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Tradition

Geschickte Hände sind gefragt

Viele aktive Mäder waren heuer beim Sensenfest in Schweinbach. Sie gaben ihre Erfahrung an die nächste Generation weiter.
Von Roswitha Priller

Alt und jung beim Mähen. Foto: Priller
Alt und jung beim Mähen. Foto: Priller

Wildenberg.Bei herrlichem Sommerwetter fand heuer bereits das beliebte Sensenfest in Schweinbach statt. Mit großem Engagement hatten sich die Organisatoren vom CSU Ortsverband Wildenberg und CSU-Arbeitskreis Umwelt Landkreis Kelheim der Planung und Gestaltung des vierten Schweinbacher Sensenfestes gemacht. Als Schirmherrin fungierte Petra Högl (CSU, MdL), die lachend zugab, das erste Mal eine Sense in der Hand gehabt zu haben. Aber auch sie reihte sich im schicken Dirndl in die Reihe der Mäder ein.

Viele junge Interessenten

Bei den Freunden der alten landwirtschaftlichen Kulturtechnik des Mähens mit der Sense hat sich die Attraktivität des Schweinbacher Sensenfestes schon herumgesprochen. Die Kulisse, die das vom hohen Gras zu befreiende Regenrückhaltebecken bietet, ist für die Veranstaltung perfekt. Lagen bei den ersten Festen die Sensen noch eher in den Händen der älteren Generation, waren heuer auch einige jüngere Handmäh-Fans dabei. „Es heißt immer, das Mähen von Hand können nur noch die Alten. Ich bin dabei, um zu zeigen, dass die junge Generation das auch noch kann“, meinte der Schweinbacher Thomas Hermann (27).

Mit dem jüngsten Mäder, dem sechsjährigen Valentin aus Siegenburg hatte Hermann einen fleißigen Mitstreiter. Allerdings war Valentin mit seinem Handwerkszeug nicht ganz zufrieden - so richtig scharf war die vom Opa selbstgebaute Sense einfach nicht.

Mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen zogen die Mäder mit Sense, Wetzstein und Heugabel zum Feld. Foto. Priller
Mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen zogen die Mäder mit Sense, Wetzstein und Heugabel zum Feld. Foto. Priller

Zuvor waren die fleißigen Arbeiter mit ihrem Werkzeug zu Fuß oder mit sehenswerten Oldtimer-Bulldogs vom Gasthaus Hochneder zum Regenrückhaltebecken marschiert. Für festliche Stimmung beim Zug durch Schweinbach sorgte hierbei Andreas Datzmann mit seiner Quetschn-Musik. Sieglinde Ertlmeier und Barbara Nadler nutzten die Gelegenheit, sich von ihren Vätern in der Kunst des Mähens unterweisen zu lassen. „Für den Blumenteppich an Fronleichnam vor unserem Haus brauche ich handgeschnittenes Gras“, erklärte Ertlmeier aus Siegenburg. Das habe bisher ihr 88-jähriger Vater gemacht, aber ab heuer möchte sie das übernehmen.

Nach erstaunlich kurzer Zeit sahen ihre Schwünge schon ziemlich gut aus. Dass das Wetzen und Schärfen der Sense wichtig ist, zeigten die erfahrenen Mäder ebenso wie den Schwung knapp über dem Boden. Mit Josef Rainer, Johann Haindl, Inge Haid und Emil Alkofer waren wieder sehr erfahrene Senser am Werk. Auch der 95-jährige Anton Mies ließ es sich nicht nehmen, ein paar Schnitte zu machen. Als genügend Gras beisammen war, schichtete Alkofer noch einen Heubock auf. „Die Leute sollen sehen, wie anstrengend die Arbeit früher war“, sagte Mit-Organisator Winfried Roßbauer

Oldtimer-Bulldogs in Aktion

Dann überliessen die Handarbeiter den Oldtimer-Bulldogs samt Spezialanhängern zum Heuwenden oder Mähen das Feld. Hier kamen die Fans von landwirtschaftlichen Oldtimern so richtig auf ihre Kosten. „Ich bin aus Bad Gögging hergefahren. Mit unserem alten Bulldog zu arbeiten, ist einfach schön“, sagte Elias Kronauer.

Der über 50 Jahre alte „Kramer“ samt Heuspinne stammt noch von Kronauers Opa. Das Zuschauen hatte Hunger und Durst gemacht, und so zogen die vielen Schaulustigen in den Biergarten beim Hochneder. Bei einer gemütlichen Brotzeit, vielen fachsimpelnden Gesprächen sowie Quetschn-Musik von Andreas Datzmann klang der schöne Sommer-Abend aus.

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