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Grüne Hand

Gutes Beispiel für die Großen

Schüler säubern die Landschaft um Siegenburg. Dafür gibt es von der VR Bank Niederbayern-Oberpfalz eine Belohnung.
Von Wolfgang Abeltshauser

Projektpate Armin Wolf brachte den Preis mit. Foto: Abeltshauser
Projektpate Armin Wolf brachte den Preis mit. Foto: Abeltshauser

Siegenburg.Die Fünftklässler der Herzog-Albrecht-Mittelschule sehen ganz schön erschöpft aus. Das ist kein Wunder. Mussten sie doch weit mehr zupacken, als die Mädchen und Buben sich das vielleicht gedacht haben. Auf alle Fälle war ihre Ramadama-Aktion im Gemeindegebiet noch ergiebiger als befürchtet. „Wir hätten nicht gedacht, dass es so viel ist“, sagen Selina Obermeier und Theresa Maier der Mittelbayerischen. Sogar Lkw-Reifen zogen sie aus der Natur.

Zumindest hat sich der löbliche Einsatz für die Schülerinnen und Schüler rentiert. Denn sie haben bei ihrer Aktion potente Bündnispartner mit an Bord. Sie werden von der VR Bank Niederbayern-Oberpfalz eG im Rahmen der Umweltprojektförderung „Die grüne Hand“ mit 1000 Euro unterstützt. In Kooperation mit der Mittelbayerischen Zeitung wird diese Auszeichnung jährlich an zehn Einrichtungen in der Region vergeben, die sich in innovativen Projekten für Ökologie und Nachhaltigkeit einsetzen. Schüler und Lehrer können das Geld gut gebrauchen, denn mit Aktionen im Unterricht wollen sie sich weiter dafür einsetzen, dass man die Natur nicht zur Müllhalde machen soll.

Idee kam beim Wandern

Außerdem gibt es einen in Holz gehaltenen Erinnerungspreis. Den überreicht Projektpate Armin Wolf den Kindern. „Wir machen im Herbst mit den Klassen immer Wanderungen“, berichtet Lehrerin Heike Hammer – die Hauptorganisatorin des Projekts an der Schule. Da würden die Kinder immer angehalten, ihren Müll auch in die ja durchaus vorhandenen Mülleimer zu befördern. Immer wieder würden die Pädagogen von ihren Schützlingen darauf aufmerksam gemacht, dass schon viel Unrat herumliege, der mit ihnen nichts zu tun hat.

So sei man dann auf die Idee mit der Ramadama-Aktion gekommen. „Müll ist nicht nur in den Meeren zu finden, sondern auch auf den Spielplätzen und auf dem Schulweg der Kinder“, betont Lehrerin Esther Klatt. Projekte dieser Art müssen deshalb in ihren Augen sein.

Bei der Rama Dama-Aktion waren die Kinder fleißig. Foto: Abeltshauser
Bei der Rama Dama-Aktion waren die Kinder fleißig. Foto: Abeltshauser

So sind die Schülerinnen und Schüler an diesem Vormittag ausgeschwärmt. Aufgeteilt in mehrere Gruppen haben sie das gesamte Gemeindegebiet durchsucht. Sie sind leider mehr als fündig geworden. „Wir konnten gar nicht alles zur Schule zurücktragen“, beschreiben es Selina Obermeier und Theresa Maier. So haben die Kinder flugs mehrere Depots eingerichtet, in denen sie Müllsäcke und weiteren Unrat zwischengelagert haben. Jörg Gebhardt vom Bauhof und seine Kollegen werden die später abfahren und alles abtransportieren.

Nicht nur, dass die Sammler etliche Flaschen, Zigarettenkippen und Verpackungsmüll gefunden haben. Die Schüler zählen auf: Auto- und Lkw-Reifen, Felgen – ein Trittbrett aus Metall, das wohl auch von einem Lastwagen stammen dürfte. Schüler und Lehrer ärgert das auf mannigfache Weise: Anscheinend sei so mancher Zeitgenosse einfach zu faul, um seinen Müll in die vorhandenen Behältnisse zu werfen. „Manchmal liegt das einfach daneben.“

Nicht zu verstehen

Absolut unverständlich ist für die Fünftklässler, dass Menschen Sachen, die sie weiter verwerten könnten, einfach in die Natur werfen. Da gibt ein Mitschüler der beiden Mädchen sogar einen konkreten Hinweis: Für Altmetall bekomme man ja von manchen Firmen sogar Geld gezahlt, wenn man es bringe. Er könne sich auf alle Fälle nicht vorstellen, als Erwachsener einmal so unverantwortlich zu handeln.

Der Wettbewerb Grüne Hand

  • Preisträger:

    Von-der-Tann-Grundschule Regensburg, Staatliche FOS/BOS Regensburg, Mittelschule Ensdorf, Mittelschule Neunburg vorm Wald, Sophie-Scholl-Grundschule Burglengenfeld, Mittelschule Dietfurt, Martini-Schule-Freystadt, KPO-Mittelschule Bad Kötzting, Grund- und Mittelschule Lam

  • Projekte:

    Es ging unter anderem um Solarenergie, Hilfe für Vögel und um den Wald. (wo)

Gebhardt wundert die Ausbeute der Schülerinnen und Schüler hingegen nicht. Besonders auf die Sache mit den Reifen war er vorbereitet. Rund 50 von denen müssen er und seine Kollegen jedes Jahr aufsammeln. Sicherlich könne man die nicht auf dem Wertstoffhof abgeben. Aber jede Autowerkstatt nehme sie – gegen eine kleine Gebühr von wenigen Euro.

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