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Gemeinderat

Schießanlage und Asia-Käfer im Fokus

17 000 Euro kostet die Gemeinde Saal die Suche nach dem Schädling. Schützen erhalten 10 000 Euro für die neue Trefferanzeige.
Von Roland Kugler

Das neue Tennis-/Schützenheim in Saal. Innen werden aktuell die Elektroarbeiten ausgeführt. Foto: Kugler
Das neue Tennis-/Schützenheim in Saal. Innen werden aktuell die Elektroarbeiten ausgeführt. Foto: Kugler

Saal.In der jüngsten Gemeinderatsitzung standen verschiedene Tagesordnungspunkte zur Entscheidung an. Zwei davon betreffen das gerade neu entstehende Tennis- und Schützenheim hinter der Saaler Schule.

Arbeiten gehen gut voran

Die Arbeiten im Gemeinschaftsgebäude der beiden Vereine gehen weiter gut voran. Jetzt wurden für 10 134 Euro die Aufträge für zwei Küchen vergeben. Die weitere Möblierung wurde noch einmal ausgeschrieben. Beim ersten Mal war es für die Gemeinde schwierig, die Angebote zu vergleichen, da sie zu uneinheitlich waren. Nun sollen dieselben Materialien zugrunde gelegt werden. Die Tennisplätze werden bereits seit vergangenem Jahr bespielt. Die Schießanlage der Schützen ist noch nicht fertig. Der Verein beantragte kürzlich einen Zuschuss von der Gemeinde für eine elektronische Trefferanzeige, da er noch eine alte Seilzuganlage habe. Die Kosten von mindestens 25 000 Euro für eine moderne Anlage würden allerdings die kompletten Rücklagen der Schützen aufbrauchen. „Eine Modernisierung finde ich hier schon sinnvoll“, unterstützte Bürgermeister Christian Nerb den Antrag. „Sie ziehen in ein völlig neues Gebäude, und so eine alte Anlage ist heute nicht mehr zeitgemäß. Auch für den Nachwuchs wird der Verein dann attraktiver.“

Vereine kämpfen um Nachwuchs

Denn viele Traditionsvereine haben mit großen Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Bei Schützenvereinen ist es oft besonders schlimm. Erst vor kurzem hatte sich deshalb der Untersaaler Schützenverein aufgelöst. Auch alle anderen Räte stimmten dafür und bewilligten einen Zuschuss von 10 000 Euro für eine elektronische Anlage zur Trefferermittlung.

Ein ganz anderer Kostenpunkt für die Gemeinde ist der Asiatische Laubholz-Bockkäfer, kurz ALB. Im April 2016 wurde er im Hafengebiet Kelheim/Saal entdeckt. Der Schädling ist vermutlich als blinder Passagier aus Asien dorthin gekommen. Auf Grund strenger EU-Vorschriften mussten damals zahlreiche Bäume gefällt werden. Experten untersuchten mit extra ausgebildeten Suchhunden das Gebiet. Auch eine Quarantänezone musste eingerichtet werden, sie besteht bis heute. Waldbesitzer müssen ebenso wie Gartenbesitzer, die Grüngut transportieren, bestimmte Regeln einhalten. Grüngutabfälle etwa dürfen nur auf dem Wertstoffhof abgegeben werden. Sie dürfen auch nicht anderweitig mitgenommen, transportiert, abgelagert oder entsorgt werden.

Baumkletterer suchen den Asia-Käfer:

Video: Hutzler

Da seitdem glücklicherweise keine dieser Schädlinge mehr gefunden wurden, reicht mittlerweile eine einfache jährliche Befallskontrolle des betroffenen Gebietes aus. Diese wurde an Manfred Westermeier und seine Suchhündin Vroni vergeben. Beide sind ausgebildete und erfahrene Experten für die Suche nach dem ALB.

17 000 Euro kostet die Gemeinde Saal die Suche nach dem schädlichen Käfer auch in diesem Jahr. Sollte er aber auch weiterhin nicht mehr gefunden werden, dann gibt es eine gute Nachricht: Dann werden die EU-Vorschriften für die Suche nach dem ALB und die Einhaltung der Quarantänezone im nächsten Jahr wieder eingestellt.

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