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Bürgerinitiative

„Unsere vorletzte Forderung ist erfüllt“

Die BI Siegenburg will jetzt noch die Altlastensanierung des neuen Schutzgebiets „Bombodrom“ kritisch verfolgen.
Von Martina Hutzler

Auf Sand gebaut: das Bombodrom
Auf Sand gebaut: das Bombodrom Foto Lorenz/Regierg. v. Niederbayern

Siegenburg.Auf positive Reaktionen stößt die nunmehr vollzogene Ausweisung des ehemaligen „Bombodroms“ bei Siegenburg zu einem Naturschutzgebiet. So sieht die Siegenburger Bürgerinitiative (BI) gegen den Fluglärm ihre „vorletzte Forderung“ erfüllt, wie BI-Vorsitzender Wolfdietrich M. Rading in einer Pressemitteilung schreibt: Die militärische Nutzung des Geländes als Luft-Boden-Schießplatz gehöre der Vergangenheit an. Und dass das Areal stattdessen jetzt unter Naturschutz steht, sei die einzig logische Schlussfolgerung im Hinblick auf den Schutz der Trinkwasservorräte. Aus dem Dürnbucher Forst, zu dem das Bombodrom gehört, werden nach seinen Angaben „über 40000 Haushalte mit Trinkwasser versorgt“.

Dass Natur und Wasser nun tatsächlich zu ihrem Recht kommen, sei die letzte Aufgabe der BI, kündigt Rading an: „Es bleibt nun also festzuhalten, dass nur noch die Sanierung des Platzes, unsere letzte Forderung, möglichst bald in Angriff genommen werden wird.“ Die müsse allerdings mit Augenmaß erfolgen, damit nicht „schutzwürdige Pflanzen und Tiere unnötig gefährdet oder sogar vernichtet werden“. Eine „nur oberflächlich oder oberflächig“ durchgeführte Säuberung durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) werde man aber auch nicht akzeptieren: „Es muss unbedingt allen Hinweisen auf Waffenresten nebst möglicher Uranmunition nachgegangen werden“, fordert Rading. In dasselbe Horn stößt der Kelheimer Landrat Dr. Hubert Faltermeier: „Nun ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) wegen der Altlastenuntersuchung und -sanierung verstärkt gefordert“, wird er in einer Mitteilung vom Freitag zitiert.

Auch die Regierung von Niederbayern, deren Höhere Naturschutzbehörde das Schutzgebietsverfahren durchgeführt hatte, weist darauf hin, dass noch „mögliche Altlasten und Munitionsreste entsorgt werden“ müssten. „Erst dann ist es möglich, das Naturschutzgebiet auch für Besucher zu öffnen, soweit dies mit dem Schutzzweck vereinbar ist. Derzeit gilt jedoch aus Sicherheitsgründen nach wie vor ein absolutes Betretungsverbot, um die Bevölkerung zu schützen.“

Nach der Sanierung freilich werde das neue Naturschutzgebiet – das 65. in Niederbayern – das neue Naturschutzgebiet zum „Glücksfall für den Arten- und Biotopschutz in ganz Bayern“, schwärmt die Bezirksregierung: „Seine Ausweisung eröffnet völlig neue Perspektiven zur Schaffung eines Biotopverbunds innerhalb des Siegenburger Binnendünengebiets“; zu verdanken sei sie „der breiten Unterstützung in der Bevölkerung, durch den Markt Siegenburg und das intensive Engagement des Landrates Dr. Hubert Faltermeier“.

Letzterer sieht die Chance auf „ ein einmaliges Natur- und Erholungsgebiet“. Und teilt damit die Meinung von Bundestagsabgeordnetem Dr. Thomas Gambke: „Das Gelände soll als Naturschutzgebiet für Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen und so die Schönheit der Natur und die Bedeutung der Artenvielfalt nahebringen“, fordert der Grünen-Politiker.

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