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Nachhaltig

Büchertausch lockte zum Gruberhof

Viele junge und alte Bücherfreunde kamen zur Tauschaktion auf den Gruberhof bei Rohr, um kostenlos Lesefutter zu ergattern.
Von Edith Vetter

Nach Herzenslust konnten die Bücherfreunde bei der Tauschaktion schmökern. Foto: Edith Vetter
Nach Herzenslust konnten die Bücherfreunde bei der Tauschaktion schmökern. Foto: Edith Vetter

Rohr.„Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste“, so ein Zitat des Schriftstellers Heinrich Heine (1797-1856). Jahrhundertelang wurden Bücher gedruckt, verbreitet und gelesen. Doch mit der Digitalisierung verändern sich die Kundenbedürfnisse. Immer mehr Leser bevorzugen das E-Book oder lesen gar nicht mehr, jammert der deutsche Buchhandel. Bei der Aktion „Büchertausch“ am Hof Schöfthal von Lucia und Marlene Gruber initiiert, verspürte man wenig vom Lesefrust.

Unter dem Motto der Tauschaktion „Geben und Nehmen“ kamen Jung und Alt zum idyllisch gelegenen Einödhof mit oder ohne gefüllte Büchertaschen und stöberten nach Herzenslust auf den Büchertischen, die unterteilt in Belletristik, Kinderbücher, Klassik und Sachbücher waren.

„Das ist ein Traum!“ oder „Schau dir dieses Schmankerl an!“, hörte man Besucher an den Tischen schwärmen. Andere zogen sich in eines der vielen lauschigen Plätzchen zurück, um in Ruhe zu Schmökern bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen.

Buchliebe – analog und digital

Lena Schierlinger und Julia Schmid gehörten zu den ersten Besuchern mit Tauschobjekten. Die Rohrerinnen würden „zweispurig“ fahren, erzählten sie. Abends zücken sie das E-Book, da es mit dem Licht besser zu lesen wäre. Aber im Urlaub nehmen sie wieder ein Buch in die Hand, weshalb sie auch zu der sinnvollen Aktion gekommen waren. Dabei konnten Interessierte kostenlos neuen Lesestoff bekommen.

Julian und Hannes lesen gerne die Abenteuer von Biber Berni. Foto: Edith Vetter
Julian und Hannes lesen gerne die Abenteuer von Biber Berni. Foto: Edith Vetter

Der zehnjährige Julian und der siebenjährige Hannes lagen in der Hängematte und schauten sich die Abenteuer von „Berni Biber“ an. Die beiden kamen mit ihren Eltern aus Kirchdorf zum Büchertausch. Bücher hätten sie immer begleitet, aber momentan sei ihnen lesen zu langweilig und sie machten lieber Sport, erzählten sie.

Mama Stephanie Neumaier hingegen ist eine bekennende Leseratte. Sie hatte 25 Bücher zum Tauschen mitgebracht und genauso viele habe sie auch wieder mitgenommen. „Am liebsten lese ich Krimis. Ohne Leiche geht gar nichts“, schmunzelte sie. Die Tauschaktion sei für sie ein richtiges „Bücher-El-Dorado“ und sie fand die Aktion super.

Bald gibt es einen Kleidertausch

  • Besucher:

    Rund 180 Leute kamen zur Tauschaktion. Im Herbst starteten die Gruber-Schwestern bereits einen Versuch.

  • Reste:

    Übrig gebliebene Bücher werden an karitative Einrichtungen gespendet. 2018 gingen die Spenden ans Rohrer Seniorenheim.

  • Idee:

    Demnächst wollen die Schwestern eine Kleidertauschaktion starten. (eav)

Vielleser seien häufig äußerst bibliophil. Sie lesen Bücher nicht nur, sie lieben sie und pflegen sie auch gut, war die Meinung von Henriette Huber. Sie weiß, wovon sie spricht, da sie seit Jahren in der Vorstandschaft der „Benedictus-Bücherei“ Rohr mitarbeitet. „Wir hatten dieses Jahr einen Ausleihrekord von über 45 000 Büchern davon rund 3000 E-Book-Ausleihen“. Ihre Stammleser seien altersmäßig gut gemischt.

Ein Kochbuch aus dem Jahr 1891

Ein besonderes Schnäppchen machte Gymnasiallehrerin Petra Kraus mit dem „Kochbuch“ von M. Abels aus dem Jahre 1891. Der Sammelband, der rund 1000 Seiten umfasst, beinhaltet neben Kochrezepten und Tipps zur Marmeladenherstellung auch noch ein kleines Koch-Abc. Dieser kleine „Küchenschatz“ freute sie besonders, da die Leute früher „aus fast nichts Mahlzeiten zauberten“.

Als Deutschlehrerin gehören Bücher für sie zum Alltag und die kleine antiquarische Kostbarkeit wird sie in „Ehren“ halten. Die Ausstattung, der Geruch, die Haptik – das alles erfahre man nur durch ein Buch. Ein Leben ohne Bücher könnte sich Petra Kraus gar nicht vorstellen. Ihrer Meinung nach genügt ein Buch, ein Stift und Papier, um klug zu werden.

„Der Erfolg und die vielfache Zustimmung bei Jung und Alt ermutigen uns zur Wiederholung“, erklärte Marlene Gruber.

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