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Bistum

„Schöpfungstag“ gastiert heuer in Train

Beate Eichinger, Umweltbeauftragte der Diözese Regensburg, stellt im September den Bodenschutz in den Mittelpunkt.
Von Martina Hutzler

Den Boden vor Erosion zu schützen ist Ziel des Projekts „boden:ständig“. Es steht beim „Schöpfungstag“ im Mittelpunkt.
Den Boden vor Erosion zu schützen ist Ziel des Projekts „boden:ständig“. Es steht beim „Schöpfungstag“ im Mittelpunkt. Foto: VöF/Archiv

Train.Die Gemeinde Train im südlichen Landkreis Kelheim ist im Herbst Schauplatz für den diesjährigen „Schöpfungstag“ der Diözese Regensburg. Bei Workshops im Zehentstadel und bei Bustouren in die Flur geht es am Samstag, 24. September, um das Thema „Lebensgrundlagen schöpfungsgerecht gestalten“.

Scheint, als hätten sich dazu zwei gesucht und gefunden: Beate Eichinger, die Umweltbeauftragte der Diözese und als solche die Hauptverantwortliche für den Schöpfungstag, wollte schon länger mal das Thema „Boden“ aufgreifen, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt. Und der Landkreis Kelheim ist ein Vorreiter in Bayern beim Projekt „boden:ständig“ des Landwirtschaftsministeriums; unter anderem bei Kirchdorf und Elsendorf laufen Modellversuche zum Boden- und Erosionsschutz.

Boden-Projekt wird vorgestellt

Den Titel „boden:ständig“ hat Eichinger denn auch übernommen für den Tag im September, und sie arbeitet bei der Vorbereitung des Tages auch mit Klaus Amann vom Landschaftspflegeverband VöF zusammen – der Verband betreut das Bodenschutz-Projekt im Kreis Kelheim.

Für Schöpfung und Boden

  • Schöpfungstag

    Seit 2005 gibt es im Bistum Regensburg jährlich einen Schöpfungstag. Motivation dafür ist „die Verantwortung für den Schutz der Umwelt“, die „zum ethischen Grundgerüst modernen Christseins“ gehöre, wie es auf der Homepage heißt. Thema und Veranstaltungsort – quer durchs Bistum – wechseln jährlich. 2010 war Kloster Weltenburg der Schauplatz, damals zum Thema „Gottes Schöpfung im Donaudurchbruch erleben“

  • Initiative boden:ständig

    Das Projekt des Landwirtschaftsministeriums zielt darauf ab, Bodenerosion zu vermeiden: den Ackerboden auf den Feldern und dadurch die Gewässer sauber zu halten sowie Siedlungen vor Wasser- und Schlammfluten zu schützen. Betreut vom Amt für Ländliche Entwicklung und dem Landschaftspflegeverband VöF, sind im Kreis Kelheim die Orte Painten-Neulohe, Mühlhausen, Kirchdorf- Jauchshofen und Elsendorf dabei. (hu)

Wie wichtig der Boden als Grundlage für unsere Ernährung ist, haben nicht zuletzt die Vereinten Nationen erkannt – sie hatten das Jahr 2015 zum „Internationalen Jahr des Bodens“ ausgerufen, erinnert Beate Eichinger. Sie selbst wurde durch ein anderes Umweltthema auf den „Boden der Tatsachen“ gebracht: „Im Zusammenhang mit Regenerativen Energien ist mir klar geworden, wie groß die Flächenkonkurrenz ist“: Landwirtschaft, Energiegewinnung, Flächenversiegelung durch Bebauung – lauter Themen, die den Boden betreffen.

Erfreut ist sie deshalb, dass sie als Hauptreferenten für den Schöpfungstag in Train bereits Prof. em. Alois Heißenhuber gewinnen konnte. Der ehemalige Inhaber des Lehrstuhls für „Wirtschaftslehre des Landbaues“ an der Technischen Universität München ist unter anderem ein Experte für das Landnutzungs- und Regional­management. Im Kreis Kelheim ist er kein Unbekannter: Er war 2011 Referent bei den Regional- und Umwelttagen in der Kreisstadt. In Train wird er über die Themen „Land entwickeln – Bodenschutz, Flächenkonkurrenz, Identitätsgrundlage“ sprechen, so der derzeitige Planungsstand.

Bei diesem Vortrag sind noch alle Teilnehmer des Schöpfungstags vereint, erzählt Beate Eichinger – danach verteilen sie sich auf die einzelnen Workshops und Gesprächsrunden. In einem soll zum Beispiel das Projekt boden:ständig vorgestellt werden; als weitere Themen sind „Ökologisches Gärtnern“, die päpstliche Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ sowie „Landwirtschaft und Artenschutz“ angedacht. Wer kreativ sein will, kann sich am „Malen mit Erdfarben“ versuchen.

Hopfen und Grundwasser

Nach dem Mittagessen geht’s dann hinaus – allerdings nicht zu Fuß. Vielmehr kann man an einer von zwei Bus-Touren teilnehmen. Eine Tour, so der derzeitige Plan, erkundet das Spannungsfeld „Hopfen & Grundwasser“ und stattet auch einer Hopfenbotschafterin einen Besuch ab. Die andere stellt am Beispiel Kirchdorf-Jauchshofen das Projekt boden:ständig vor und außerdem eine Biogas-Anlage, die dank gleichzeitiger Abwärme-Nutzung besonders effizient arbeitet. Zum Schluss kommen wieder alle zusammen: bei der ökumenischen Abschlussvesper, zu der es – zu Fuß – vom Zehentstadel in die Pfarrkirche geht.

Endgültig festzurren will Beate Eichinger das Programm in den nächsten Wochen, gemeinsam mit einem etwa achtköpfigen Organisationsteam, zu dem aus Vertreter aus dem Kreis Kelheim gehören: Klaus Amann vom VöF und Gregor Tautz von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB). Beate Eichinger selbst ist, neben dem Amt der Umweltbeauftragten, schwerpunktmäßig für die KEB auf Diözesenebene zuständig.

„Erfahrungsgemäß kommen 100 bis 120 Teilnehmer zu unseren Schöpfungstagen“, erzählt sie: meist Menschen, die sich für das jeweilige Thema interessieren, ohne darin Experten zu sein. „Eher Menschen, die umweltinteressiert sind und sich auch Impulse für den Alltag holen wollen.“ Willkommen ist jede/r, auch unabhängig von der Kommission. Eingeladen wird unter anderem über Pfarreien und Umweltverbände. Wenn das Programm steht, wird es auch einen Flyer zum Schöpfungstag geben, inklusive Anmeldeformular.

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