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Budokan in neuen Räumen

Das erste Training im neuen Domizil in Teugn fand am japanischen Neujahrstag statt. Mitglieder leisten 1300 Arbeitsstunden.

Das neue große Dojo bietet beste Trainingsmöglichkeiten. Foto: Thomas Moser
Das neue große Dojo bietet beste Trainingsmöglichkeiten. Foto: Thomas Moser

Teugn.Der Budokan Saal ist in Teugn heimisch geworden, belässt das „Saal“ aber in seinem Namen als Dankeschön an die Heimatgemeinde. Der 1. April 1983 war für ein paar Karate-Enthusiasten aus dem Kelheimer Raum kein Aprilscherz. An diesem Tag wurde nämlich die Abteilung Karate des SV Saal offiziell aus der Taufe gehoben. In der alten Turnhalle in Saal durften die Kampfsportler bei manchmal eisigen Temperaturen am Sonntagmorgen mit Turnschuhen trainieren. Heinz Perzl unterwies die Anfänger und nur wenige Fortgeschrittene im Karate, wie es die Sektion Karate des deutschen Judobundes verlangte.

Nach dem Wechsel in den Deutschen Karateverband war die Zahl bereits derart angestiegen, dass ein zweimaliges wöchentliches Training in der Schulturnhalle angeboten wurde. Durch ständige Fortbildungen und gut vorbereitete Prüfungen wuchsen die Saaler Zöglinge rasch in den Schwarzgurtbereich hinein, Heinz Perzl wurde der erste Danträger, dann folgte mit respektvollem Abstand der heutige Vereinsvorsitzende Moser (damals Haumüller) als Schwarzgurtträger. Nach etlichen Wettkampfteilnahmen und auch Erfolgen zeichnete sich immer mehr ab, dass der Kampfsport Karate nicht zufriedenstellend für die Saaler Führungsriege war. 1996 hatte die Suche nach einem eigenen Trainingsraum (Dojo) Erfolg. Der alte Kindergarten in Saal wurde für 22 Jahre zum Domizil für japanische Kampfkünste.

Den Horizont erweitert

Über das wettkampffreie Karate-Do hinaus übten sich die Saaler in Aikido, Aikijitsu und Iaido. Vor allem die Verbände Idokan Europa und dann der Verband asiatische Kampfkünste (VaK) erweiterten mit der Vielzahl der angebotenen Kampfkünste und den guten Kontakten bis nach Japan den Horizont der Budofans aus Saal. Ab 2001 wurden die Budolehrer Moser und Perzl nicht nur als Referenten geladen, sondern sie fanden Anerkennung im ältesten Dachverband für Kampfkünste, der Dai Nippon Butoku Kai in Japan. Seitdem tragen etliche Saaler Kampfkünstler Graduierungen aus Japan. Vor allem Wolfgang Wimmer (8. Dan) aus Meitingen, Patrick Dimayuga (8. Dan) aus Frankreich und Allan Tattersall (9. Dan) aus Großbritannien förderten die wissbegierigen Saaler. Thomas Moser fungiert seit Jahren als Ansprechpartner für Karate-Do und Aikijitsu in Deutschland innerhalb des VaK. Als Lehrgangsleiter in Teilen Europas und Referent in der Budolehrerausbildung machte er sich einen Namen. 2016 hat ihn Wolfgang Wimmer zu seinem Stilnachfolger im Shingitai-Ryu Iaido und Aikido ernannt.

Das ist neu

  • Dojo: Zwei Trainingsräume, sanitäre Einrichtungen mit je zwei Duschen, Umkleiden, ein Büro- und Lagerraum sowie ein großer Aufenthalts- und Schulungsraum mit Küchenzeile bieten viel Komfort.

  • Bücherei:

    Eine umfassende Bibliothek mit 500 Büchern und Medien lädt zum Verweilen ein. Erste Workshops für den Verband und Anfängerkurse in Aikido und Aikijitsu kündigen sich bereits an.

Heinz Perzl unterrichtet neben dem Karate-Do auch erfolgreich im Trainingsalltag und auf Lehrgängen die Waffenkunst Kobudo. Inzwischen lehren 13 ausgebildete Budolehrer sechs japanische Kampfkünste. Der Budokan Saal – seit 2008 ein eigenständiger Verein – steht inzwischen für traditionelles Budo, bei dem aber immer das Individuum im Mittelpunkt steht. Individuelle Förderung brachte Menschen aller Altersgruppen zum Budo. 2016 folgte die Auszeichnung des Budokan als „beste Budoschule Kanto-Sho“ innerhalb des VaK.

Durch Zufall fündig geworden

Seit langem suchten die Saaler nach einer geeigneteren Trainingsstätte, nachdem der Kindergarten in die Jahre gekommen war. Durch Zufall wurde Heinz Perzl auf eine Teugner Räumlichkeit aufmerksam, nachdem eine Halle in der unmittelbaren Nähe Saals nicht zur Vermietung an den Budokan kam.

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Weltweit anerkannter Experte

Thomas Moser, Leiter des Budokan Saal, wurde von seinem Budo-Lehrer Wolfgang Wimmer zum Stilnachfolger ernannt.

Die Vorstandschaft einigte sich schnell mit dem Vermieter, brachte eigene Wünsche vor und begleitete die Umsetzung. Nach der Erstellung von Trennwänden und sanitären Einrichtungen starteten die Saaler Vereinsmitglieder mit dem Innenausbau. Nach nunmehr 1300 Arbeitsstunden fand am japanische Neujahrsfest Kagami Biraki am 7. Januar ein erstes Training in den neuen Räumen statt.

Inzwischen können an jedem Wochentag Trainingseinheiten in Karate-Do, Jiu-Jitsu, Aikido, Aikijitsu, Iaido und Kobudo besucht werden, individuelles Training in verschiedenen Kampfkünsten ist möglich. Und auch das macht den Budokan einzigartig: Alle Budolehrer verzichten auf finanzielle Entschädigungen.

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