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Umgestaltung

Der Umbau des Saaler Bahnhofs beginnt

Die Arbeiten an der Verkehrsdrehscheibe im Kreis Kelheim können starten. Ein Problem gibt es bei den Parkplätzen.
von Roland Kugler

Der Saaler Bahnhof ist die Verkehrsdrehscheibe im Landkreis Kelheim
Der Saaler Bahnhof ist die Verkehrsdrehscheibe im Landkreis Kelheim

Saal.Was lange währt, wird endlich gut. Das alte Sprichwort trifft auch auf den Bahnhof in Saal zu: Gut ist es zwar noch lange nicht, aber immerhin tut sich endlich mal etwas. Immerhin ist der Bahnhof die Verkehrsdrehscheibe für den ganzen Landkreis Kelheim.

Doch noch nicht mal angefangen, gab es schon die erste schlechte Nachricht für Bürgermeister Christian Nerb. „Heute früh hab ich bei der Vermessung am Bahnsteig erfahren, dass wir dort jetzt doch nicht so viele Parkplätze bauen können wie wir es vor hatten“, sagt Nerb sichtlich enttäuscht beim Ortstermin mit der Mittelbayerischen und zeigt auf den Plan. Von den geplanten 46 Autostellplätzen westlich des Bahnhofsgebäudes, wo sich der Fahrradständer und Brachland befinden, bleiben nur 22 übrig.

Entlang des Bahnsteiges können wegen des nötigen Mindestabstandes zu den Leitungsmasten keine Parkplätze entstehen. In der Strauchwildnis schon. Foto: Kugler
Entlang des Bahnsteiges können wegen des nötigen Mindestabstandes zu den Leitungsmasten keine Parkplätze entstehen. In der Strauchwildnis schon. Foto: Kugler

Die restlichen, die direkt entlang des Bahnsteigs entstehen hätten sollen, können nicht verwirklicht werden, weil ein Mindestabstand von sieben Metern zu den Masten der elektrischen Oberleitungen gehalten werden muss. Geparkt wird auf dem Schotterweg schon immer und die Gemeinde wollte auch dort offizielle Parkplätze bauen.

Somit sei dieser Teil des Geländes für die Gemeinde wertlos, „wir werden es wohl nicht erwerben“ sagt der Bürgermeister, der sich aber auch von solchen Hiobsbotschaften nicht entmutigen lässt.

Verhandlungen seit 2014

„Kurz nach meinem Amtsantritt 2014 hab ich Verhandlungen mit der Bahn aufgenommen“, erzählt Nerb. „Es waren viele harte Kämpfe.“ Schließlich ging es darum, welche Grundstücke von der Bahn erworben werden können. Die Gemeinde konnte – oder ist gerade noch dabei – den Bereich westlich des Bahnhofgebäudes kaufen.

Seit fast fünf Jahren verhandelt Bürgermeister Nerb mit der Bahn. Er ist froh, dass es jetzt endlich losgeht. Foto: Kugler
Seit fast fünf Jahren verhandelt Bürgermeister Nerb mit der Bahn. Er ist froh, dass es jetzt endlich losgeht. Foto: Kugler

Der ist, wie fast alles im und um den Bahnhof, ziemlich heruntergekommen. Ein alter Fahrradständer steht dort, verwildertes Brachland, der Gras- und Schotterweg entlang des Bahnsteigs. Hier sollen laut dem Plan der Gemeinde die Parkplätze entstehen. Aktuell zwar nur 22 von ursprünglich 46, aber modern und strukturiert, mit Behinderten-Parkplätzen und zwei Ladestationen mit insgesamt vier Zapfstellen für Elektro-Autos. Genaue Zahlen liegen Nerb noch nicht vor, er schätzt etwa 200 000 bis 300 000 Euro Kosten für den Parkplatz. Baubeginn ist, sobald die Vermessungsarbeiten und Ausschreibungen erfolgt sind. Er soll noch dieses Jahr fertig werden.

Der Plan ist ein erster, aber genauer Entwurf. In der jüngsten Gemeinderatsitzung wurde einstimmig die weitere Ausarbeitung beschlossen. Das Bahnhofsgebäude selbst wurde von der Saaler Firma Kürzl erworben. Ihr gehört auch das Gelände östlich des Bahnhofs bis zum Bahnübergang. Alle Kosten zu schultern wäre für die Gemeinde zu viel geworden, sagt Bürgermeister Nerb. Auch hier soll es in Kürze losgehen. Sobald es die Witterung zulässt, wird mit der Sanierung begonnen.

Die die Bahnhofshalle soll wieder Leben einkehren. Foto: Forster
Die die Bahnhofshalle soll wieder Leben einkehren. Foto: Forster

Das über 100 Jahre alte Bahnhofsgebäude wird von Grund auf renoviert. Es bekommt ein neues Dach und neue Fenster. Die darin befindlichen Wohnungen in den Obergeschossen werden ebenfalls saniert. Im Erdgeschoss wird alles auf das Thema Zugverkehr ausgebaut. Vorgesehen sind ein Bistro mit Speisen und Getränken.

