Seehofer, hier mit seiner Ehefrau Karin Fotos: Kolbinger
Prominenter Gast beim Polit-Frühschoppen am Volksfest: Ministerpräsident Horst Seehofer, hier mit seiner Ehefrau Karin Fotos: Kolbinger

Applaus erntete der CSU-Politiker auch für die Aussage, eine Obergrenze, respektive eine Begrenzung von Zuwanderung sei unerlässlich, um die Integration jener, die wirklich schutzbedürftig seien, nicht zu gefährden. Eine unbegrenzte Zuwanderung in die Sozialsysteme sei nicht zu verkraften. Und wer hier leben wolle, müsse mit den Bayern leben wollen und nicht neben oder gar gegen sie. „Unsere Traditionen haben Bayern groß gemacht und wir werden unsere Werte mit Zähnen und Klauen verteidigen!“

Eine klare Absage erteilte Seehofer einem generellen Dieselfahrverbot in Städten und warnte vor einer Pauschalverunglimpfung des Wirtschaftsmotors Automobilindustrie. Eine Erhöhung des Kindergeldes, Einführung eines Baukindergeldes, Erhöhung der Mütterrente – auch damit traf Seehofer den Nerv des Publikums. Alternative Reinvestitionsmöglichkeiten für Landwirte, die Flächen für Bauland verkaufen, beispielsweise in den Wohnungsbau, wolle er schaffen.

Nach Seehofers Festauftritt blieb Zeit für ein Gruppenbild mit den zwei- und vierbeinigen Bewachern. Fotos: Kolbinger
Nach Seehofers Festauftritt blieb Zeit für ein Gruppenbild mit den zwei- und vierbeinigen Bewachern. Fotos: Kolbinger

Er dankte den bayerischen Polizisten, die auch an diesem Tag in großer Zahl für Sicherheit sorgten, für ihren täglichen Einsatz. Unter Applaus forderte der Landesvater jeden Bürger auf, sich zurr Polizei zu bekennen und die Beamten die Wertschätzung spüren zu lassen. Gemeinsam mit Ehefrau Karin nahm er sich anschließend Zeit für ein Foto mit den Sicherheitskräften um den Leiter der Kelheimer PI, Erich Banczyk, und für Schnappschüsse mit begeisterten Bürgern. Und versprach zum Schluss: „Ich komme wieder nach Riedenburg!“

Das weitere Programm

  • Montag:

    Ab 14 Uhr Kindernachmittag mit lustigen Spielen und Ballonflugwettbewerb; ab 19 Uhr „Tag der Behörden und Betriebe“. Es spielt die Stadtkapelle Riedenburg. Nach Einbruch der Dunkelheit großes Brillantfeuerwerk

  • Dienstag:

    Ab 14 Uhr unterhaltsamer Seniorennachmittag mit den Otterzhofener Bergmusikanten (vergünstigte Preise; an allen Fahrgeschäften halbe Fahrpreise). Ab 19:30 Uhr: Festausklang mit der Stimmungsband „Donnaweda“

Weitere Höhepunkte beim Riedenburger Volksfest waren am Wochenende die Wahl von Paula Mayer zur neuen Dreiburgen-Königin und das große Schafkopf-TurnieSpieler aus ganz Bayern waren im Rennenr der Feuerwehr, bei dem ein Beinahe-Lokal-Matador siegte.

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