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Soziales

Therapiegerät dank Turnier

Emma Loeffl (10) leidet an einem Gendefekt. Der Erlös aus dem Benefizkicken des ATSV Kelheim ist für ihre Behandlung.
Von Bianka Lucius

Andreas Buchner überreicht mit Spielern der Ü 40 des FC Ingolstadt einen Spendenscheck an Kathrin Loeffl. Jürgen Pillmeier (links) hat das Benefizspiel des ATSV Kelheim organisiert.  Foto: Bianka Lucius
Andreas Buchner überreicht mit Spielern der Ü 40 des FC Ingolstadt einen Spendenscheck an Kathrin Loeffl. Jürgen Pillmeier (links) hat das Benefizspiel des ATSV Kelheim organisiert. Foto: Bianka Lucius

Kelheim.Gespannt verfolgte Emma Loeffl aus Großmuß das für sie veranstaltete Benefizkicken der Alten Herren beim 44. Hallenturnier des ATSV Kelheim in der Dreifachturnhalle. Emma ist zehn Jahre alt.

Wie viele andere Kinder in ihrem Alter liest sie gern Detektivgeschichten vor allem die Bücher „Die Zeitdetektive“. Die Welt betrachtet sie mit wachen Augen nur aus einer anderen Perspektive – liegend. Denn Emma hat den Gendefekt spinaler Muskelatrophie, kurz SMA-1 (siehe Info).

„Emma ist überall mit dabei“

„Wir leben nicht zurückgezogen. Emma ist überall mit dabei. Sie sammelt viele positive Erfahrungen. Die Leute gehen auf sie zu wie bei unserem Dorffest.“ So gingen auch während des Turniers Fußballer zu der Schülerin. „Und Emma genießt es im Mittelpunkt zu stehen“, freute sich die Mama. Weiter erzählte sie: „Emma ist sehr wissbegierig. Sie konnte schon vor der Einschulung lesen.“ Auf die Frage, ob sie gern zur Schule gehe, versuchte Emma mit ihrer leisen Stimme zu antworten.

Doch ihre Antwort wurde von den Trommeln und Rasseln in der Turnhalle übertönt. Stattdessen hob sie immer wieder die Augenbrauen, was Ja bedeutet. Seit zwei Jahren bekommt das Mädchen über den Spinalnerv ein auf dem Markt neues Medikament injiziert. Seitdem ist ihr Zustand stabil.

Für das Mädchen hatte sich der Organisator des Benefizkickens stark gemacht, Jürgen Pillmeier. Er sammelte schon im Vorfeld 4600 Euro von Privatpersonen. „Wenn man die Freude im Gesicht der Betroffenen sieht, freut man sich, denn dann hat sich der ganze Aufwand gelohnt“, sagte Pillmeier nach der Spendenübergabe. Kathrin Loeffl wandte sich an ihn: „Ich bin überwältigt, ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte. Mir fehlten einfach die Worte.“ Dabei standen ihr Tränen in den Augen.

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Jedes Jahr suchen die ATSV Kicker nach einer Familie, die dringend Hilfe benötigt. Betroffene können sich an Jürgen Pillmeier wenden. „Es ist gar nicht so einfach, eine Familie zu finden, die auch bereit ist an die Öffentlichkeit zu gehen“, so der Organisator. Unterstützung bekam Emma auch von ATSV-Spieler Matthias Mirwald. Er sammelte in seiner Firma 500 Euro für das Mädchen.

Auf dem Spielfeld des Hallenturniers fand die Scheckübergabe statt.
Auf dem Spielfeld des Hallenturniers fand die Scheckübergabe statt.

Erstmalig in diesem Jahr sind die Oldies des FC Ingolstadt beim Hallenturnier dabei. Einer von ihnen ist der ehemalige Fußballprofi Andreas Buchner. „Wir haben bei unserer Ü 40-Weihnachtsfeier 500 Euro gesammelt. Außerdem versteigern wir noch ein Trikot mit allen Unterschriften der ersten Fußballmannschaft.“ Buchner sagte, dass der FC Ingolstadt regional verbunden sei. Der Verein stelle an Schulen bei Sportlehrermangel Trainer zur Verfügung. Die Ingolstädter sind auch in Kindergärten aktiv, bei Migration, und helfen bei persönlichen Schicksalsschlägen. Regelmäßig möchte nun die Ü-40-Mannschaft am Kelheimer Benefizkicken teilnehmen, so Buchner.

Besondere Anschaffungen

Von den Spendengeldern möchte sich die Familie ein therapeutisches Bewegungsgerät anschaffen, das Arme und Beine der Patientin bewegt, damit die Muskeln nicht einschlafen. Falls dann noch etwas übrigbleibe, werde das Geld für besondere Anschaffungen gespart, etwa für den Umbau von Kathrin Loeffls Fahrrad. Jetzt kann sie mit Emma Fahrradtouren machen.

Emmas Krankheit

  • Spinale Muskelatrophie:

    Der Gendefekt, kurz SMA-1 genannt, lässt Nerven absterben, die sonst Muskeln aktivieren würden. Daher verkümmern Emma Loeffls Muskeln.

  • Symptome:

    Die zehnjährige Emma kann sich nicht bewegen, kann nicht schlucken, und wird nachts beatmet. Ihre Mutter Kathrin Loeffl beschrieb ihre Tochter als selbstbewusst, fröhlich und zufrieden. (ebl)

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