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Fasching

Drillinge aus Teugn sind die Stars

Statt einem Prinzenpaar gibt es bei der Teugonia heuer ein Dreigestirn: die fünfjährigen Brüder Luis, Laurin und Lennard.
Von Gabi Hueber-Lutz

Lennard, Laurin und Luis hielten beim Inthronisationsball als Dreigestirn Hof und entzückten die Gäste. Fotos: Hueber-Lutz
Lennard, Laurin und Luis hielten beim Inthronisationsball als Dreigestirn Hof und entzückten die Gäste. Fotos: Hueber-Lutz

Teugn.Sie sind die Stars der diesjährigen Session der Teugonia: Luis, Laurin und Lennard, die fünfjährigen Drillinge der Familie Raab, die heuer als Dreigestirn am Faschingshimmel aufgegangen sind. Wenn sie in ihre Faschingsrollen schlüpfen, sind sie Seine Tollität Prinz Luis, Seine Deftigkeit Bauer Laurin und Ihre Lieblichkeit Jungfrau Lennia. Oma Edith Listl hat die Figuren Prinz, Bauer und Jungfrau vom rheinischen Karneval in Köln nach Niederbayern importiert.

Die Faschingsfreunde in Zivil: Daniela und Oliver Raab, Oma und Ehrenpräsidentin Edith Listl und die Drillinge Fotos: Hueber-Lutz
Die Faschingsfreunde in Zivil: Daniela und Oliver Raab, Oma und Ehrenpräsidentin Edith Listl und die Drillinge Fotos: Hueber-Lutz

Durch ihre Oma sind die Buben ja sowieso mit dem Faschingsvirus infiziert, ist Edith Listl doch die Ehrenpräsidentin der Teugonia Teugn. Weil die Teugonia kein Kinder-Prinzenpaar fand, kam die Faschingsfreundin auf die Idee mit dem Dreigestirn. „Die Buben sind wirklich total begeistert“, freut sich Teugonia-Präsidentin Ute Geitner. Für ihre Auftritte sind die Drillinge überwiegend tagsüber mit der Kindergarde unterwegs. Aber es gab auch schon einen Sonntag, da hatten sie drei Auftritte.

Heimgehen? Nein, danke!

Und als Mama Daniela Raab nach dem dritten Auftritt zum Aufbruch blies, war Luis sehr enttäuscht: „Was, gehen wir jetzt schon heim?“ Die Buben haben offensichtlich schon ein wenig Künstlerblut in den Adern. Je größer der Saal, in dem sie auftreten, und je mehr Leute da sind, desto besser gefällt es ihnen, hat ihre Mutter beobachtet. Eine Art Anführerrolle bei den Geschwistern hat Laurin. Er ist mit einer Minute Vorsprung schließlich auch der Älteste der Drillinge. Er ist der „Einling“ im Trio, Luis und Lennard sind eineiige Zwillinge.

Lennard schlüpfte in die weibliche Rolle und wurde Prinztessin „Lennia“. Fotos: Hueber-Lutz
Lennard schlüpfte in die weibliche Rolle und wurde Prinztessin „Lennia“. Fotos: Hueber-Lutz

Laurin war die treibende Kraft für das Engagement in diesem Fasching. Weil seine Cousine in der Kindergarde tanzt, wollte er das auch. Als die Idee mit dem Dreigestirn geboren war, brauchten die Erwachsenen gar nicht überlegen, wer in welche Rolle schlüpft, denn das hatten die Buben ganz schnell unter sich ausgemacht. Laurin wollte den Bauern machen, Luis den Prinzen und Lennard die Prinzessin.

Ein paar Gedanken macht Lenni sich mittlerweile durchaus über seine Rollenwahl, weil er sich da schon die eine oder andere Frotzelei anhören musste. Aber im Fasching könne man als Bub ruhig ein Mädchen machen, sagt die Oma. Und wenn die das sagt, dann stimmt es. Außerdem gebe es ja viele Männer, die sich im Fasching als Frauen verkleiden und zum Beispiel als Männerballett die Lachmuskeln strapazieren. Beim Inthronisationsball fotografierte Lenni dann fleißig all die kleinen Prinzessinnen der anderen Faschingsgesellschaften.

