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Glaube

Das Leiden Christi in den Saaler Straßen

In Erinnerung an die Passionsspiele findet am Palmsonntag die Passionsprozession statt. Auch der Diözesanbischof ist dabei.
Von Roland Kugler

Die zentnerschweren Figuren werden bei der Palmprozession durch die Straßen in Saal getragen. Foto: Heindl
Die zentnerschweren Figuren werden bei der Palmprozession durch die Straßen in Saal getragen. Foto: Heindl

Saal.Seit 1996 gibt es die Passionsprozession in Saal. Bis 2003 fand sie jährlich statt, seit 2005 alle zwei Jahre. Heuer am Palmsonntag ist es wieder soweit: hunderte von Mitwirkenden werden ab 14 Uhr vom Kirchplatz zwölf lebensgroße Figuren durch den Ort tragen, tausende Besucher werden die Straßen säumen. Auch Regensburgs Bischof Dr. Rudolf Voderholzer wird wieder an der Prozession teilnehmen.

Die Prozession in Saal ist aus dem Passionsspiel entstanden

Entstanden ist der Umzug aus den Saaler Passionsspielen. Sie gab es in den Jahren 1986, 1992 und 2004. „Die Passionsspiele waren ein großer Erfolg. Aber auch eine Riesenaufgabe an Organisation“ erinnert sich der Initiator Peter Buberger zusammen mit ehemaligen Mitwirkenden im Saaler Pfarrheim. Beim Passionsumzug wirken sogar noch mehr Menschen mit, aber es erfordert nicht monatelanges Rollenlernen und Proben.

Nach 2017 wird Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer auch am Sonntag wieder zur Prozession nach Saal kommen.  Foto: Heindl
Nach 2017 wird Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer auch am Sonntag wieder zur Prozession nach Saal kommen. Foto: Heindl

Etwa 200 Träger braucht es um die Gestelle mit den Figuren zu den zehn verschiedenen Stationen zu tragen, vom letzten Abendmahl über die Kreuzigung bis zur Auferstehung. „Es ist nicht einfach, langsam und im Gleichklang zu gehen“ sagt Rudolf Buchner. Er hatte schon 1986 die Rolle des Jesus gespielt. Manche von den Figuren sind mit Tragegestell bis zu sechs Zentner schwer. „Wir sind schon bei Regen und Schnee gegangen, und haben bei über zwanzig Grad geschwitzt“ erinnert sich Thomas Lohwasser, auch er ist seit Anfang an dabei.

„Ich war immer ein suchender Christ.“

Thomas Lohwasser,

Doch wie kommt man überhaupt dazu, eine Passion darzustellen, bei ihr mit zu machen? „Ich war immer ein suchender Christ“ sagt Lohwasser. „Die Passion hat mich auf meinem Lebensweg begleitet.“ Es ist wie mit dem Glauben an sich: entweder man ist gläubig, oder nicht. Oder man ist auf der Suche nach Glauben und Sinn: die vielen Mennschen die pilgern, zeigen, dass alte Traditionen, die lange vergessen waren, wieder modern werden können.

Zwischen Tradition und Moderne

  • Ursprung:

    Die Passion ist die Darstellung der Leidensgeschichte Christi. Es werden verschiedene Stationen dargestellt: letztes Abendmahl, am Ölberg, Gefangennahme, Geißelung, Verspottung, Kreuzigung, Auferstehung.

  • Besonderheit:

    In Saal werden dabei auf Tragegestellen 12 lebensgroße Figuren durch den Ort getragen. Sie sind zentnerschwer, handgeschnitzt aus Zirbenholz in Südtirol.

„Es ist das Gemeinschaftsgefühl wenn man mitmacht“ sagt Vefi Meyer. „Es gehört einfach zur Karwoche“ sagt Maria Giesa. „Für mich ist es eine Ehre, mitzugehen.“ Doch nicht nur die Gemeinde Saal ist vom Kind bis zum Greis auf den Beinen: „Viele Pfarreien unterstützen uns seit zig Jahren“ sagt Peter Buberger.

Maria Giesa ist eine der Vorträgerinnen. Sie trägt bei der Prozession eine Madonna aus der alten Saaler Kirche mit. Foto: Kugler
Maria Giesa ist eine der Vorträgerinnen. Sie trägt bei der Prozession eine Madonna aus der alten Saaler Kirche mit. Foto: Kugler

Etwa 40 Pfarreien und Klöster nehmen an der Prozession teil, und bringen aus ihrer Gemeinde ein Symbol mit. Kreuze, Fahnen, Figuren oder Kandelaber, diese werden dann von den sogenannten Vorträgern mitgetragen.

Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer ist „stolz“ auf die Saaler Prozession

„Ich bin stolz darauf, als Bischof von Regensburg eine solche Prozession zu haben, “ sagte Dr. Rudolf Voderholzer 2017. „Sie ist ein Bekenntnis, das uns hilft den Glauben tiefer zu erfassen. Weil wir durch die lebensgroßen Figuren mit hineingenommen werden in die Leidensgeschichte Christi.“

Gelebte Ökumene

Und sie ist ein echtes Zeichen der Ökumene, denn beide Kirchen, die katholische und die evangelische, nehmen an der Passionsprozession teil. „Es gibt viel mehr das uns verbindet, als was uns trennt“ sagt Bischof Voderholzer.

Das war die Saaler Prozession 2017

Passionsprozession Saal 2017

Weitere Berichte aus der Gemeinde Saal finden Sie hier.

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