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Fussball

Das Traumtor vom Hopfen-Messi

Max Kellerer (20) rennt bei 50-Meter-Solo fast aus dem Platz – und trifft ins Kreuzeck. Das Tor zieht deutschlandweit Kreise.
Von Martin Rutrecht

Stürmer Max Kellerer aus Train – hier in einem anderen Spiel – erzielte ein sehenswertes Tor. Manche adeln ihn als „deutschen Messi“. Foto: MB/FuPa
Stürmer Max Kellerer aus Train – hier in einem anderen Spiel – erzielte ein sehenswertes Tor. Manche adeln ihn als „deutschen Messi“. Foto: MB/FuPa

Train.Seinem Trainer Robert Fischer wurde angst und bange. „Wenn er noch weiter läuft, ist er bald im Hopfen draußen“, dachte sich der Coach der SG Siegenburg/Train. Doch Maximilian Kellerer kratzte nach einem Alleingang diagonal (!) über den Platz noch rechtzeitig die Kurve und schlenzte das Leder ins Kreuzeck. „Geplant war’s nicht so, aber irgendwann musste ich schießen“, schmunzelt der 20-Jährige. Das Video seines Treffers geht viral in ganz Deutschland um.

„Ich konnte vorher nicht abschließen. Immer kam ein Gegenspieler angeflogen.“

Maximilian Kellerer

Die Partie beim TV Aiglsbach II war im Grunde ein Spiel zum Vergessen. „Wir hätten viel einfachere Chancen reinmachen müssen“, sagt SG-Trainer Fischer. „Ich hatte ein, zwei klare Möglichkeiten“, ergänzt Angreifer Kellerer. Zu allem Überdruss kassierte Siegenburg/Train nach 51 Minuten das 0:1.

In der 56. Minute bekam Kellerer den Ball in der eigenen Hälfte auf der linken Seite zugespielt und startete. „Ich wollte an zwei Gegenspielern vorbei und abziehen.“ Doch als der Youngster die zwei Mann ausmanövriert hatte, flogen die nächsten Gegner heran. Wieder ein Haken, wieder ein Haken – sechs Gegenspieler vernaschte der SG-Kicker. Und stand nach einem Solo über geschätzt 50 Metern rechts außerhalb des Strafraums.

Barça will anrufen...

Er hatte den Platz diagonal gequert. „Anspielstation sah ich keine. Deshalb dachte ich: Jetzt schießt einfach.“ Das Leder flog wie an einer Schnur gezogen über den linken Innenpfosten ins Kreuzeck. „Der passt recht gut“, registrierte Kellerer beim Flug des Balles. „Dabei haben die Fans geschrien: Jetzt brauchst nimmer schießen!“

Hier sehen Sie Kellerers herausragenden Treffer:

Zum Glück für die SG-Mannen hielt sich der Kicker nicht daran. Vielleicht dachte er an die Losung seines Coaches. „Ich sag’ den Burschen immer: Wenn ihr nicht draufschießt, werdet ihr nie treffen“, so Fischer. Das Traumtor rettete den Gästen ein 1:1. „Wichtiger als das Tor wären drei Punkte gewesen“, meint der Schütze. Deshalb war unmittelbar nach dem Spiel der Ärger über den verpassten Sieg auch größer als die Freude über den Treffer.

Da auf dem Aiglsbacher Platz eine Videokamera installiert ist, war das Traumtor bald in einen Clip gebannt. „Ein Kumpel hat’s an den BFV geschickt“, erzählt Kellerer. Bald darauf wurde das Video auf der Facebook-Seite des Verbandes gepostet. Parallel zeigte auch „Sporttotal.TV“ den Treffer – der über diesen Weg Eingang in den Online-Auftritt der „Sport-Bild“ fand. „Bei Sporttotal stehe ich in der Auswahl zum Tor des Monats“, weiß Max Kellerer. Gewinnt er, brächte das 1000 Euro für die Vereinskasse.

Maximilian Kellerer wird seit seinem Tor gefeiert. Foto: Richard Seefelder
Maximilian Kellerer wird seit seinem Tor gefeiert. Foto: Richard Seefelder

Die Reaktionen in Freundeskreis und sozialen Netzen blieben nicht aus. Einige schrieben vom „deutschen Messi“. „Der FC Barcelona soll schon angerufen haben“, lacht Coach Fischer. Der junge Fußballer nimmt die Kommentare grinsend auf. Und gesteht: „Eigentlich kann ich nicht gut schießen und im Kopfballspiel bin ich auch eher schwach.“ Als wirkliches Pfund sieht er nur seine Sprintdribblings an. „Das ist einfach so – trotzdem treffe ich“, lacht der 20-Jährige, der als Kind beim FC Train begann.

Sein Bruder ist das Vorbild

Ähnliche Solos versucht er im Übrigen öfters. „Da bleibe ich aber meist nach ein, zwei Spielern hängen.“ Vorbild des Elektrikers, der bald seinen Meister-Kurs beginnt, ist Bruder Josef Kellerer (25), der für den TSV Bad Abbach schon in der Landesliga kickte.

Zäher Saisonstart

  • Rettungsaktion:

    Die SG Siegenburg/Train tut sich nach ihrem Aufstieg 2018 in der Kreisklasse schwer. Nur dank eines besseren direkten Vergleichs entgingen die Hallertauer im Frühjahr der Abstiegsrelegation.

  • Hoffnung:

    Auch in der laufenden Saison sieht es nach Abstiegskampf aus. „Wir wären an sich eine gute Mannschaft. Es müssten nur mal alle da und fit sein“, sagt Max Kellerer, der fest an Klassenerhalt glaubt..

Es höherklassig zu probieren, würde ihn auch reizen. „Aber mit der Meisterschule wird das schwierig. Ich fühle mich bei Siegenburg/Train super wohl, meine ganzen Freunde kicken hier.“ Er will weiter „solche und einfachere Tore beisteuern“. Dann könnte, scherzt Kellerer, sich vielleicht auch sein Lieblingsverein FC Bayern melden. „Der hat noch nicht angerufen.“

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