Die Drei gibt es auch im Einzelpaket

Luis, Laurin und Lennard sind begeisterte Lego-Spieler. Fotos: Hueber-Lutz
Luis, Laurin und Lennard sind begeisterte Lego-Spieler. Fotos: Hueber-Lutz

In ihrem normalen Alltag schwirren derzeit viele Flugzeuge, Raketen und Drohnen durch das Haus der Raabs. Die Jungs sind nämlich begeisterte Lego-Konstrukteure und führen ganz stolz ihre verschiedenen Kreationen vor. Sie sind viel beisammen, aber nicht ständig. Die Eltern nehmen auch mal nur einen oder zwei der Buben zum Beispiel zum Einkaufen mit. Jeder hat im Kindergarten eigene Freundinnen und Freunde. Und zu Kindergeburtstagen erwartet niemand, dass immer alle drei eingeladen sind. Als die Drillinge sich damals ankündigten, war für die ganze Familie klar: Wir schaffen das. „Meine Tochter hat das super gemacht“, erinnert sich Edith Listl. Ein paar Wochen zu früh sind die Drei gekommen, und als dann einer nach dem anderen aus dem Krankenhaus nach Hause durfte, stellte die Familie Raab fest, dass sie „super brave Babys“ hatte. Aufsehen haben sie immer schon erregt. Papa Oliver Raab hat schon einen relativ dicken Ordner mit Zeitungsausschnitten gesammelt.

Laurin fühlte sich auf de Bühne schnell pudelwohl und offenbart einiges Talent. Fotos: Hueber-Lutz
Laurin fühlte sich auf de Bühne schnell pudelwohl und offenbart einiges Talent. Fotos: Hueber-Lutz

Im Fasching läuft das verkleidete Trio immer einem Fotografen vor die Linse. Es gibt schließlich nicht so viele Drillinge, die so faschingsnarrisch sind, kennt ihre Oma den Grund. Grundsätzlich verkleiden sich ihre Buben ausgesprochen gern, erzählt Daniela Raab. Sie haben eine große Kiste mit Klamotten zur Verfügung.

Noch heute muss sie schmunzeln, wenn sie an das Bild denkt, als ihr Vater mit den drei Buben im Schlepptau Gras mähte – die Jungs mitten im August in dicken Drachenkostümen hinter dem Opa herstapfend. Ihre schönen Kostüme als Dreigestirn hat ihnen Schneiderin Helga Schantz aus Hausen angefertigt. Auch Oliver Raab ist in dieser Faschingssession sehr gut beschäftig. „Ich bin Texter, Einstudierer und Fahrer des Dreigestirns“, zählt er auf. Bei ihren Auftritten singen Luis, Lennard und Laurin auch. Der Papa hat für sie bekannte Melodien ausgewählt, neue Texte unterlegt und das Ganze zunächst einmal selber eingesungen. Bei der nächsten längeren Autofahrt machten die Kinder dann Bekanntschaft mit den Songs und lernten sie recht schnell. Laurin, der zunächst vom Singen nicht so begeistert war, könnte mittlerweile auch live singen, aber zur Sicherheit gibt es die Lieder beim Auftritt in der Playback-Version, die die Buben aufgenommen haben.

Familiensache

  • Teugonia: Insgesamt sieben Enkelkinder von Ehrenpräsidentin Edith Listl sind heuer mit der Faschingsgesellschaft in verschiedenen Funktionen unterwegs.

  • Radfahrverein: Aus diesem Verein ging die Teugonia hervor. 40 Jahre war Edith Listl dessen Vorsitzende. Danach hat Schwiegersohn Oliver Raab den Vorsitz übernommen. (lhl)

Strenge Gebräuche

Lennard und Luis halten ihre ganzen Faschingsorden im Bild fest. Fotos: Hueber-Lutz
Lennard und Luis halten ihre ganzen Faschingsorden im Bild fest. Fotos: Hueber-Lutz

Laurin, Lennard und Luis kennen sich schon prima aus mit all den Sitten und Gebräuchen, die im Fasching herrschen. Da ist zum Beispiel die Sache mit den Orden. Davon bekommt man viele im Laufe eine Faschingssession. Wer ohne einen bereits verliehenen Orden erscheint, muss zahlen, so lautet eine der Regeln. Nun wird die Menge der Orden aber im Lauf eines Faschings, noch dazu eines langen Faschings, ganz schön schwer. Zu schwer für die Buben bei ihren Auftritten. Lenni hatte deshalb gleich schon eine prima Idee, als er bei einer Tombola eine große, rote Tasche gewann. Dort verstaut er sämtliche Orden des Dreigestirns und hat sie bei jedem Auftritt dabei.

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