Fakten und Wünsche

  • Drehscheibe: Der Saaler Bahnhof ist nicht nur für den Ort wichtig, sondern die Verkehrsdrehscheibe im Landkreis. Etwa 800 bis 1000 Menschen frequentieren ihn täglich und fahren Richtung Regensburg oder Ingolstadt. Oder mit dem Bus nach Kelheim und in den Landkreis.

  • Fördermittel: Die Umbauarbeiten werden die Gemeinde Saal viel Geld kosten. Sie will alle möglichen finanziellen Fördermittel beantragen. Es gibt verschiedene staatliche Zuschüsse, von Fahrradständern bis zur Städtebauförderung.

  • Barrierefreiheit: Das Bahnhofsgebäude mit den Toiletten soll barrierefrei gebaut werden. Ein Bahnsteig ist bereits hindernisfrei für Menschen mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Gehbehinderung. „Der zweite Bahnsteig soll im Zuge der Umgestaltungsarbeiten in den nächsten Jahren ebenfalls barrierefrei werden“ wünscht sich Bürgermeister Nerb. Zuständig dafür ist die Bahn.

Es soll auch ein Freisitz entstehen, östlich ans Gebäude angrenzend. Dort kann man dann in der Sonne sitzen und bei einem Kaffee den Zügen, Reisenden und dem Bahnhofsbetrieb zuschauen. Auch einen Ticketverkauf soll es im Bistro geben, damit man seine Fahrkarte wieder von einem Menschen kaufen kann.

Selbstverständlich soll in Zukunft auch wieder eine öffentliche Toilette im Bahnhof zur Verfügung stehen.

Für die Gestaltung des Bahnhofvorplatzes ist wieder die Gemeinde zuständig. „Der gesamte Bereich zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem gegenüberliegenden Altenheim mit der hindurch führenden Bahnhofstraße wird umgebaut“ sagt Bürgermeister Nerb. Der Grünstreifen soll weichen um einen dringend nötigen Wendeplatz für Busse zu schaffen.

Der Bahnhof und die unmittelbare Umgebung des Saaler Bahnhofs ist alles andere als ein Hingucker. Foto: Forster
Der Bahnhof und die unmittelbare Umgebung des Saaler Bahnhofs ist alles andere als ein Hingucker. Foto: Forster

Auch lange Gelenkbusse sollen von Kelheim her kommend, einfahren können, ohne zu rangieren. Die Passagiere sollen an zwei Haltestellen Richtung Kelheim und an einer Richtung Regensburg aus- und einsteigen können, und zu den Zügen gelangen, ohne die Bahnhofstraße überqueren zu müssen.

Zapfmöglichkeit für E-Bikes

Diese soll trotzdem verkehrsberuhigt werden. Nach dem Seniorenheim, bei der evangelischen Kirche, ist eine weitere Bushaltestelle vorgesehen, falls mehrere Busse gleichzeitig ankommen sollten.

Links das Bahnhofsgebäude, rechts das Seniorenheim und die Bahnhofstraße, hinten die evangelische Kirche: Der gesamte Platz wird neu gestaltet, das Bahnhofsgebäude saniert.
Links das Bahnhofsgebäude, rechts das Seniorenheim und die Bahnhofstraße, hinten die evangelische Kirche: Der gesamte Platz wird neu gestaltet, das Bahnhofsgebäude saniert.

Das Verkehrsaufkommen ist besonders am Morgen hoch, wenn Schüler und Berufspendler zum Bahnhof kommen, um Richtung Regensburg oder Ingolstadt weiter zu fahren. Und am Nachmittag zu Feierabendzeiten, wenn sie wieder heimfahren. Direkt vor dem Gebäude sind Abstellmöglichkeiten für Fahrräder vorgesehen, mit Ladestationen für E-Bikes.

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Pläne

Saaler Bahnhof ändert sein Gesicht

Das Areal rund um den Saals Bahnhof wird umgestaltet. Manches ist konkret, einiges noch offen, wie beim geplanten Supermarkt.

Der Bereich östlich des Bahnhofgebäudes, auf dem sich der Schotterparkplatz und die ehemalige Lagerhalle befindet, wird sein Erscheinungsbild zunächst beibehalten. Was darauf entstehen soll, ist noch ungewiss. „Da gibt es viele Ideen“ sagt Nerb.

Er denkt zum Beispiel an einen Supermarkt, oder an ein Parkhaus auf Stelzen um bodensparend zu bauen. Darauf könnten Wohnungen, Geschäftsräume oder Büros entstehen. Vielleicht auch ein Restaurant oder ein Kino. Oder eine Grünanlage. Oder alles zusammen. Visionen gibt es viele.

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