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Riedenburger Lenz zog die Besucher an

In diesem Jahr hatten die Veranstalter richtig Glück mit dem Wetter. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, um sich auszustatten.
Von Petra Kolbinger

Dicht an dicht promenierten die Besucher auf dem Weg rund um den Ufersee. Die Sonne lachte bei der Lenz-Auflage 2017. Foto: Kolbinger
Dicht an dicht promenierten die Besucher auf dem Weg rund um den Ufersee. Die Sonne lachte bei der Lenz-Auflage 2017. Foto: Kolbinger

Riedenburg.„Veronika, der Lenz ist da!“ bemühte ein bestens gelaunter Bürgermeister Siegfried Lösch bei der Eröffnung am Samstag Mittag den berühmten Ohrwurm der Comedien Harmonists und pünktlich zum Grußwort des 1. Vorsitzenden der Gewerbevereinigung, Daniel Gehweiler, kämpfte sich die Sonne durch die Wolkendecke.

Er war da, der Lenz in Riedenburg keine Frage! Was nicht da war, waren viele Aussteller und Fieranten. Die Besucher, die schon am Samstag in Scharen kamen, um den heimischen Pflanzenbestand aufzustocken oder sich etwas Schönes für Haus und Garten zu gönnen, waren etwas enttäuscht ob der großen Lücken zwischen den Ständen am Stadtweiher. Doch wer sich die Zeit und Muß nahm, genau hin zu sehen, der wurde sehr oft fündig. „Wann wollen Sie sie denn daheim haben?“ fragte die Verkäuferin den probesitzenden Kunden.

„Kein Problem! Dann liefern wir sie Ihnen am Dienstag!“ sicherte sie seinem Wunsch gemäss, die Zustellung der neuen Gartenbank zu. Transportproblem gelöst. Kunde glücklich. „So eine habe ich schon lange gesucht!“, bestätigte er zufrieden.

Aus anderen Taschen und Tüten ragten Pflanzenstecker aus Metall und zarte Windspiele aus Metall und filigranem Glas, die sich bei jedem Windhauch glitzernd in der Sonne drehen. Das Glitzern und zarte Klingen begeistert einen Dreikäsehoch im Kinderwagen; er jauchzt und rudert mit den Ärmchen. Die Mutter dreht schnell den Buggy ein wenig seitlich, damit der Sprössling die Windspiele besser beobachten kann.

„Ich hätte Kräuter gesucht“, schaut eine Besucherin ein wenig ratlos in die Runde. Leider fehlte das entsprechende Angebot. Ein Huhn aus Blech hat ihren Tag gerettet: „Das steck ich in den Rasen. Schadet garantiert dem Gras nicht, weil’s nicht scharrt und ärgert den Nachbarn nicht, weil’s nicht kräht!“ Wohl wahr. Auch die Häschenparade am Stand nebenan ist pflegeleicht und „shabby-chic“.

Geschickt am Holzblock

Künstlich auf alt getrimmt, romantisch-verspielt oder puristisch – das Ostersymbol war in allen möglichen Varianten beim Riedenburger Lenz vertreten. Ein besonders individuelles Exemplar war am Samstag erst noch am Entstehen: Josef Schneider aus Altmannstein schnitzte es gekonnt aus einem Holzklotz. Da blieben viele gerne einen Moment stehen, um dem Könner über die Schulter zu schauen. Auch nebenan gab es Selbstgemachtes: Sabrina Ackermann bietet unter dem Label „Püppilotta“ Kinderkleidung, Accessoires, Schlüsselanhänger, Kissenhüllen, kurz – Nützliches, Praktisches, Schönes und Modisches aus bunten Stoffen an. Der Stand ist immer gut besucht. Das können auch die Anbieter der kulinarischen Schmankerln von sich bestätigen. Hunger und Durst haben die Leut‘ immer. Der Mößl Kuno, den in Riedenburg jeder als Darsteller der Altmühlbühne kennt, der spielt derweil „eine tragende Rolle“. Buchstäblich. Er schleppt einen Kinderstuhl im Marienkäferdesign und versichert glaubhaft, dass der ein Geschenk werden soll und nicht für ihn selber bestimmt ist. Und auch Renate Haucke schleppt. In ihrem Fall einen Korb voll blühender Blumen. Die sind als Deko für’s Kleiderladl bestimmt, denn auch das samt angegliedertem Café, öffnete am Riedenburger Lenz.

Ein Streifzug in Bildern über den Riedenburger Lenz:

Riedenburger Lenz

Ab Zwei gaben die Besucher sich hier die Klinke in die Hand, ergänzten die Frühjahrsgarderobe mit second hand-Kleidungsstücken und Accessoires zu kleinen Preisen oder erstanden Haushaltsgegenstände, die manchmal auch zweckentfremdet werden wie zu erfahren war. Während das Bowle-Set aus Bleikristall einen bestimmungsgemäßen, zweiten Frühling erleben soll, steuern etliche Saucieren und Tassen einem zweiten Leben als Pflanzschale entgegen. Diesen Trend haben die Kleiderladl-Damen selber gesetzt mit einigen hübsch mit Hauswurz, Nelken und Veilchen bepflanzten und mit Moos und Rindenstückchen dekorierten Exemplaren, die rasch neue Besitzer fanden.

Segen für die Motorradfahrer

Wer keins mehr erwischte oder lieber selber kreativ werden wollte, griff dann ins Regal und suchte sich ein passendes Exemplar für’s do-it-yourself.Am Sonntag ging es dann buchstäblich rund. Viele Motorradfahrer nutzten die Gelegenheit, sich bei Stadtpfarrer Edmund Bock und seiner evangelischen Amtsschwester Stephanie Mages den Segen für die noch junge Motorradsaison abzuholen. Für Kinder und Jugendliche erwies der Marktplatz sich als Eldorado: vom meterhohen Kletterturm, über die „Hühnerstall-Hüpfburg“ für die ganz Kleinen, bis hin zum elektrischen Bullen für jeden, der sich traute, war alles geboten, um überschüssige Energie mit viel Spass los zu werden. „Wie geht na da der Kofferraum auf?“

Sofort war in der Uferstraße ein Autohändler zur Stelle, um dem Interessierten das neue Modell zu präsentieren – von innen und von außen. Ein Los am Stand der Tierhilfe, einmal Probesitzen auf dem Rasenmähtraktor – es gab viel zu sehen beim Riedenburger Lenz III. Das etwas überschaubare Warenangebot hat das traumhaft schöne Wetter wett gemacht und für einen rundum gelungenen Frühlingsauftakt in Riedenburg gesorgt.

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