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Bewegung

„Sport nach 1“ kommt in Abensberg gut an

An der Aventinus-Mittel- und an der Wirtschaftsschule bringt das Projekt beiden Seiten was. Den Mentoren und den „Kleinen“.

Die Mentoren Nils und Nico mit Schulleiter Wolfgang Brey (3.v.re.) und Betreuerin Regina Beckstein und zwei Schülern Foto: KnottFoto: Knott
Die Mentoren Nils und Nico mit Schulleiter Wolfgang Brey (3.v.re.) und Betreuerin Regina Beckstein und zwei Schülern Foto: KnottFoto: Knott

Abensberg.Es ist kein Geheimnis, dass Kinder und Jugendliche im Schulalltag und häufig auch in der Freizeit zu viel sitzen und sich zu wenig bewegen. Die Gründe dafür sind vielschichtig und zum Teil ganz unterschiedlich. Um dem entgegenzuwirken, haben die Aventinus-Mittelschule und die Staatliche Wirtschaftsschule Abensberg ein Projekt wieder aufleben lassen, das gesundheitliche, sportliche und persönlichkeitsbildende Aspekte wie Verantwortlichkeit, Zuverlässigkeit und Teamgeist in den Mittelpunkt ruft: „Mentor Sport nach 1“ ermöglicht ausgewählten Schülern der 9. und 10 Jahrgangsstufe in der Mittagspause mit jüngeren Kindern angeleiteten und selbst organisierten Sport zu treiben.

Daher wurden 20 engagierte Schüler zu Beginn des Schuljahres ernannt. Im Rahmen eines feierlichen Akts in der Turnhalle der Schule erhielten sie von 1. Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzendem Dr. Uwe Brandl, von Rektor Wolfgang Brey und der Mentoren-Betreuerin Regina Beckstein ihre T-Shirts überreicht. Bürgermeister und Rektor strichen dabei die Wichtigkeit des Projekts heraus, denn „das soziale Engagement der Schüler ist vorbildlich und wichtig“. Sie dankten den Schülern für ihren Einsatz und betonten, wie elementar es für die Entwicklung einer Schule sei, dass sich die Schüler aktiv daran beteiligen.

Bereicherung fürs Schulleben

„Mentor Sport nach 1“ sei nicht nur für das Schulleben eine wertvolle Bereicherung, sondern es diene auch zur Stärkung des Bildungs- und Erziehungsauftrages an bayerischen Schulen und kommt den Schülern zugute.

Im Vorfeld wurden durch die Mentoren-Betreuerin Beckstein, Sportfachberaterin des Landkreises und im Schulzentrum Sportlehrerin für die 9. und 10. Klassen, schulrechtliche und versicherungsrechtliche Aspekte geklärt, um den Mentoren noch wichtiges Handwerkszeug mit auf den Weg zu geben.

Zwei Tage Action

  • Erweitert:

    Angefangen als Eintags-Angebot jeden Dienstag, ist inzwischen der Mittwoch dazu gekommen. Am Schwarzen Brett der beiden Schulen wird ein Zettel aufgehängt und dann können sich die eintragen, die dabei sein wollen..

  • Ausgetobt:

    Vor allem Ganztags-Schüler nehmen an „Sport nach 1“ teil. „Da wollen einige spielen und sich austoben“, so Rektor Brey. Und die Großen, das ist ihm eine besondere Freude, die sind freiwillig dabei – und das in ihrer Freizeit. „Sie machen sehr gerne mit und engagieren sich super“, sagt auch Frau Beckstein voller Freude.

  • Verbessert:

    Brey und Beckstein sehen, dass sich mit der Aufgabe auch die Sprache verbessert, dass ein Gefühl entsteht, Verantwortung zu tragen. Ein Gewinn – für alle Seiten.

Seitdem sind die Schüler befugt, als Mentor für ihre Mitschüler Verantwortung zu übernehmen und am Nachmittag das Sporttreiben anzubieten. Dabei fungieren sie als Aufsicht, Vorbild und Ansprechpartner, falls Probleme auftreten sollten.

Die ausgewählten Leute tragen damit einen wertvollen Teil zu einem sinnvollen Nachmittagsangebot der Schule bei und zeigen durch ihr Engagement, dass sie ihre Schule noch attraktiver machen wollen.

Somit kann der Bewegungsdrang vor allem in den Ganztagesklassen gestillt werden und die Schüler rücken sozial noch ein weniger näher zusammen. „Außerdem hören die Kinder besser auf ihre älteren Mitschüler als auf die Lehrer“, lachen Beckstein und Brey.

Als Mentor ist unter anderem der 17-jährige Nils aus Ihrlerstein seit Oktober 2018 dabei. Er ist in der 10. Klasse der Wirtschaftsschule und „sehr gerne dienstags als Mentor dabei“. Da habe er Zeit und „ich mache selbst gerne Sport, und das hier macht Spaß“. Nils hat eine Karriere bei der Bundeswehr im Visier, aktiv ist er im Fischereiverein und im Kanuclub, auch Billard mag er gern. Um seine Mentoren-Sportstunden hat sich ein kleiner Kult entwickelt, weil er „Kasernenhof-Drill“ mit Spaß vermischt.

Die Kleinen haben viel Power

Die 14-jährige Anujin aus Neustadt hat vier Mentorenstunden hinter sich und ist überrascht, „wie viel Power unsere Kleinen am Nachmittag haben“. Für sie ist die Tätigkeit „eine halbe Stunde, die ich nicht besser investieren könnte. Es macht den Kleinen Spaß und mir auch.“ Anujin ist in Abensberg in der M9, betreibt Fitness in der Freizeit und will Erzieherin werden. „Auch die Jungs siezen uns“, grinst sie.

Der 17-jährige Nico aus Bad Abbach hat fünf Mentoren-Stunden hinter sich und ist ebenfalls ganz begeistert vom Umgang miteinander: „Die Schüler hören auf uns und machen richtig gut mit“. Nico macht Kraftsportraining in seiner Freizeit und will eine Laufbahn bei der Polizei einschlagen; derzeit ist er an der 10. Klasse der Wirtschaftsschulensberg. „Das macht hier mittags richtig Spaß“, sagt er. Auch für Brey ist der sehr gute Umgang der Kinder und Jugendlichen miteinander stets ein oberstes Ziel. „Sie haben Respekt voreinander“, sagt er dankbar.

Die 15-jährige Emily aus Abensberg ist neu im Mentoren-Team, weil’s bisher nicht ging wegen des Stundenplans. _Nun ist der Mittwoch neu dabei und damit auch die künftige Erzieherin. Emily sammelt hier schon mal praktische Erfahrungen; sportlich ist sie ohnehin, sie turnt und schwimmt und hat nun noch die Mentorenstelle.

Schulleiter Wolfgang Brey freut’s: „Wir haben super Schüler. Ich bin sehr froh, dass das so super läuft!“

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