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Saal
Sonntag, 23. September 2018 24° 7

Tradition

Saaler feiern wieder Kirta

Die Wiederbelebung des alten Brauches kommt gut an. Die Bevölkerung trifft sich zu Speis und Trank, Musik und Geselligkeit.
Von Roland Kugler

Eine zünftige Musik gehört dazu: d’Altbairischen spielten beim Kirta auf. Die Bürger freute es, sie kamen zahlreich auf den Saaler Kirchplatz. Fotos: Kugler
Eine zünftige Musik gehört dazu: d’Altbairischen spielten beim Kirta auf. Die Bürger freute es, sie kamen zahlreich auf den Saaler Kirchplatz. Fotos: Kugler

Saal.Petrus hatte es mit den Saalern gut gemeint: Mit herrlichem Spätsommerwetter lockte er am vergangenen Samstag viele Besucher ins Zentrum des Ortes auf den Kirchplatz. Schließlich wurde dort auch Kirchweih gefeiert, oder auf Bairisch: Kirta. Nicht ganz so groß wie früher – a guada Kirta dauert bis zum Irda, hieß es einst – aber genauso entspannt und schön.

„Wir wollen die Leute zusammenbringen. Es soll ein gemütliches Beisammensein für Jung und Alt sein, bei Musik und guter Unterhaltung“ sagt Bürgermeister Christian Nerb. Das gelang auch hervorragend, vom Nachmittag bis in den Abend hinein war ständig etwas los unterm Kirta-Baum. Nicht nur aus Saal, auch aus Mitterfecking und vielen anderen Gemeindeteilen kamen die Besucher, sogar aus Kelheim schauten welche vorbei. Landrat Neumeyer ist schon fast Stammgast, auch einige Kandidaten für die Landtagswahl waren zu sehen. Sie kamen aber nicht nur wegen der bevorstehenden Wahl, sondern genossen auch so einen Ratsch mit Bekannten.

Die Leute kommen in Saal zusammen

„Wir sind jedes Jahr hier. Es ist ein Pflichttermin, aber ein angenehmer.“

Robert Fuchs

„Es ist allerweil schön hier, ich komm jedes Jahr zum Kirta“, sagt Gisela Mehrl aus Saal. „Man trifft Bekannte und Freunde. Das ist das Schöne am Dorf, weil man sich noch kennt.“ Heute hat sie ihren Enkel Lyon dabei. Auch ihm gefällt es, weil er gerade eine Bratwurstsemmel bekommt. Robert Fuchs ist mit der ganzen Familie gekommen. „Wir sind jedes Jahr hier. Es ist ein Pflichttermin, aber ein angenehmer.“ Auch seine vierjährigen Zwillinge haben Spaß, sie treffen Freunde aus dem Kindergarten. Die Idee einen alten Brauch wieder zu neuem Leben zu erwecken und das Kirchweihfest zu feiern, ist also bestens aufgegangen. Immer am ersten Samstag nach dem Gillamoos, bei schlechtem Wetter eine Woche später. Der Kirchplatz bietet viel Platz für Biertische, Essensstände und die Musikanten. Die Leute nutzen die Gelegenheit und treffen sich, es ist eine entspannte Atmosphäre und gute Stimmung.

Wozu auch Bürgermeister Nerb mit beiträgt: Er spielt Klarinette bei der Kapelle „d’Altbairischen“, und baut zwischen den Stücken ab und zu einen Witz mit ein. Was ihm selbst mindestens so viel Spaß macht wie den Besuchern. Damit die auch bleiben, brauchen sie natürlich etwas Gescheites zu Essen und Trinken. „Wir haben Bienenstich, Erdbeerkuchen, Zwetschgenkuchen, verschiedene Strudel, After-Eight- und Toffifee-Torten und mehr“, preist Stefan Angerer den Stand des Schachclubs an. Wer da keine Lust auf einen Kaffee und etwas Süßes bekommt, muss schon einen besonderen Grund haben. Die Saaler Vereine haben wie immer die Verantwortung für die Verköstigung, und sie freuen sich, dass so viel geht. „Wir sind am Schluss immer ausverkauft“ sagt Mario Brandl. Er ist Abteilungsleiter der Fußballer, sie sind für Brotzeit und Abendessen zuständig. Am Grill brutzeln Knacker und Bratwürste, es gibt aber auch Burger und Rollbraten. „Wir bringen uns als Verein gern in die Dorfgemeinschaft ein und freuen uns, wenn was los ist“, sagt Brandl. Den ganzen Tag über sind die Bänke voll, manche kommen auf einen Sprung vorbei, manche bleiben sitzen.

Seit über 40 Jahren Tuba

Die einzigen die stundenlang fleißig arbeiten sind die Musikanten, natürlich auch mit den entsprechenden Pausen. „Ich spiel seit über 40 Jahren Tuba, da ist es nicht mehr so anstrengend“ sagt Erwin Weinzierl aus Kelheim. „Und Spaß macht es mir auch noch immer, sonst säß ich nicht hier.“

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Der Kirta-Baum

  • Geschichte:

    2015 hatte Bürgermeister Nerb zusammen mit den Saaler Vereinen wieder eingeführt am Kirchplatz einen Kirta zu feiern. Dazu wurde auch ein entsprechender Kirtabaum aufgestellt.

  • Gestaltung:

    Am Baum im Zentrum von Saal befinden sich mittlerweile 22 Tafeln von Vereinen, 14 Tafeln von Firmen und 8 Zunfttafeln. Alle Vertretenen haben sich auch finanziell am Kirtabaum beteiligt.

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