MyMz
Anzeige

Sitzung

Das Freibad schlägt hohe Wellen

Der Rohrer Gemeinderat sucht nach einer Lösung angesichts des Personalnotstands. Auch eine Waschmaschine wirbelt Staub auf.
Von Edith Vetter

An diesem Samstag öffnet das Rohrer Freibad. Ob mit oder ohne Spendenkörbchen oder Happy Hour ist noch offen. Foto: Edith Vetter
An diesem Samstag öffnet das Rohrer Freibad. Ob mit oder ohne Spendenkörbchen oder Happy Hour ist noch offen. Foto: Edith Vetter

Rohr.Hohe Wellen schlugen im Gemeinderat die geänderten Öffnungszeiten des Rohrer Freibades. Wegen Personalmangels musste die Öffnungszeit um eine Stunde verkürzt werden, was auf Unverständnis stieß, „weil es früher auch so ging!“

Bürgermeister Andreas Rumpel (FW) informierte die Räte über den Personalmangel im Bad. Deswegen mussten die Öffnungszeiten von 10 bis 20 Uhr auf 11 bis 20 Uhr eingeschränkt werden. Die Arbeitszeiten der Beckenaufsicht dürften sechs Stunden nicht überschreiten, sagte Rumpel. Auch mehrmalige Inserate und persönliche Ansprachen seien ergebnislos verlaufen. Eine geeignete Kraft müsse den Rettungsschwimmer-Schein haben. „Dann müssen wir noch intensiver nach Personal suchen, sonst müssen wir zusperren“, meinte Georg Riedl (SPD). „Früher ist immer alles ganga, jetzt geht’s auf einmal nicht mehr“, ärgerte sich Anton Bernpaintner (CSU). Man müsse die Realität vor Augen haben. Früher sei viel aus Unwissenheit gemacht worden und es sei auch glücklicherweise nie zu einem Badeunfall gekommen, erinnerte Rumpel.

An die Richtlinien halten

„Wenn ich ein Bad betreibe, muss ich mich an die Richtlinien halten“, so der Rathauschef. Helmut Sedlmayer (CSU) befürchtete, dass die Schwimmer mit Dauerkarten dann nach Rottenburg abwandern würden, wenn sich die Zeiten verkürzten. Ein weiterer Schlag ins Wasser folgte mit der Tatsache, dass die Bäderaufsicht nicht zusätzlich die Kasse betreuen dürfe. Deshalb wurde nach Aushilfskräften gesucht, die aber nur die Zeit von 13 bis 18.30 Uhr abdecken würden. Es folgte der Vorschlag, dass Personal vom Bauhof oder die Verwaltung einspringen sollte. „Ich mach‘ dann in Zukunft die Kanalgrabungen und Du“ (gemeint war Bürgermeister Rumpel) „mähst dann die Wiese im Freibad“, konterte Geschäftsstellenleiter Bernhard Loibl.

Der Vorschlag von Rumpel, einen Kassenautomaten zu erwerben, wurde aus Kostengründen abgeschmettert. Um den Freibadbeginn am Samstag zu retten, schlug Marlene Gruber (Bürgerliste 2020) vor, in der Zeit, wenn keine Kassenkraft zur Verfügung stehe, ein Körbchen im Freibad aufzustellen, in das die Badegäste ihren Eintritt hineinlegen könnten. Dr. Walter Fuchs (CSU) setzte noch eins drauf mit dem Vorschlag, in der Zeit eine „Happy Hour“ im Freibad einzuführen. Die Sorgenfalten auf der Stirn sowohl bei Kämmerer Josef Korber als auch bei Bernhard Loibl wurden bei den abenteuerlichen Vorschlägen immer tiefer. „Wir leben doch in keiner Bananenrepublik. Wir haben eine Rechnungsprüfungspflicht“, ermahnte Loibl das Gremium. Zu einer salomonischen Lösung kam man bei der Sitzung nicht mehr.

Der Gemeinderat in Kürze

  • Käufe:

    Probenklavier für die Grundschule für 3880 Euro, der Markt zahlt 1830 Euro. Schutzanzüge für die Feuerwehr für 18 905 Euro, Zuschuss 3600 Euro.

  • Antrag:

    200 Euro von der Gemeinde für die Fahrt des gymnasialen Mädchenchors nach Castelcucco, Venedig und Verona

  • Informationsveranstaltung:

    Mittwoch, 5. Juni, 15 bis 20 Uhr, im Prager Saal im Kloster Rohr zum Neubau der Juraleitung (eav)

„Waschsalon in der Schule“

Die Beschaffung einer Industriewaschmaschine und eines Trockners für die Grundschule Rohr wirbelte ebenfalls viel Staub auf. Nach langer Diskussion, ob man so eine Maschine brauche oder ob man die Schmutzwäsche nicht in eine Wäscherei bringen könne, stimmten die Räte mit 9:7 einem Kauf zu. Zum Sachverhalt: Zum Waschen der Wischmops und der Reinigungstücher seien an der Grundschule zwei übliche Haushaltswaschmaschinen vorhanden. Aufgrund der Verschmutzung des Reinigungsmaterials komme es fast täglich zu Störungen, erklärte Rumpel. Deshalb habe man sich bei einem Ortstermin für den Kauf einer Industriewaschmaschine sowie eines Trockners für zusammen 12 490 Euro entschlossen. Beide Geräte entsprächen den Anforderungen des Hygieneplanes, um das Infektionsrisiko in der Einrichtung zu minimieren.

Die Arbeitswäsche von Bauhofmitarbeitern, Reinigungskräften und sonstigen gemeindlichen Einrichtungen könnten ebenfalls in der Maschine gewaschen werden. Rektorin Andrea Brandl war von dem Standort Schule nicht so begeistert. Sie wollte keinen „Waschsalon“ an der Schule haben und bat, einen anderen Platz zu suchen. Rumpel erwiderte, dass der Waschraum am anderen Ende der Schule liege und es sonst keine andere Unterbringungsmöglichkeit gebe.

Mehr aus Kelheim und der Region lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht