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Mitteilung

Bombodrom wird zum Naturschutzgebiet

Das „Bombodrom“ ist ab Samstag offiziell Naturschutzgebiet. Das hat die Regierung von Niederbayern am Freitag mitgeteilt.

Ab Samstag hat das Bombodrom den Status Naturschutzgebiet.
Ab Samstag hat das Bombodrom den Status Naturschutzgebiet. Foto: Archiv

Siegenburg.Das „Bombodrom“ ist nun offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der ehemalige NATO-Übungsplatz im Dürnbucher Forst bei Siegenburg (Landkreis Kelheim) ist damit das 65. Naturschutzgebiet in Niederbayern. (Eine Übersicht aller niederbayerischen Naturschutzgebiete gibt es hier). Unter anderem via Twitter teilte das die Regierung von Niederbayern mit.

Schon 1994 gab es erste Vorschläge, das Militärgelände dauerhaft als Naturschutzgebiet zu sichern, doch wegen der militärischen Nutzung schien das lange Zeit nicht möglich. Im Frühjahr 2013 signalisierte dann die Bundesregierung, den Übungsplatz in absehbarer Zeit zu schließen. Ende 2014 zog sich dann auch die US Army endgültig aus Siegenburg zurück. „Dank der breiten Unterstützung in der Bevölkerung, durch den Markt Siegenburg und des intensiven Engagements des Landrates Dr. Hubert Faltermeier konnte somit das Verfahren zur Ausweisung als Naturschutzgebiet eingeleitet und nach weniger als einem Jahr abgeschlossen werden“, schreibt die Regierung von Niederbayern in ihrer Mitteilung.

Ein Glücksfall für den Arten- und Biotopschutz

Wegen seiner einzigartigen Naturausstattung ist das neue Naturschutzgebiet ein Glücksfall für den Arten- und Biotopschutz in ganz Bayern. Seine Ausweisung eröffnet völlig neue Perspektiven zur Schaffung eines Biotopverbunds innerhalb des Siegenburger Binnendünengebiets. Doch bevor es soweit ist, müssen erst mögliche Altlasten und Munitionsreste entsorgt werden. Erst dann ist es möglich, das Naturschutzgebiet auch für Besucher zu öffnen, soweit dies mit dem Schutzzweck vereinbar ist. Derzeit gilt jedoch aus Sicherheitsgründen nach wie vor ein absolutes Betretungsverbot, um die Bevölkerung zu schützen.

Kelheims Landrat freut sich über den Erfolg

Landrat Dr. Hubert Faltermeier freute sich in einer ersten Reaktion am Freitag: „Die Regierung von Niederbayern ist dem Antrag des Kelheimer Kreistages und des Marktes Siegenburg nachgekommen und hat die Fläche des ehemaligen Luft-Boden-Schießplatzes in Siegenburg nach Durchführung des Verfahrens als Naturschutzgebiet ausgewiesen.“ Die Fläche Siegenburg sei naturschutzfachlich äußerst wertvoll und nunmehr dauerhaft für den Natur- und Artenschutz gesichert. „Damit wurde ein weiterer wichtiger Schritt für die künftige naturnahe und ökologisch nachhaltige Nutzung und Entwicklung realisiert.“

Fachliche Informationen

  • Sandrasen:

    Mit seiner Größe von ca. 120 ha Offenlandflächen und ca. 150 ha Kiefernwald zählt der Luft-Boden-Schießplatz Siegenburg zu den wenigen noch existierenden, großflächigen Sandrasen-Komplexen in Bayern. Die zentrale Lage innerhalb des Abensberg-Siegenburger Binnendünengebiets, dem bedeutendsten Sandgebiet Südbayerns, verleiht dem ehemaligen Übungsplatz darüber hinaus eine Schlüsselfunktion im Biotopverbund innerhalb dieses Sandgebietes.

  • Wertigkeit

    Der Luft-Boden-Schießplatz Siegenburg (Konversionsfläche der alliierten Streitkräfte) besitzt naturschutzfachlich höchste Wertigkeit. Er ist als Rückzugsgebiet für eine Vielzahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, insbesondere für Pionierarten offener Sanddünen und lückiger Sand-Magerrasen, aber auch der Zwergstrauchheiden und lichten Kiefernwälder, von landes- bis bundesweiter Bedeutung. Beispielsweise beherbergt das Gebiet die wahrscheinlich größten mitteleuropäischen Vorkommen des in Bayern und bundesweit stark gefährdeten Gewöhnlichen Flachbärlapps.

  • Bestandsschutz:

    Aktuell ist das Gebiet des Luft-Boden-Schießplatzes als FFH- und SPA-Gebiet bei der EU gemeldet, wodurch für bestimmte Biotoptypen bereits jetzt ein sog. Verschlechterungsverbot gilt. Eine ergänzende Ausweisung als Naturschutzgebiet würde dem gesamten Gebiet mit allen Naturgütern (Pflanzen, Tiere, Biotope, Wasser, Boden) einen Schutz bieten und die Bemühungen des Marktes Siegenburg (Wasservorranggebiet, naturverträgliche, extensive Nutzung) unterstützen.

Das Landratsamt hatte Mitte April die rund 20 Stellungnahmen, die im Rahmen der Auslegung und Anhörung eingegangen waren, an die Regierung von Niederbayern zur Bewertung und Würdigung durch die zuständigen Stellen und Gremien übersandt. Die Verordnung der Regierung von Niederbayern über das Naturschutzgebiet „Ehemaliger NATO-Übungsplatz Siegenburg“ tritt am 28. November 2015 in Kraft.

Faltermeier weiter: „Durch die Überführung der Flächen in das Nationale Naturerbe und der sich daraus ergebenden Möglichkeit der Übernahme der Flächen durch die DBU Naturerbe GmbH sowie die Ausweisung als Naturschutzgebiet ergibt sich nun die einmalige Chance, das Gebiet des bisherigen Luft-Boden-Schießplatzes Siegenburg dauerhaft für nachfolgende Generationen als einmaliges Natur- und Erholungsgebiet zu sichern. Nun ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) wegen der Altlastenuntersuchung und -sanierung verstärk gefordert.“

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