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Rückblick

Ein Dorf, ein Ziel: ein Sportverein!

Der TSV Wildenberg wurde vor 60 Jahren gegründet. Die Fußballbegeisterung bei den jungen Burschen war 1959 der Auslöser.
Von Roswitha Priller

1959 bei der Sportplatzeinweihung: Das Eröffnungsspiel bestritten Wildenberg und Siegenburg. Foto: Archiv Köck
1959 bei der Sportplatzeinweihung: Das Eröffnungsspiel bestritten Wildenberg und Siegenburg. Foto: Archiv Köck

Wildenberg.Gründungsmitglied Erich Köck kann sich noch ganz genau an den entscheidenden Sonntag im Januar 1959 erinnern: „Es war ein milder Tag. Alfons Kellner und ich haben auf einer Wiese Fußball gespielt. Sepp Woller kam dazu und meinte, in so einem großen Dorf muss es doch einen Sportverein geben.“

Lehrer Seidl muss helfen

Die drei jungen Burschen waren sich schnell einig, dass sie für eine ernsthafte Vereinsgründung unbedingt die Hilfe vom damaligen Pürkwanger Volksschullehrer Rudolf Seidel benötigen. „Wir haben ihn gleich den nächsten Sonntag nach der Kirche abgepasst und unser Anliegen vorgetragen“, erinnert sich der damals 18-jährige Köck. Seidels erste Antwort war: „Jetzt spielt ihr drei, vier Wochen Fußball – und dann sind euch die Mädchen wieder wichtiger.“

Schließlich konnten Köck, Kellner und Woller den sportbegeisterten Lehrer Seidel aber doch von der Ernsthaftigkeit ihres Plans überzeugen. Seidel übernahm die Gründung des Sportvereins voll Elan und Enthusiasmus.

Gefeiert wird im Juni

  • Samstag, 15. Juni:

    Ab 19 Uhr Ehrenabend mit Rückblick auf die Vereinsgeschichte 1959- 2019 , Ehrungen und Sketch der Theatergruppe. Musikalische Umrahmung durch den Kirchenchor.

  • Sonntag, 16. Juni:

    Gottesdienst mit Festzug, Mittagstisch mit Musik von den „Grenzstoarucka“, Kaffee und Kuchen, Turnier der Ortsvereine „Rund um die Kegelbahn“ und Jugendturnier

Als erstes wurde Ausschau nach einem geeigneten Gelände für einen Sportplatz gehalten. „Die Landwirte haben zu der Zeit keinen Grund hergegeben.“ Einiges Verhandlungsgeschick von Seidel war nötig, um die Brauereibesitzerin Hausner mit ins Boot zu holen. Sie bot letztlich das Grundstück am Thonhauser Weg an, auf dem sich heute noch der Sportplatz befindet. Im Gegenzug wurde sie die Vereinswirtin der Sportler.

1959 bei der Sportplatzeinweihung: Das Eröffnungsspiel bestritten Wildenberg und Siegenburg. Foto: Archiv Köck
1959 bei der Sportplatzeinweihung: Das Eröffnungsspiel bestritten Wildenberg und Siegenburg. Foto: Archiv Köck

Bei der Gründungsversammlung am 18. April 1959 war der Hausner-Saal bis auf den letzten Platz gefüllt – obwohl einige Dorfbewohner der Meinung waren, „mit der Mistgobe in de Händ’“ könne man genauso „Sport“ betreiben… Knapp 80 Leute traten bereits am ersten Abend dem TSV Wildenberg bei. Seidl wurde erster Vorstand, der damalige Schulleiter Albert Funk der zweite Vorstand, Köck wurde Kassenwart und Kellner der Jugendleiter. Mit im Vorstandsteam waren zudem Franz Reithmayer und Karl Steidl.

Viehweide wird Sportplatz

Die ehemalige Viehweide wurde mit großem Engagement in den Sportplatz umgewandelt. Um Kosten zu sparen, wurde so viel wie möglich in Eigenleistung erledigt. Unterstützung bekamen die Sportler aus dem gesamten Dorf. „Eines Tages sagte der Lehrer Seidel zu uns, wir sollen unsere Schultaschen ausleeren“, erinnert sich Marianne Filser: Und auf ging es für die Schüler zum Grassamen sammeln auf die Felder! Der gesammelte Samen wurde dann auf dem Sportplatz angesät. Am 9. August 1959 konnte schließlich der Platz im Rahmen eines großen Festes mit Fahnenzug und kirchlichem Segen eingeweiht werden. Das erste Spiel bestritt der TSV Wildenberg gegen den TSV Siegenburg. Seitdem rollt der Ball im Thonhauser Weg.

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