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Schule

Saaler Hilfe für Afrikas Straßenkinder

Entspannungstüten und Bratwurstsemmeln für Straßenkinder in Afrika. Das Projekt von Pater Stefan lässt sie wieder lächeln.
von Renate Beck

Gerne überreichten sie Schwester Rudolfine eine Spende für den „Hoffnungsstern über Conakry“ Foto: Beck
Gerne überreichten sie Schwester Rudolfine eine Spende für den „Hoffnungsstern über Conakry“ Foto: Beck

Saal.„Das habt ihr toll gemacht“ lobte Schulleiterin Marion Häusler-Lindl jüngst die Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule. Im Rahmen eines Weihnachtsmarkt am Schulhof verkauften sie viel Selbstgebasteltes und kulinarische Genüsse. In der Schulaula überreichten Schüler und Rektoren unter Anwesenheit von Bürgermeister Christian Nerb der Karmelitin Schwester Rudolfine Stirnemann 850 Euro aus ihrem Verkaufserlös.

Dort, wo die Not am größten ist

Schwester Rudolfine wohnt in Regensburg und ist die leibliche Schwester von Pater Stefan Stirnemann, der in Guinea in Westafrika den Verein „Hoffnungsstern über Conakry“ gegründet hat. Eindrucksvoll erzählte Schwester Rudolfine, dass ihr Bruder „schon immer dorthin gehen wollte, wo die Not bei Kindern am Größten ist“. Bereits ab 1969 wirkte er in der Sahelzone. Er wollte dort das Elend der von Hungerkatastrophen heimgesuchten Menschen lindern. 20 Jahre später kam er nach Conakry. Unzählige Kinder leben hier schutzlos ein menschenunwürdigens Leben auf den Straßen. Nach seiner Priesterweihe ist er mit dem Bischof dorthin geflogen. Auf einem Weg lag plötzlich ein Kind vor des Bischofs Füßen. Ihr Bruder nahm es auf den Arm und fragte Einheimische nach einem Krankenhaus. „Da fangen wir nicht damit an. Das Kind könnt ihr behalten“ war deren Antwort. Mit Tränen in den Augen nahm ihr Bruder es mit in sein Zimmer. „Er betete zu unserer verstorbenen Mutter. Drei Tage später hat man ihm ein passendes Haus für sein künftiges Vorhaben vorgestellt.“

Kinder nehmen am 12.11.2015 an einer Spielgruppe teil, die in der guineischen Hauptstadt Conakry von der örtlichen Nichtregierungsorganisation „Hilfe für die afrikanische Familie“ (AFA) in stark von Ebola betroffenen Gemeinden veranstaltet wird. Foto: Kristin Palitza/dpa (zu dpa „Gestohlene Kindheit: (Über)Leben nach Ebola“ vom 30.12.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Kinder nehmen am 12.11.2015 an einer Spielgruppe teil, die in der guineischen Hauptstadt Conakry von der örtlichen Nichtregierungsorganisation „Hilfe für die afrikanische Familie“ (AFA) in stark von Ebola betroffenen Gemeinden veranstaltet wird. Foto: Kristin Palitza/dpa (zu dpa „Gestohlene Kindheit: (Über)Leben nach Ebola“ vom 30.12.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Mittlerweile gibt es zehn Heime für Straßenkinder und zwei Krankenstationen für Hilflose und Bedürftige. Weil sie den „Vater der Straßenkinder von Conakry“ nicht allein lassen wollen, engagiert sich ein eingetragener Verein ehrenamtlich. Sie kümmern sich nicht nur um alleingelassenden Kinder, sondern geben für verlassene Frauen und deren Kinder in existenzieller Not eine Sozialhilfe. „Die 850 Euro von eurem Scheck kann mein Bruder in bar ohne Abzüge auf der Bank in Conakry abholen“ freute sich Schwester Rudolfine. Die Bank erhebt keine Gebühren. Selbst die Flyer mit den wichtigen Kontaktdaten werden kostenlos gedruckt.

Hilfe zur Selbsthilfe

Als Hilfe zur Selbsthilfe wurde eine Schreinerei, Schlosserei und Bäckerei gebaut. Viele der Kinder haben hier eine Berufsausbildung abgeschlossen und können somit in ihrem Heimatland arbeiten.

Früh am Morgen geht Pater Stefan auf den Marktplatz in Conakry. „Wenn da Kinder in den Ecken versteckt sind, dann weiß er, dass es echte Straßenkinder sind.“ 380 Kinder können in den zehn Heimen untergebracht werden. Mit Hilfe kompetenter Betreuer und Erzieher erhalten sie die Chance für eine gute Zukunft.

Schon ein Euro hilft

  • Zahlen:

    Ein Euro sichert einem Kind einen Tag lang das Überleben. 30 Euro werden pro Kind und Monat werden für Nahrungsmittel benötigt. Weitere 14 Euro decken die Unterbringung pro Kind und Monat. Dazu kommen weitere 25 Euro. So hoch ist das zu bezahlende Schulgeld für ein Kind pro Jahr.

  • Infos:

    Informationen und Kontakt zur Aktion finden Sie im Internet unter www.conakry-hoffnungsstern.eu

Als Vertreterin ihres Bruders durfte sie in der Saaler Schule bereits das vierte Mal eine Spende für die Straßenkinder entgegen nehmen. Auf diese Hilfsorganisation aufmerksam geworden ist Lehrerin Michaela Wasner-Cuffy. Gemeinsam mit ihren Eltern informierte sie sich bereits als Kind an einem Regensburger Stand über deren Arbeit. Diese Arbeit überzeugte sie so sehr, dass sie das Straßenkinderprojekt „Hoffnungsstern über Conakry“ später als BOS-Schülersprecherin und seit drei Jahren als Lehrerin in der Saaler Schule unterstützt.

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