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Gewerbe

Handwerker wollen keine Feindschaft

Zum geplanten Gewerbegebiet in Mitterfecking schildern die beiden bauwilligen Handwerker und Bürgermeister Nerb ihre Sicht.
Von Roland Kugler

Die Fotomomtage zeigt die beiden Hallen zwischen der Saaler Straße und der KEH 10. Links ist die Zufahrt, die Ausgleichsflächen sind grün. Foto: Udo Buero
Die Fotomomtage zeigt die beiden Hallen zwischen der Saaler Straße und der KEH 10. Links ist die Zufahrt, die Ausgleichsflächen sind grün. Foto: Udo Buero

Saal.Seit die Pläne vorgestellt wurden, bei der Mitterfeckinger Waldsiedlung ein Gewerbegebiet zu bauen, gibt es Protest von den Anwohnern. Sie befürchten mehr Lärm, Verkehr und die Beeinträchtigung des Ortsbildes und gründeten eine Bürgerinitiative. Doch nicht alle Mitterfeckinger sind dagegen, und für die beiden Handwerksbetriebe, die dort bauen möchten, geht es um die Zukunft ihrer Existenz. Sie schildern zusammen mit Bürgermeister Nerb ihre Lage, und zeigen auch die möglichen Vorteile der Pläne.

Wichtig, dass Betriebe vor Ort bleiben

„Überall wird propagiert, wie wichtig das Handwerk ist, dann muss man es auch fördern“ sagt Saals Bürgermeister Christian Nerb. „Für die Gemeinde ist es wichtig, dass Betriebe vor Ort bleiben. Deshalb wollen wir Platz bereitstellen, und ihnen die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln.“ Saal hat momentan kein Gebiet für eine Gewerbeansiedlung zur Verfügung. Deshalb beschloss der Gemeinderat, die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Mitterfecking zu prüfen. Sie liegt zwischen der Kreisstraße KEH 10 und der Saaler Straße und grenzt an das Wohngebiet der Waldsiedlung, was zum Widerstand der Anwohner führte. „Wir wollen nicht, dass Feindschaften entstehen“ sagt Bernd Schmid. Er ist Kfz-Meister mit Werkstatt in Mitterfecking. Er möchte seinen Betrieb in das geplante Gewerbegebiet verlagern.

Mehr Platz dringend benötigt

„Ich brauche mehr Platz für die Werkstatt und den KFZ-Handel. Auch die Berufsgenossenschaft hat mir nahe gelegt, einen anderen Ort zu suchen“ sagt Schmid. „Wir sind gerne bereit uns mit den Gegnern an einem runden Tisch zu setzen und zu reden. Ich habe viele Kunden im Ort und beschäftige vier Mitarbeiter. Im Herbst möchte ich noch einen Lehrling einstellen.“ Es seien im Dorf viele gar nicht gegen ein Gewerbegebiet, so Schmid. Er sei auch schon mehrmals angesprochen worden hierzubleiben, weil es sonst keine Autowerkstatt mehr gebe. Viele Argumente der Bürgerinitiative seien falsch, meint der Kfz-Meister. Auch ihr Auftreten findet er als zu aggressiv. „Der Betrieb bleibt gleich“ sagt er. „Es kommt nichts dazu, keine Lackiererei, keine Waschstraße, er wird nur größer.“ Schmid betont auch, dass kein Lkw oder Autotransporter zu seiner Werkstatt kommen wird. „Ich hole jedes Auto mit dem Anhänger selbst.“

Auf dem Gries

  • Gebiet:

    Die Gemeinde Saal möchte auf der 220 000 Quadratmeter großen Fläche „Auf dem Gries“ zwischen dem Bahnhof und der B 16 ein Gewerbegebiet schaffen.

  • Plan:

    „Die Vorgespräche mit den Grundstückseigentümern waren zu 90 Prozent positiv“ sagt Bürgermeister Nerb. Er hofft, bis Ende des Jahres Gewissheit zu haben, um nächstes Jahr mit der Planung beginnen zu können.

Mehr Platz für sein Unternehmen braucht auch Michael Blomberger. Er ist Fliesenleger und möchte ebenfalls dort bauen. „Mein Lager in Saal platzt aus allen Nähten“ sagt er. „Ich habe alles bis unter die Decke voll. Selbst daheim habe ich Material, ebenso mein Büro.“ Im geplanten neuen Gebäude könnte er sein Büro unterbringen, einen Ausstellungsraum und ein Lager. „Auch wegen mir wird kein Schwerverkehr kommen“, sagt Blomberger. Seine Firmenwagen sind Sprinter und ähnliche Größen. „Es kommt höchstens mal ein 7,5-Tonner, um eine Palette Kleber zu bringen. Die Fliesen werden meistens gleich direkt an die Baustellen geliefert“, erklärt Blomberger. Er beschäftigt sieben Mitarbeiter aus Mitterfecking und Saal. „Heuer kommt noch mein Sohn dazu, er möchte den Betrieb einmal weiterführen.“ „Auch in der Waldsiedlung sind nicht alle dagegen“, sagt Blomberger, der selbst dort wohnt. Er will ebenfalls keine Feindschaften und hofft auf Gespräche mit der Bürgerinitiative. „Wir sind schon bei der Planung auf die Argumente der Gegner eingegangen“, sagt Bürgermeister Nerb. So liegt die Zufahrt in das Gebiet noch vor dem ersten Wohnhaus. Der Verkehr soll über die KEH 10 dorthin führen und die verkehrsberuhigte Tempo-30-Zone der Saaler Straße nicht belasten. „Wir prüfen gerade, ob die Höhe von 4,20 Metern noch etwas reduziert werden kann“ sagt Nerb. So hoch sollen die beiden baugleichen Hallen werden, 14 Meter breit und 30 Meter lang.

Nicht direkt an der Straße

Die Hallen sollen auch nicht direkt an der Saaler Straße stehen, sondern 7,20 Meter entfernt und tiefer liegend und so die Aussicht der Anwohner weniger beeinträchtigen. In diesem Streifen sind Längsparkplätze für die Anwohner geplant, ein Grünstreifen, und Sträucher, um die Sicht auf die Hallen angenehmer zu gestalten. „Wir werden sie von uns aus auch noch mit Holz verkleiden“, sagt Bernd Schmid, der die Gebäude auch als einen Lärmschutz zur viel befahrenen KEH 10 sieht. Zu beiden Seiten der Hallen sind naturnahe Ausgleichsflächen geplant: Neben 5200 Quadratmetern Gewerbefläche sollen 2800 Quadratmeter Streuobstwiesen entstehen. Die genauen Pläne liegen im Rathaus aus. Bis 17. April können die Bürger ihre Änderungsvorschläge einbringen.

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