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Polizei

Großbrand in Bauernhof bei Siegenburg

Kurz nach Mitternacht loderten die Flammen aus einem Strohlager direkt neben dem Offenstall. 130 Feuerwehrler kämpften.
Von Walter Dennstedt

  • Ein Raub der Flammen wurde das Strohlager eines Aussiedlerhofs bei Siegenburg in der Nacht zum Samstag. 130 Feuerwehrleute waren im Einsatz, der Schaden ist nach Polizeiangaben sechsstellig. Foto: Pieknik
  • Kilometerweit waren die Flammen zu sehen. Foto: Dr. Kahler

Siegenburg.Ein Brand in einem erst vor wenigen Jahren errichteten Aussiedlerhof zwischen Siegenburg und Staudach hat am Samstag (18. Juli) kurz nach Mitternacht Schaden in sechsstelliger Höhe verursacht. Weder Mensch noch Tier wurden verletzt, die Brandursache ist noch unklar.

Um 0.04 Uhr wurde die Feuerwehr Siegenburg zu einem „Kleinbrand“ alarmiert. Als die Feuerwehr zum Bauernhof – auf einer Anhöhe südlich von Siegenburg gelegen – zufuhr, sah man bereits Flammen lodern und forderte sofort Unterstützung an, berichtet der Siegenburger Feuerwehrkommandant Martin Ettengruber.

Die integrierte Leitstelle Landshut löste daraufhin Großalarm aus, so dass die Feuerwehren im Umkreis von rund zehn Kilometern alarmiert wurden, teilweise per Sirene.

Der Brand war in einem Heu- und Strohlager zwischen Siegenburg und Staudach ausgebrochen und griff sofort auf das Scheunengebäude und die auf dem Dach befindliche Photovoltaikanlage über, so die ersten Erkenntnisse der Polizei. Die Siegenburger Feuerwehr, so lobt Kreisbrandrat Nikolaus Höfler, handelte äußerst umsichtig und schuf zwischen dem hellauf brennenden Strohlager und dem nur wenige Meter entfernten Offenstall, in dem rund 70 Kühe des Biobauern stehen, eine Schutzwand aus Wasser. Dabei gestalteten sich die Löscharbeiten äußerst schwierig, denn es gibt nach Angaben von Feuerwehrlern nur einen Hydranten direkt beim Hof, der die benötigten Wassermengen bei weitem nicht heranschaffen kann.

So war es Aufgabe der nachrückenden Feuerwehren, Schlauchleitungen von der Ortschaft her zu legen. Teils mussten Strecken von über einem Kilometer Länge überwunden werden. Zudem halfen Landwirte mit Güllefässern und Traktoren, Wasser heranzuschaffen.

Der Feuerwehr Siegenburg gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf den Offenstall und weitere Gebäude zu verhindern. Erst als dies gesichert war, konzentrierte man sich auf das Löschen des brennenden Lagergebäudes. Das war mit Stroh vollgepackt, auch ein Traktor und weiteres landwirtschaftliches Gerät wurden ein Raub der Flammen. Die Feuerwehren orderten schweres Gerät, um die glimmenden Strohballen nach dem Wässern mit tausenden Litern Wasser aus dem Gefahrenbereich zu entfernen und die letzten Glutnester abzulöschen. Das Stroh und Heu wurde dann auf ein abgeerntetes Feld abgefahren. Die Arbeiten dazu zogen sich bis Samstagmorgen hin.

Die Polizei Mainburg konnte vor Ort noch nichts über die Brandursache sagen: Man könne keine Möglichkeit ausschließen, sprich: auch ein technischer Defekt könnte für das Feuer in Frage kommen. Lediglich ein Blitzeinschlag scheidet aus;ein Gewitter hat es im Raum Siegenburg um die Zeit nicht gegeben. Stattdessen ging unter den Feuerwehrleuten ein schlimmer Verdacht um: War wieder der Brandstifter unterwegs, der in den vergangenen Wochen in der Umgebung immer wieder Feuer gelegt hat? Ins Schema eines Feuerteufels würde der Brandort passen, wurde laut überlegt: im Außenbereich, schlecht zugänglich – so wie in der Vergangenheit.

Die Kriminalpolizei hat mittlerweile die Ermittlungen zur Ursache übernommen. Bis Sonntagmittag lagen noch keine weiteren Erkenntnisse vor.

Die Feuerwehrmänner und -frauen waren bei Temperaturen um die 25 Grad um Mitternacht körperlich und psychisch massiv gefordert, eben ob der Ungewissheit, ob der Feuerteufel erneut zugeschlagen hat. Noch zu frisch sind die Erinnerungen an die Brandserie im Landkreis, in Bad Abbach, die vor zwei Jahren Bevölkerung, Feuerwehr und Polizei schreckte.

Eingesetzt waren außer der Feuerwehr Siegenburg die Feuerwehren aus Neustadt, Niederumelsdorf, Train, Elsendorf, Mühlhausen, Biburg und Kirchdorf sowie das THW (insgesamt 130 Kräfte) sowie eine Reihe von Rettungskräften des BRK, die Gott sei Dank nicht einzugreifen brauchten.

Großbrand bei Siegenburg

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